Sozi­al­prak­ti­kum – Team­fä­hig­keit, Respekt, Ein­füh­lungs­ver­mö­gen

Offen­heit, Freund­lich­keit, Geduld und gute Lau­ne – das erwar­tet das Senio­ren­heim Föh­ren­bach in Bam­men­tal von sei­nen Prak­ti­kan­tin­nen und Prak­ti­kan­ten. Sie dür­fen den viel­sei­ti­gen All­tag im Senio­ren­heim ken­nen ler­nen und selbst klei­ne Auf­ga­ben in der Akti­vie­rung der Senio­ren über­neh­men. Eva Tichy, eine 92-jäh­ri­ge Heim­be­woh­ne­rin, die den Neunt­kläss­lern des MBG von ihren Erfah­run­gen im Senio­ren­heim berich­te­te, mein­te schmun­zelnd: „Wir freu­en uns immer auf die Prak­ti­kan­ten, weil sie Abwechs­lung ins Haus brin­gen. Wenn jemand kei­ne Oma mehr hat, sich aber eine wünscht, soll er zu uns kom­men, da gibt es ganz vie­le umsonst.“ Ihr Ein­zug ins Heim sei das bes­te gewe­sen, was ihr pas­sie­ren konn­te, mein­te die rüs­ti­ge Senio­rin, die frü­her in Cel­le wohn­te, in Bam­men­tal jedoch Fami­lie hat. „Ich füh­le mich im Haus Föh­ren­bach gebor­gen und bin nicht allei­ne auf der Welt. Ich wer­de in allen Situa­tio­nen gut ver­sorgt. Die Küche ist her­vor­ra­gend, die Zim­mer und die Ter­ras­se sind wun­der­schön. Die Natur lädt immer zu einem Spa­zier­gang ein.“

Tabea aus der Klas­se 9b frag­te Eva Tichy: „Sie sind so lebens­froh, fit und gut drauf. Was ist ihr Geheim­nis?“ Durch den Krieg und den Ver­lust der Hei­mat habe sie gelernt, sich an jede neue Situa­ti­on anzu­pas­sen und das bes­te dar­aus zu machen, ant­wor­te­te Tichy. Sil­via und Flo­ri­an Föh­ren­bach stell­ten ihr wun­der­schö­nes und warm­her­zi­ges Senio­ren­heim sowie die Aus­bil­dung zum Alten­pfle­ger mit allen Wei­ter­bil­dungs­mög­lich­kei­ten vor. Der Man­gel an aus­ge­bil­de­ten Pfle­ge­kräf­ten wer­de in den nächs­ten Jah­ren wei­ter stei­gen und auch für Gym­na­si­as­ten sei­en Beru­fe wie die­se loh­nens­wert und viel­sei­tig. Flo­ri­an Föh­ren­bach, der einen Bache­lor of Sci­ence in Gesund­heits­öko­no­mie abge­legt hat, berich­te­te von sei­nem Aus­bil­dungs- und Stu­di­en­weg und von den vie­len Pro­jek­ten und Ideen, die er inzwi­schen ver­wirk­li­chen konn­te.

Ange­li­ka van Boxem ist Fach­kraft für Akti­vie­rung im Haus Föh­ren­bach und stell­te den Schü­le­rin­nen und Schü­lern ihre viel­sei­ti­ge Arbeit vor.

Das Max-Born-Gym­na­si­um Neckar­ge­münd ist eine Schu­le mit Enga­ge­ment, eine Schu­le mit sozia­lem Pro­fil. Zum Kern­kon­zept gehö­ren neben den vie­len sozia­len Hilfs­pro­jek­ten, die die Schu­le unter­stützt, auch das exter­ne Sozi­al­prak­ti­kum in der 9. Klas­se und das inter­ne Sozi­al­prak­ti­kum in der 10. Klas­se und der Kurs­stu­fe 1. Um die Neunt­kläss­ler auf ihre ver­ant­wor­tungs­vol­len Auf­ga­ben vor­zu­be­rei­ten, gibt es am MBG einen Ein­füh­rungs­tag, per­fekt orga­ni­siert von Annet­te Küper, an dem sie ver­schie­de­ne Ein­bli­cke und wich­ti­ge Infor­ma­tio­nen bekom­men.

Neben der Arbeit mit Senio­ren erfuh­ren die Neunt­kläss­ler eini­ges über die Arbeit mit Kin­dern und jün­ge­ren Jugend­li­chen: Bei Petra Lied­vo­gel, Lei­te­rin der evan­ge­li­schen Kin­der­ta­ges­stät­te Klein­ge­münd, lern­ten die Schü­le­rin­nen und Schü­ler, dass in der Arbeit mit Kin­dern die eige­nen Bedürf­nis­se zurück gestellt wer­den müs­sen. Team­fä­hig­keit, Respekt und Ein­füh­lungs­ver­mö­gen sind nun gefragt: „Ach­tet auf eure Wort­wahl, sprecht deut­lich und freund­lich, ver­wen­det kei­ne Jugend­spra­che, befolgt die Regeln der Ein­rich­tung. Ihr seid Vor­bil­der! Das Han­dy bleibt für die gesam­te Zeit in der Tasche.“ Petra Lied­vo­gel erläu­ter­te die Ent­wick­lung der sozia­len Kom­pe­tenz bei Kin­dern anhand von Bei­spie­len und Fotos. Die Schü­ler ler­nen im Sozi­al­prak­ti­kum in einem Kin­der­gar­ten die sozia­le Kom­pe­tenz von Kin­dern zu beob­ach­ten und zu beur­tei­len. Sie selbst wer­den dabei zu Vor­bil­dern.

Schul­de­kan Man­fred Hil­kert erläu­ter­te anhand von Bei­spie­len aus dem All­tag und lus­ti­gen Sket­chen von Lori­ot die Grund­sät­ze der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­theo­rien von Paul Watz­la­wick und Frie­de­mann Schulz von Thun. „Man muss schon den ers­ten Satz in einem Gespräch klug for­mu­lie­ren, damit die Aus­sa­ge nicht falsch ver­stan­den wird. Denkt an die vier Ohren, wenn ein Gespräch droht schief zu gehen – dann könnt ihr noch etwas ret­ten. Ver­setzt euch in euren Gesprächs­part­ner, dann merkt ihr, mit wel­chem Ohr er eure Nach­richt auf­ge­nom­men hat.“ Hil­kert mach­te den Schü­lern deut­lich, dass jedoch nicht nur die Wort­wahl, son­dern auch Kör­per­spra­che, Ges­tik und Mimik extrem wich­tig für eine gelun­ge­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on sind.

Gut gewapp­net durch die drei Vor­trä­ge, die von den vier Klas­sen im Wech­sel gehört wur­den, ergänzt von einer Bera­tungs­stun­de mit den vier betreu­en­den Men­to­ren, star­ten die Neunt­kläss­ler des MBG nun in die Bewer­bungs­pha­se des Sozi­al­prak­ti­kums. Schul­lei­ter Joa­chim Phil­ipp dank­te den Vor­tra­gen­den sehr herz­lich für ihr her­aus­ra­gen­des, bereits seit vie­len Jah­ren bestehen­des, Enga­ge­ment für das MBG und sei­ne Schü­ler.