Mehr auf die Gemeinsamkeiten als auf Unterschiede achten“ – die 8. Klassen besuchen die Sultan-Selim-Moschee in Mannheim
„Lasst uns miteinander ins Gespräch kommen“ – so äußerte sich der katholische Pfarrer der unmittelbar angrenzenden Kirche, als es zu Beginn der 1990er Jahre erstmals darum ging, eine Moschee im Zentrum der Mannheimer Innenstadt zu errichten. Es scheint so, als sei dieser Ausspruch bis heute das Motto der muslimischen Gemeinde der Sultan Selim Moschee. Entsprechend offen und interessiert wurden am 25.04.2024 auch die fast 80 Schüler*innen der 8. Klassen des Max-Born- Gymnasiums dort empfangen.
Nach der Besichtigung des Brunnens für die rituellen Waschungen durften wir den beeindruckenden Gebetssaal der zweitgrößten Moschee in Deutschland bestaunen. Hier fielen den Schüler*innen zahlreiche Unterschiede zu christlichen Gotteshäusern auf: Teppichboden statt Kirchenbänken, Kalligraphie statt Darstellungen von Personen, kein Altar aber dafür eine Gebetsnische, die den Gläubigen die Richtung nach Mekka anzeigt.
Im Gespräch über den Islam zeigten sich aber auch, dass es durchaus zentrale Gemeinsamkeiten zwischen Muslimen, Christen und Juden gibt – etwa den Glauben an einen Gott.
Besondere Höhepunkt des Besuchs war, dass der vor kurzem neu in Mannheim angekommene Imam unsere Gruppe spontan begrüßte und uns einige Suren des Korans sowie den typischen Muezzinruf auf Arabisch vorsang.
Durch den Besuch in der Mannheimer Moschee, die in engem Kontakt mit den Kirchen in der Nachbarschaft sowie mit der Mannheimer Synagoge steht, lernten die Neckargemünder Schüler*innen ein in Deutschland so einzigartiges Beispiel für das gelungene Zusammenleben verschiedener Religionen kennen.
Die Exkursion in die Moschee findet im Rahmen des Schulcurriculums der Fächer Religion und Ethik am Max-Born-Gymnasium statt. Weitere Möglichkeiten andere Religionen besser kennenzulernen bestehen außerdem durch den Besuch einer Synagoge in Klasse 6 und eines buddhistischen Zentrums in Klasse 10.
Franziska Lui




