Sonnenbeobachtung des Astro-Kurses der K1
Am 28. April hatte Frau Thiering eine besondere Überraschung für uns. Für die Astronomiestunde war eine Sonnenbeobachtung geplant, also machten wir uns auf den Weg zum Schulhof. Dort bauten wir zuerst gemeinsam das H-Alpha Teleskop auf und sicherten unseren Beobachtungsort mit Pylonen, sodass wir auch in der Pause der Realschule ungestört beobachten konnten. Frau Thiering zeigte uns erst, wie man das Teleskop richtig einstellt und anschließend, wie man sich am besten positioniert, um durch das Okular zu schauen. Sie erklärte uns, dass das H-Alpha Teleskop 99,999% des Lichtes der Sonne absorbiert und so dafür sorgt, dass man nicht erblindet, wenn man sich die Sonne anschaut. Dann begann die Beobachtung und nacheinander durften wir durch das Teleskop schauen, während Frau Thiering uns erklärte was zu sehen war.
Es dauerte immer erst eine kurze Weile, bevor man außer einer orangefarbenen Scheibe, noch etwas anderes sehen konnte. Doch als sich das Auge daran gewöhnt hatte, konnte man ganz klar auf dem Scheibchen einen kleinen tiefschwarzen Punkt erkennen, der in Wirklichkeit allerdings so groß wie der Erddurchmesser war. Dies war ein so genannter „Sonnenfleck“, der aber nur einer unserer erstaunlichen Beobachtungen war. Um weiteres beobachten zu können, mussten wir sehr konzentriert an den Rand der Sonnenoberfläche (Photosphäre) schauen. Dort konnten wir dann erkennen, dass an einigen Stellen winzige orangene Fädchen von der Sonnenscheibe radial nach außen weg gingen. Diese Fäden änderten sich und waren innerhalb von ein paar Minuten wieder verschwunden. Frau Thiering erklärte, dass dies Sonnenplasma sei, das über die Sonnenphotosphäre hinaus beschleunigt wird.
Zu unserer großen Freude zeigte sich dann sogar noch eine Protuberanz, – ein ganz matt orange leuchtender Bogen, der (wenn man die Sonnenphotosphäre sich als Uhr vorstellt) bei 10 Uhr von dem Sonnenrand weg ging und bei 11 Uhr wieder auf den Sonnenrand zurückviel. Die Helligkeit schwankte und sie war zwischenzeitlich so schwach, dass sie nicht mehr zu sehen war, und kam danach aber wieder. Der Bogen ging viel höher als die Fädchen, die ja auch schon einen Erddurchmesser maßen. Wir erfuhren, dass es sich um ein riesiger Plasmaball handelte, der gerade ins All geschleudert wird. Mit Hilfe von ein paar Arbeitsblättern konnten wir zuletzt unser frisch gelerntes Wissen anwenden und festigen, sodass es nicht nur eine sehr abwechslungsreiche und interessante Unterrichtsstunde, sondern auch sehr lehrreich und informativ war.
Paula M., K1



