Mut, Gemein­schaft und ein Blick nach vorn – 89 Abitu­ri­en­tin­nen und Abitu­ri­en­ten fei­ern ihren Abschluss am Max-Born-Gym­na­si­um

Mit Musik, bewe­gen­den Reden, per­sön­li­chen Rück­bli­cken und der fei­er­li­chen Zeug­nis­über­ga­be ver­ab­schie­de­te das Max-Born-Gym­na­si­um am Sams­tag, den 11. Juli sei­ne Abitu­ri­en­tin­nen und Abitu­ri­en­ten des Jah­res 2026. In der Aula des Schul­zen­trums wur­de deut­lich: Die­ser Jahr­gang hat nicht nur Wis­sen erwor­ben, son­dern auch gelernt, Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men, Gren­zen zu über­win­den und für­ein­an­der ein­zu­ste­hen.

Den musi­ka­li­schen Auf­takt gestal­te­te der Mit­tel- und Ober­stu­fen­chor mit „The Lion Sleeps Tonight“.
Nach dem musi­ka­li­schen Auf­takt begrüß­te der stell­ver­tre­ten­de Schul­lei­ter Tho­mas Hein­lein die Absol­ven­tin­nen und Absol­ven­ten. Dabei griff er Fra­gen auf, die vie­le jun­ge Men­schen der­zeit beschäftigen:Welche Zukunft haben Aus­bil­dung und Stu­di­um in Zei­ten von Künst­li­cher Intel­li­genz? Herr Hein­lein mach­te Mut, den eige­nen Weg selbst­be­wusst zu gestal­ten. Rück­bli­ckend sehe er bei die­sem Jahr­gang eine beein­dru­cken­de Ent­wick­lung. Als Bei­spiel nann­te er die Stu­di­en­fahrt in die Alpen, bei der die Schü­le­rin­nen und Schü­ler trotz gro­ßer Her­aus­for­de­run­gen zusam­men­hiel­ten und sich gegen­sei­tig unter­stütz­ten. Für die Zukunft gab er ihnen mit auf den Weg, neu­gie­rig zu blei­ben, Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men und sich Men­schen zu suchen, mit denen sie auch die steils­ten Wege gemein­sam gehen kön­nen. Vie­les sei nicht vor­her­seh­bar – auch nicht durch KI. Umso wich­ti­ger sei­en Mut, Zusam­men­halt und die Bereit­schaft, die rich­ti­gen Fra­gen zu stel­len.

Ein musi­ka­li­scher Höhe­punkt folg­te unmit­tel­bar dar­auf. Andrii Rus­a­nov begeis­ter­te das Publi­kum mit Cho­pins Fan­tai­sie-Impromp­tu cis-Moll op. 66. Die meis­ter­haf­te­Kla­vier­dar­bie­tung sorg­te für einen ergrei­fen­den Moment der Fei­er und wur­de mit gro­ßem Applaus bedacht.

Das The­ma Mut zog sich auch durch die anschlie­ßen­de Rede der Abitu­ri­en­tin Fan­ny Heim­ber­ger wie ein roter Faden. Mut habe vie­le Gesich­ter, erklär­te sie. Mut zei­ge sich bei Men­schen, die ohne Deutsch­kennt­nis­se aus der Ukrai­ne flüch­ten und den­noch ihr Abitur schaf­fen. Mut zei­ge sich bei jun­gen Men­schen, die sich für den Dienst bei der Bun­des­wehr ent­schei­den. Mut zei­ge sich aber eben­so im All­tag – wenn jemand im Bus Zivil­cou­ra­ge beweist oder bei einem Fuß­ball­spiel gegen einen Hit­ler­gruß Stel­lung bezieht. Und Mut brau­che es auch, um gleich­zei­tig Mut­ter und Abitu­ri­en­tin zu sein.

Fan­ny warb dafür, die eige­ne Auf­merk­sam­keit bewusst auf das Wesent­li­che zu rich­ten und sich immer wie­der zu fra­gen: Wer bin ich? Wel­cher Weg ist der rich­ti­ge für mich? Mut bedeu­te auch, Feh­ler machen zu dür­fen. Das Max-Born-Gym­na­si­um habe sei­nen Schü­le­rin­nen und Schü­lern Wer­te ver­mit­telt, habe gezeigt, dass sich das Über­schrei­ten eige­ner Gren­zen loh­ne und dass Zivil­cou­ra­ge unver­zicht­bar sei. Demo­kra­tie, so ihre ein­dring­li­che Bot­schaft, sei nichts Abs­trak­tes: „Demo­kra­tie sind wir.“ Den Schluss­punkt setz­te die Abitu­ri­en­tin mit einem Zitat von Erich Käst­ner: „An allem Unfug, der pas­siert, sind nicht etwa nur die schuld, die ihn tun, son­dern auch die, die ihn nicht ver­hin­dern.“

Nach dem Auf­tritt des ABI-Ensem­bles mit „Where’d All The Time Go?“ rich­te­te der stell­ver­tre­ten­de Ober­bür­ger­meis­ter Maxi­mi­li­an Ber­nau­er sei­ne Glück­wün­sche an die Absol­ven­tin­nen und Absol­ven­ten. Das Abitur sei ein bedeu­ten­der Mei­len­stein. Schmun­zelnd griff er die häu­fig gehör­te Rede­wen­dung auf, nun begin­ne der „Ernst des Lebens“. Doch wann begin­ne die­ser eigent­lich? Schließ­lich habe er bereits mit dem Schul­ein­tritt begon­nen. Die jun­gen Men­schen hät­ten in den ver­gan­ge­nen Jah­ren viel gelernt, ihre Köp­fe sei­en voll mit Wis­sen. Nun gehe es zunächst dar­um, den Druck hin­ter sich zu las­sen. Für ihren wei­te­ren Weg wünsch­te Herr Ber­nau­er vor allem Erfolg, Geduld, Glück und Opti­mis­mus.

Im Mit­tel­punkt des Vor­mit­tags stand die fei­er­li­che Zeug­nis­über­ga­be an 89 Abitu­ri­en­tin­nen und Abitu­ri­en­ten. Zahl­rei­che Absol­ven­tin­nen und Absol­ven­ten wur­den dabei für ihre her­aus­ra­gen­den Leis­tun­gen und ihr beson­de­res Enga­ge­ment aus­ge­zeich­net.

Die bes­ten Abitur­no­ten erziel­ten Car­la Rey­gers und Jakob Koch mit einem Noten­durch­schnitt von 1,1 sowie Fan­ny Heim­ber­ger mit der Traum­no­te 1,0. Fan­ny Heim­ber­ger wur­de zudem mehr­fach geehrt, unter ande­rem mit dem renom­mier­ten Schef­fel­preis für her­vor­ra­gen­de Leis­tun­gen im Fach Deutsch. Nils Beck erhielt den Preis der Spar­kas­se Hei­del­berg für sei­ne Leis­tun­gen im Fach Wirt­schaft.

Im natur­wis­sen­schaft­li­chen Bereich über­zeug­te ins­be­son­de­re Car­la Rey­gers, die sowohl den Schoe­ten­sack-Preis für Bio­lo­gie als auch den Fer­ry-Por­sche-Preis für beson­de­re Leis­tun­gen in Mathe­ma­tik und Phy­sik erhielt. Wei­te­re Fach­prei­se gin­gen an Mathis Brom, Lil­ly Hobeck, Han­nah Kel­ler, Jan Hor­muth, Anto­nia Fischer und Jus­tus Lutz­ke.

Dar­über hin­aus wur­den zahl­rei­che Fach­prei­se, unter ande­rem in Deutsch, Eng­lisch, Spa­nisch, Mathe­ma­tik, Che­mie und Phy­sik, ver­lie­hen. Auch das Enga­ge­ment für die Schul­ge­mein­schaft fand beson­de­re Aner­ken­nung: Schü­le­rin­nen und Schü­ler wur­den für ihre lang­jäh­ri­ge Mit­ar­beit im Schul­chor, Orches­ter, Schul­sa­ni­täts­dienst sowie bei der Schü­ler­zei­tung geehrt. Der Freun­des­kreis wür­dig­te zudem elf Absol­ven­tin­nen für ihre beson­de­ren Ver­diens­te rund um das Schul­le­ben.

Für den Freun­des­kreis sprach anschlie­ßend Kon­rad­Maerz­ke, der die Zeug­nis­se als „beschei­nig­tes Wis­sen“ bezeich­ne­te. Noten und Durch­schnitts­wer­te allein sag­ten jedoch wenig über einen Men­schen aus. Wer sich nicht selbst bewe­ge, wer­de bewegt – des­halb sei­en Eigen­in­itia­ti­ve und Gestal­tungs­wil­len ent­schei­dend. Feh­ler zu machen sei dabei aus­drück­lich erlaubt.

Einen beson­ders emo­tio­na­len Schluss­punkt setz­te Eva Möh­len­bruch, die in ihrer Funk­ti­on als Gesamt­el­tern­bei­rats­vor­sit­zen­de sprach. Aus­drück­lich kei­ne klas­si­sche „Müt­ter­re­de“ soll­te es wer­den – statt­des­sen prä­sen­tier­te sie einen poe­ti­schen Text im Poet­ry-Slam-Stil, in dem sie über Auf­bruch, Frei­heit, Mut und die vie­len Wege, die nun vor den Absol­ven­tin­nen und Absol­ven­ten lie­gen, sprach. Statt Per­fek­ti­on und Lebens­pla­nung stell­te sie Neu­gier, Wag­nis und Lebens­freu­de in den Mit­tel­punkt: „Viva la vida – es lebe das Leben“. Gleich­zei­tig gab sie den jun­gen Men­schen die Gewiss­heit mit, dass Eltern auch künf­tig Rück­halt und Hei­mat blei­ben. Unter gro­ßem Applaus ende­te die Rede mit den Wor­ten: „And the best way is the way home.“

Den musi­ka­li­schen Abschluss bil­de­te die Abi-Band mit Chor und dem Song „Tage wie die­se“. Zum Abschluss lud der Freun­des­kreis zu einem Sekt­emp­fang ein, bei dem die Fei­er in ent­spann­ter Atmo­sphä­re aus­klang.

Was von die­sem Vor­mit­tag beson­ders in Erin­ne­rung blei­ben wird, ist weni­ger die Fra­ge nach Noten, Abschlüs­sen oder Künst­li­cher Intel­li­genz. Es ist die Bot­schaft, die sich durch nahe­zu alle Bei­trä­ge zog: Die Zukunft bleibt offen. Mut, Gemein­schaft, Ver­ant­wor­tung und die Bereit­schaft, für­ein­an­der ein­zu­ste­hen, wer­den wich­ti­ger sein als jede Vor­her­sa­ge. Der Abitur­jahr­gang 2026 des Max-Born-Gym­na­si­ums scheint dafür bes­tens gerüs­tet.

Text und Fotos:Tina Boz­bay­ir, Freun­des­kreis