Ab nach Wien – Oder doch nicht? Stu­di­en­rei­se Sep­tem­ber 2024

„In der Welt geht’s drun­ter und drü­ber; aber Öster­reich geht nicht unter.” (Egon Frie­dell) –

Da hat sich der Gute aus­nahms­wei­se mal ver­tan, denn Öster­reich spiel­te dies­mal gegen die Regeln. Die Kof­fer waren gepackt und die Vor­freu­de auf eine fünf­tä­gi­ge Stu­di­en­fahrt in die Stadt der Kul­tur war da. Doch zu früh gefreut, denn wir hat­ten nicht mit dem Jahr­hun­dert­hoch­was­ser, wel­ches Öster­reich- und unse­re Stu­di­en­fahrt fest im Griff hat­te, gerech­net.

Da stand unse­re Rei­se natür­lich auf der Kip­pe- und ist am Ende auch gekippt. Eini­ge ver­kraf­te­ten die schlech­te Nach­richt gut, bei ande­ren ent­lud sie sich in Aggres­sio­nen, die laut­star­ke Dis­kus­sio­nen in der Chat­grup­pe der Mess­an­ger App ent­fach­ten. Doch zum Glück schuf das Rei­se­un­ter­neh­men CTS schnellst­mög­lich wür­di­ge Alter­na­ti­ven: Die Metro­po­le Ham­burg oder das größ­te Dorf Deutsch­lands – Mün­chen. Wäh­rend eini­ge schon mit der Ent­schei­dung, wo es als nächs­tes hin­ge­hen wür­de, beschäf­tigt waren, waren ande­re noch der Mei­nung, die beschwer­li­che Rei­se ins Kri­sen­ge­biet Wien wagen zu müs­sen. Da das Rei­se­un­ter­neh­men uns jedoch eine Zug­ver­bin­dung und kein Boot gebucht hat­te, war dies lei­der unter den gege­be­nen Umstän­den unmög­lich.

So ist die Ent­schei­dung letzt­end­lich doch auf Mün­chen gefal­len. Wie gut die Wahl schluss­end­lich war, ist bis heu­te stark umstrit­ten. Nach einem schul­frei­en Tag, wäh­rend dem gehofft wur­de, dass das Hoch­was­ser auf magi­sche Art und Wei­se ver­schwin­den wür­de, ging es dann, wohl­ge­merkt einen Tag ver­spä­tet, um 8:45 Uhr an einem son­nig-küh­len Spät­som­mer­mor­gen vom Hei­del­ber­ger Haupt­bahn­hof ab über die Baden-Würt­tem­ber­gi­sche Lan­des­gren­ze ins „schöns­te Land Deutsch­lands“ mit sei­ner groß­ar­ti­gen Haupt­stadt Mün­chen, die neben dem Schloss Nym­phen­burg, dem Augus­ti­ner­bräu und der welt­weit bekann­ten „Sky­bar“ auf dem Dach des A&O Hos­tels bestimmt noch meh­re Attrak­tio­nen zu bie­ten hat­te, von denen wir aller­dings eher weni­ger mit­be­ka­men.

Man könn­te jetzt mei­nen, die Ersatz­fahrt nach Mün­chen wäre ein ein­zi­ges Desas­ter und als Bil­dungs­fahrt weni­ger erquick­lich gewe­sen, doch die­se Behaup­tung wäre ein gro­ßes Unrecht unse­ren bei­den Lehr­kräf­ten Frau Sta­edel und Frau Kieck­hä­fer-Wüst und natür­lich auch uns selbst gegen­über.

Kom­men wir also nun zum wich­ti­gen Teil die­ses Berichts, der unse­ren Spaß und die damit ver­bun­de­ne Freu­de, sowie unse­re neu­ge­won­ne­ne Lie­be zu Mün­chen doku­men­tiert.

Als klei­ne Vor­ankün­di­gung: Frei­zeit stand wäh­rend unse­rer Fahrt ganz oben auf dem aus­ge­klü­gel­ten Pro­gramm. Aber auch der bil­den­de Fak­tor muss­te natür­lich beach­tet wer­den. Denn Mün­chen war nicht, wie man viel­leicht mei­nen könn­te, eine Frei­zeit­rei­se, son­dern dien­te vor allem der Wei­ter­bil­dung (un)motivierter Schü­le­rin­nen und Schü­ler. So kam es, dass wir schon gleich am Tag unse­rer Anrei­se dem Schloss Nym­phen­burg einen Besuch abstat­te­ten. Eini­ge weni­ge nutz­ten die Gele­gen­heit, eine kos­ten­lo­se Dosis Bil­dung zu erhal­ten, ande­re bespra­chen tief­grei­fen­de Pro­ble­me und wie­der ande­re nutz­ten die Gele­gen­heit, um ihre Kar­rie­re als Rapper/Influencer vor­an­zu­trei­ben, indem sie Fotos und Musik­vi­de­os in den alt­ehr­wür­di­gen Mau­ern des deut­schen Abklat­sches des Sis­sischlos­ses auf­nah­men.

Am Abend kehr­ten wir dann noch gemein­sam im Augus­ti­ner­bräu ein, wo wir die baye­ri­sche Kul­tur und Kuli­na­rik haut­nah mit­er­leb­ten. Egal ob Schweins­ha­xe (Ja auch Frau Sta­edel konn­te ihr nicht wider­ste­hen und schlug sich wacker), Schweins­bra­ten oder Sem­mel­knö­del – es wur­de ordent­lich auf­ge­tischt. Als krö­nen­der Abschluss des ers­ten Tages lie­ßen wir den Abend noch gemüt­lich in der haus­ei­ge­nen Bar auf dem Dach aus­klin­gen. An die­sem Abend lern­te sich die Grup­pe bes­ser ken­nen und wuchs auch enger zusam­men. Auch Frau Sta­edel erin­ner­te sich an dem Abend an ihre eigent­li­che Pflicht, uns zu beauf­sich­ti­gen und wies den Bar­kee­per zurecht, der uner­laub­ter­wei­se har­ten Alko­hol an uns Min­der­jäh­ri­ge aus­schen­ken woll­te. Dan­ke Frau Sta­edel, dass Sie uns davor bewahrt haben.

Am nächs­ten Tag fan­den wir uns nach dem Früh­stück, das nur von einem Teil der Grup­pe wahr­ge­nom­men wur­de, am Münch­ner Rat­haus ein, um die Stadt durch eine Füh­rung bes­ser ken­nen­zu­ler­nen. Man lehr­te uns die Wich­tig­keit Mün­chens vom Mit­tel­al­ter bis in die heu­ti­ge Zeit, sowie die Rol­le der Stadt beim Auf­stieg der NSDAP. Sicher­lich gab es noch eini­ge wei­te­re Inhal­te, doch irgend­wann wur­de selbst der auf­merk­sams­te und wiss­be­gie­rigs­te Schü­ler von der Wucht der vie­len und sicher­lich auch inter­es­san­ten Infor­ma­tio­nen erschla­gen. Es war Zeit für Frei­zeit…

Am Abend ging es dann mit ver­sam­mel­ter Mann­schaft in ein Restau­rant, das mit sei­ner außer­or­dent­lich deli­ka­ten asia­ti­schen Küche glän­zen konn­te – Nicht!

An die­ser Stel­le möch­ten wir noch­mals her­vor­he­ben, dass unse­re Grup­pe die abend­li­chen Akti­vi­tä­ten in Form von Restau­rant­be­su­chen und dem ein oder ande­ren Cock­tail in der Roof­top­bar unse­res Hos­tels am Ende jeden Tages gemein­sam durch­ge­führt hat und dies maß­geb­lich dazu bei­getra­gen hat, dass die Ersatz­fahrt nach Mün­chen zu einem ech­ten Erfolg für alle wur­de.

Nun folgt der kul­tu­rel­le drit­te und letz­te Akt/Tag unse­rer gemein­sa­men Stu­di­en­fahrt: Die „Moder­ne Münch­ner Pina­ko­thek“ war für eini­ge das kul­tu­rel­le High­light der Fahrt ande­re haben sich an den dort zur Ver­fü­gung gestell­ten Sitz­ge­le­gen­hei­ten erfreut und waren von dort fast nicht mehr weg­zu­be­we­gen, außer für einen kur­zen Gang ins völ­lig über­teu­er­te Muse­ums­ca­fé.

Danach gab es, was auch sonst, eine völ­lig ver­dien­te und auch not­wen­di­ge Dosis Frei­zeit, die mit Shop­pen in der Münch­ner Innen­stadt ver­bracht wur­de. Gemäß der Agen­da unse­rer Stu­di­en­fahrt muss­te auf die­sen anstren­gen­den, weil kul­tu­rell bil­den­den Tag unbe­dingt eine Lek­ti­on in inter­na­tio­na­ler Kuli­na­rik erfol­gen. Und so tra­fen wir uns am letz­ten Abend alle gemein­sam in ita­lie­nisch ange­hauch­ter Atmo­sphä­re eines Restau­rants, wel­ches sich unweit unse­res Hos­tels befand, wie­der.

Danach ging es für uns alle ein letz­tes Mal, wer hät­te es gedacht, auf das Dach unse­res tem­po­rä­ren Zuhau­ses, denn Zuhau­se ist da wo Freun­de sind, denn was haben wir denn auf die­ser Fahrt gemacht, wenn nicht uns ange­freun­det (ein paar zumin­dest), um ein letz­tes Mal die Zeit zusam­men aus­zu­kos­ten.

Am nächs­ten Mor­gen ging es, trotz mini­ma­ler Ver­spä­tung von einer Minu­te am Treff­punkt (Frau Kieck­hä­fer-Wüst hat­te sich schon Sor­gen gemacht), zum Münch­ner Haupt­bahn­hof und von dort ab nach Hau­se.

Nach Berück­sich­ti­gung aller beschrie­be­nen Ereig­nis­se kom­men wir zu dem Ent­schluss, dass die Stu­di­en­fahrt Wien/München ein vol­ler Erfolg für alle Betei­lig­ten war und wir die Zeit dort sehr genos­sen haben.

Ein herz­li­ches Dan­ke­schön geht raus an unse­re bei­den Deutsch-Lehr­kräf­te Frau Sta­edel und Frau Kieck­hä­fer-Wüst für die tol­le Orga­ni­sa­ti­on, die trotz alles Wider­stän­de am Ende sehr gelun­gen war. Und natür­lich ein ganz herz­li­ches Dan­ke­schön für ihre Gelas­sen­heit, die man bei einer Meu­te unge­bil­de­ter und unmo­ti­vier­ter Schü­le­rin­nen und Schü­ler für eine fünf­tä­gi­ge Fahrt in die Stadt der Kul­tur auch erst­mal auf­brin­gen muss.

Herz­lichst die Autoren

Bru­no Weigel; Lars Krä­mer