Amersfoort-Austausch

Der Schüleraustausch mit der zweisprachigen Abteilung des Farel College Amersfoort/NL ist inzwischen eine regelrechte Institution, läuft er doch erfolgreich seit jetzt sechs Jahren mit dem Gymnasium Bammental und seit fünf Jahren mit dem Max-Born-Gymnasium Neckargemünd.
In dieser Zeit wuchs der Anteil derjenigen Schülerinnen und Schüler des Farel-College stark an, die sich für den international ausgerichteten Bildungsgang entscheiden, in dem die meisten Sachfächer in englischer Sprache unterrichtet werden und Austauschprogramme obligatorisch sind.

Aus diesem Grund wurden drei weitere Schulen für das Projekt begeistert, darunter aus der Region das Hebel-Gymnasium Pforzheim und die Elsenztalschule in Bammental, sodass am 7.11. zwei Busse voller erwartungsfroher Jugendlicher auf dem Weg in die Niederlande waren.

Die Ängste waren wahrscheinlich in allen Schulen ähnlich: „Werde ich zurecht kommen? Wird meine Gastfamilie, mein Austauschpartner nett sein? Werden wir uns verstehen? Was kann ich tun, wenn mir das Essen nicht schmeckt?“ Eine große Neugier und Vorfreude war jedoch mindestens ebenso deutlich spürbar.
Vor der Schule in Amersfoort wurden die Gäste mit Willkommens-Schildern und Begrüßungssnack begrüßt, so dass trotz der großen Anzahl von insgesamt über 70 deutschen Gastschülern (begleitet von je zwei Lehrkräften pro Schule) schnell die Partner gefunden und die größten Berührungsängste abgebaut waren.
In einem abwechslungsreichen Programm an der Schule, in Utrecht (mit der Besteigung des Domturms, des höchsten Turms der Niederlande) und in Amsterdam (mit Rijksmuseum und Scheepvaartmuseum/ Schifffahrtsmuseum) erlebten die Schüler ständig, wie gut sie mit Hilfe der Weltverkehrssprache Englisch kommunizieren können. Gleichzeitig lernten die deutschen Gäste viel Wissenswertes über die Kultur und Geschichte des Nachbarlandes und die Bedeutung der Seefahrt und des Seehandels für die niederländische Wirtschaft und Kultur. In der Schule gab es zum einen Einführungen dazu, und zum anderen Aufgaben wie die, Portraits aus dem niederländischen „Goldenen Zeitalter“ (17.Jh.) als Fotografie nachzustellen, oder digitale Werbeposter für diesen Schüleraustausch zu designen. Dabei war das Programm insgesamt so gestaltet, dass die einzelnen deutschen Schulgruppen mit der jeweiligen niederländischen Partnergruppe unterwegs waren, und erst zur großen Abschlussparty mit riesigem Buffet und Disco alle Austauschschüler wieder zusammen kamen. Am letzten Tag, Samstag, den 11.11., konnten die Familien bis zur Abfahrt noch individuell etwas mit dem Gastkind unternehmen.
Leonie aus Neckargemünd war nach der Heimkehr unter anderem überrascht davon, dass die Digitalisierung an der niederländischen Schule bereits viel weiter fortgeschritten sei: „Die benutzen ja dauernd ihre Tablets und Handys, sogar im Unterricht!“
Jannik aus Lobenfeld wird besonders den Ausflug nach Amsterdam in Erinnerung behalten: „Das Schifffahrtsmuseum war einfach spitze. Man konnte so viel entdecken und selbst ausprobieren. Die multimediale Schiffsreise durch verschiedene Zeiten und auf verschiedenen Schiffen hat mich sehr beeindruckt.“
Bis zum Gegenbesuch in Bammental, Neckargemünd und Pforzheim versprachen die Jugendlichen miteinander mit Hilfe der „neuen Medien“ in Kontakt zu bleiben und die entstandenen Freundschaften zu pflegen.