Exkursion des K1-Physik LKs zum Heidelberger Ionentherapiezentrum HIT
Am 26.02.2026 durfte der Physik Leistungskurs von und mit Frau Thiering einen Ausflug zum HIT machen. HIT steht für Heidelberg Ionenstrahl-Therapiezentrum, was auch ganz gut erklärt, was dort gemacht wird. Aber da wir ein Physik-LK sind, ging es für uns nicht zu den Patienten, sondern zum Teilchenbeschleuniger, mit dem die Ionen für die Therapie beschleunigt werden. Bei unserer Führung durften wir zuerst etwas Historisches über das HIT erfahren, wie zum Beispiel, dass es 2004 angefangen wurde zu bauen und 2009 fertig gebaut war. Eine Erweiterung gab es dann 2012 mit dem derGantry, der damals weltweit ersten beweglichen Strahlführungsanlage zur Behandlung von Patienten.
Kurz darauf wurde noch eine dritte Strahlenquelle eingebaut. Somit können Patienten nicht nur mit Protonen und Kohlenstoff Ionenbestrahlt werden, sondern auch mit Helium Ionen. Mittlerweile gibt es sogar eine vierte Ionenquelle, welche allerdings bis jetzt nur für Forschungszwecke verwendet wird.
Nach diesem kurzen geschichtlichen Exkurs durften wir zunächst die oben genannten Ionenquellen uns anschauen. Die Ionenquellen und den Teilchenbeschleuniger sieht man normalerweise nicht, da beides normalerweise in Betrieb ist und das sehr gefährlich ist, wenn man da dann hingeht, aber wir hatten Glück und der Teilchenbeschleuniger wurde gerade gewartet. Den Teilchenbeschleuniger haben wir dann auch besucht und haben erfahren, dass innerhalb von drei Sekunden so ein Teilchenpaket auf 70% der Lichtgeschwindigkeit beschleunigt werden kann. Dafür wird dieses Teilchenpaket erst von einen Linearbeschleuniger beschleunigt um daraufhin in ein Synchrotron (einen Kreisbeschleuniger) umgeleitet zu werden. Dafür werden die Teilchen immer wieder zu einem Haufen zusammengeschoben, da die sich unterschiedlich schnell bewegen, um dann um eine Kurve abgelenkt zu werden. Das alles passiert in Vakuum und mit sehr starken Magneten. Wenn diese Teilchenhaufen einmal eine Runde im Beschleuniger gedreht haben, werden sie von einem elektrischen Feld beschleunigt. Das passiert so oft, bis sie 70% der Lichtgeschwindigkeit erreicht haben. Erst dann werden sie zu den eigentlichen Bestrahlern umgeleitet. So ein Schuss dauert drei Sekunden. Nach jedem Schuss gibt es einen Leerschuss um eventuelle Teilchen, die noch im Beschleuniger waren, herauszuschießen. Es gibt überall sehr viele Sicherheitsvorkehrungen, damit ein Patient nicht mit den falschen Ionen bestrahlt wird, da dies noch mehr Schaden anrichten statt beseitigen würde. In die Patientenräume, wo die Patienten dann mit den Ionen bestrahlt werden, durften wir dann auch noch. Dabei unterscheidet man zwei unterschiedliche Prinzipien: Es gibt zweiRäume mit Linearbestrahlern, in welchen die Ionen aus einer vorgegebenen Richtung kommen und nur der Patient verschoben werden kann. Und dann gibt es noch die Gantry, in welchem sowohl der Patient, als auch der Bestrahler bewegt werden kann, um auch schwierig erreichbare Stellen zu erreichen. Das alles kann mit einer sehr hohen Genauigkeit eingestellt werden und der Patient muss ganz ruhig liegen, da man nicht das gesunde Gewebe bestrahlen will. Im HIT werden mit diesen Bestrahlern nur Stellen am Kopf oder Becken bestrahlt. Bei der Lunge geht dies nicht, weil der Patient ja nicht 1/4 Stunde die Luft anhalten kann. Um die Patienten noch stärker zu schützen, wird vor jeder Bestrahlung ein CT gemacht um zu sehen ob der Tumor noch an derselben Stelle ist, wie zuvor. Ist er nicht oder es gibt irgendwelche anderen unvorhergesehene Komplikationen, wird die Behandlung sofort abgebrochen. Deshalb ist der Patient bei der Bestrahlung auch fortwährend überwacht um sicher zu stellen, dass auch nichts passiert. Manche Patienten berichten bei der Bestrahlung von Lichtblitzen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass dieser Ausflug sehr lehrreich war und wir sehr viel Interessantes gelernt haben, was den Rahmen dieses Artikels aber leider sprengen würde.
Sophie W., K1



