Erzäh­len statt Vor­le­sen – Mär­chen­stun­de im Leis­tungs­kurs

Am Ende unse­rer Roman­tik-Ein­heit bekam der Deutsch- Leis­tungs­kurs von Frau Sell­ner Besuch von Karo­la Graf, einer pro­fes­sio­nel­len Mär­chen­er­zäh­le­rin, die uns Ein­bli­cke in ihre Arbeit mit Geschich­ten und Mär­chen gab. Dabei beschäf­tig­ten wir uns beson­ders mit Mär­chen der Roman­tik und deren Sym­bo­lik.

Zu Beginn set­zen wir uns gemein­sam in einen Stuhl­kreis. In der Mit­te lag ein rotes Tuch, das eine beson­de­re und gemüt­li­che Atmo­sphä­re schuf. Zudem hat­te die Erzäh­le­rin einen alten Kof­fer dabei, in dem sich ver­schie­de­ne Gegen­stän­de befan­den, die sym­bo­lisch zu den jewei­li­gen Mär­chen pass­ten. Ins­ge­samt wur­den drei Mär­chen der Gebrü­der Grimm erzählt, dar­un­ter eine Vari­an­te des Mär­chens „Die Schö­ne und das Biest“. Bei den Grimms heißt das Mär­chen „Der Som­mer- und der Win­ter­gar­ten“. Pas­send dazu zeig­te die Erzäh­le­rin eine Rose als sym­bo­li­schen Gegen­stand.

Die Geschich­ten wur­den jeweils mit Musik ein­ge­stimmt, wodurch eine ruhi­ge, aber auch span­nen­de Stim­mung ent­stand. Die Erzäh­le­rin sprach mit einer ruhi­gen und klar beton­ten Stim­me, wodurch die Mär­chen beson­ders leben­dig und auf­re­gend wirk­ten. Man konn­te der Hand­lung gut fol­gen und sich in das Gesche­hen hin­ein­ver­set­zen.

Nach jedem Mär­chen fand eine gemein­sa­me Bespre­chung statt. Dabei spra­chen wir über die The­men der Geschich­ten, die ent­hal­te­nen Sym­bo­le und den Zusam­men­hang zu der roman­ti­schen Epo­che. In der Roman­tik spiel­ten Mär­chen eine wich­ti­ge Rol­le, da sie Fan­ta­sie, inten­si­ve Gefüh­le und roman­ti­sche Leit­mo­ti­ve, wie Sehn­sucht, beto­nen. Die alten Geschich­ten, Sagen und Mär­chen zei­gen oft eine Ver­bun­den­heit zu der Natur, zu dem Über­na­tür­li­chen und der Gefühls­welt der Men­schen. Des­halb pas­sen die bespro­che­nen Mär­chen der Gebrü­der Grimm gut zu den Merk­ma­len der Roman­tik.

Am Ende des Besuchs erhiel­ten wir wei­te­re Ein­bli­cke in die Arbeit einer Erzäh­le­rin. Wir schau­ten uns ver­schie­de­ne Mär­chen­bü­cher an und dis­ku­tier­ten dar­über, wel­che Rol­le Mär­chen in der Ent­wick­lung von Kin­dern spie­len. Dabei wur­de deut­lich, dass Mär­chen Kin­dern hel­fen kön­nen, Wer­te zu ver­ste­hen, ihre Fan­ta­sie zu för­dern und krea­tiv zu sein.

Ins­ge­samt war der Kurs­be­such sehr inter­es­sant und abwechs­lungs­reich, da wir Mär­chen auf eine beson­de­re und krea­ti­ve Wei­se ken­nen­ler­nen durf­ten. Außer­dem beka­men wir einen guten Ein­blick in die Bedeu­tung von Mär­chen in der Roman­tik und in der heu­ti­gen Zeit.

Wir bedan­ken uns herz­lich bei Frau Graf für ihre Zeit bei uns.

 

Text: Fio­na Fischer

Bild: Dr. Sell­ner