„Licht in allen Din­gen“ – Weih­nachts­kon­zert am MBG

„Christ­mas in the old man’s hat“ – mit die­sem iri­schen Song, der mit fröh­li­cher Melo­die doch in hin­ter­grün­di­ger Wei­se zum Nach­den­ken über den Weih­nachts­kon­sum anregt, eröff­ne­te der Unter­stu­fen­chor unter der Lei­tung von Sabi­ne Krings und beglei­tet am Kla­vier von Kat­rin Kieck­hae­fer-Wüst, das tra­di­tio­nel­le Weih­nachts­kon­zert am 13. 12. 2019 in der Aula des Schul­zen­trums. Unter­stützt durch ein Streich­quar­tett (Lau­ra Drös, Emi­ly Rei­sig, Julia Ruch, Johan­nes Schips) bot der Chor im Anschluss ein zar­tes Wie­gen­lied von Bil­ly Joel dar.

Julia Ruch über­nahm die char­man­te Mode­ra­ti­on des Abends und erin­ner­te zunächst an die Kon­zer­te im ver­gan­ge­nen Schul­jahr, die von vie­len dama­li­gen Abitu­ri­en­tin­nen und Abitu­ri­en­ten geprägt waren. Nach­dem deren Weg­gang gro­ße Lücken hin­ter­las­sen hat­te, bestand kurz­fris­tig die Sor­ge, ob über­haupt spiel­fä­hi­ge Grup­pen zustan­de kom­men wür­den. Aber weit gefehlt: Vie­le jun­ge Instru­men­ta­lis­ten und Sing­be­geis­ter­te waren dazu­ge­kom­men, so dass spä­ter gar die Büh­ne zu klein war, um alle gemein­sam zu fas­sen.

Eine Pre­mie­re fürs Max-Born-Weih­nachts­kon­zert war jedoch zunächst ein Duett aus dem Barock: Han­nah Croo­ker und Tama­ra Deub­ler über­zeug­ten mit sicher vor­ge­tra­ge­nen Kolo­ra­tu­ren (in latei­ni­scher Spra­che) bei „Lau­da­mus te“ aus dem „Glo­ria“ von Vival­di, beglei­tet von Sabi­ne Krings am Flü­gel.

Mit zwei sehr unter­schied­li­chen Stü­cken glänz­te Anez­ka Kos an der Har­fe: Wäh­rend H. Has­sel­mans „Chan­son de Mai“ wie­gend-träu­me­risch daher­kam, war „Seguil­li­da“ von C. Sal­ce­do leb­haf­ter und tän­ze­risch. Roman­tisch und gefühl­voll ging es wei­ter: Bene­dict Mac­Gre­gor-Mil­lar prä­sen­tier­te das „Impromp­tu“ von F. Schu­bert. Das an schwie­ri­gen Pas­sa­gen rei­che Stück meis­ter­te er sou­ve­rän und zog das Publi­kum in sei­nen Bann.

Im Anschluss durf­te der Mit­tel-/Ober­stu­fen­chor, eben­falls gelei­tet von Sabi­ne Krings, sein Kön­nen unter Beweis stel­len: beim a capel­la dar­ge­bo­te­nen frü­hen Barock-Stück „Es ist ein Ros‘ ent­sprun­gen“ und „Myn Lyking“ von Richard R. Ter­ry nach einem Mit­tel­eng­li­schen Gedicht unter Betei­li­gung des Streich­quar­tetts stell­ten sie ein­drucks­voll ihr klas­si­sches Reper­toire unter Beweis.
Johann Bur­ck­hardt und Kim Erben ent­lie­ßen mit der träu­me­risch-souli­gen Bal­la­de „I’ll be home“ das Publi­kum in die Pau­se.

Nach der Pau­se durf­te das „ver­jüng­te“ Orches­ter unter der Lei­tung von Julia Ruch eine Ver­schmel­zung von moder­ner und baro­cker Musik prä­sen­tie­ren: In einer Bear­bei­tung des bekann­ten „Kanon in D“ von Pachel­bel waren vie­le bekann­te Weih­nachts­lie­der-Melo­dien „ver­steckt“, die das Publi­kum in einem klei­nen Quiz erra­ten durf­te. In einem nur weni­ge Minu­ten lan­gen Med­ley aus der „Narnia“-Filmmusik ver­bar­gen sich vie­le ver­schie­de­ne Stim­mun­gen – man konn­te förm­lich spü­ren, wie der Weih­nachts­mann Licht und Wär­me in den kal­ten Win­ter brach­te. Eng wur­de es auf der Büh­ne bei „Jesus blei­bet mei­ne Freu­de“: Bei­de Chö­re prä­sen­tier­ten gemein­sam mit dem Orches­ter eine Ver­si­on des Bach-Cho­rals.

Ein paar Jahr­hun­der­te spä­ter datiert der Ursprung des nächs­ten Stücks: Juliet Chris­to­pher beglei­te­te sich am Flü­gel selbst zu „Have yours­elf a mer­ry litt­le Christ­mas“. Von zart gehauch­ten Zei­len bis hin zu stimm­ge­wal­ti­gen Pas­sa­gen begeis­ter­te sie mit ihrer glo­cken­kla­ren Alt­stim­me.

Zum Abschluss war noch ein­mal der Mit­tel-/Ober­stu­fen­chor an der Rei­he: Auf das augen­zwin­kernd-las­zi­ve „San­ta Baby“ der Schü­le­rin­nen ant­wor­te­ten die Schü­ler mit einem swin­gen­den „Hol­ly Jol­ly Christ­mas“. Das offi­zi­el­le Pro­gramm been­de­te der voll­stän­di­ge gemisch­te Chor mit „Some nights“, mit Solo-Ein­la­gen von Juliet Chris­to­pher und Johan­nes Bur­ck­hardt, erneut am Flü­gel beglei­tet von Kat­rin Kieck­hae­fer-Wüst. An der Per­cus­sion glänz­te, wie in vie­len Stü­cken des Abends, Han­nes Schwinn.

In einer kur­zen Anspra­che begrüß­te Schul­lei­ter Joa­chim Phil­ipp die Schü­le­rin­nen und Schü­ler, Eltern, Groß­el­tern, Kol­le­gen, Ehe­ma­li­ge und Freun­de der Schu­le und zeig­te sich stolz auf die Dar­bie­tun­gen von ins­ge­samt über 100 sei­ner Schü­le­rin­nen und Schü­ler. Das Mot­to sei­nes Advents­ka­len­ders „Ein Licht fin­den in allen Din­gen“ leuch­te­te für ihn durch den gan­zen Abend hin­durch: Die musi­ka­li­schen Bei­trä­ge sei­en für ihn ein wär­men­des Licht in dunk­len Tagen. Ein sol­ches Licht müs­se aber auch erst ent­facht wer­den – so dank­te er zunächst den Eltern für die Vor­ar­beit, aber natür­lich beson­ders den Musik-Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen, allen vor­an Julia Ruch und Sabi­ne Krings. Auch die unter­stüt­zen­den Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen, Ehe­ma­li­gen, Solis­ten und Tech­ni­ker wur­den mit klei­nen Prä­sen­ten geehrt.

Als Zuga­be gab es „Heal the world“, gesun­gen von allen Betei­lig­ten des Abends, ver­bun­den mit einem Spen­den­auf­ruf: die Samm­lung am Aus­gang ging zu glei­chen Tei­len an die Musik­fach­schaft zur Auf­sto­ckung des Instru­men­ten-Inven­tars und an die Hilfs­pro­jek­te in El Moli­no und Kaga­di.

Der ehe­ma­li­ge Schul­lei­ter Horst Linier freu­te sich, ein­mal wie­der in der ers­ten Rei­he Platz zu neh­men. Er zeig­te sich über­wäl­tigt von der Viel­sei­tig­keit des Pro­gramms. Beson­ders freu­te ihn, „dass so vie­le jun­ge Schü­le­rin­nen und Schü­ler in die Ensem­bles hin­ein­ge­kom­men sind!“ Auch über den gestie­ge­nen Män­ner­stim­men-Anteil im Chor freu­te sich Linier, selbst pas­sio­nier­ter Sän­ger in Wald­hils­bach. Für Bür­ger­meis­ter Frank Volk ist das Kon­zert am MBG eben­falls fes­ter Bestand­teil der Vor­weih­nachts­zeit. „Es ist immer wie­der schön, an mei­ne alte Schu­le zurück­zu­kom­men. Beson­ders beein­dru­ckend fand ich heu­te die gro­ße Band­brei­te an Ensem­bles und talen­tier­ten Solis­ten. Dass die Schü­ler aus ver­schie­de­nen Jahr­gän­gen gemein­sam mit Ehe­ma­li­gen und Lehr­kräf­ten musi­zie­ren, ist berüh­rend.“ Lei­na und Anouk aus der 5a waren ein­fach von allen Bei­trä­gen begeis­tert. Nach etwas Nach­den­ken konn­ten sie sich aber doch ent­schei­den: „Am meis­ten hat uns das Solo von Kim und Johann gefal­len, und natür­lich die Zuga­be, bei der alle gemein­sam gesun­gen haben!“ (We)

Anes­ka Kos an der Har­fe