Cern-Besuch der Phy­sik­kur­se

Nach­dem wir in unse­rem Hotel am Gen­fer See gefrüh­stückt hat­ten, sind wir um 8:30 Uhr mit der Stra­ßen­bahn zum CERN gefah­ren. Das CERN ist eine Groß­for­schungs­ein­rich­tung, die phy­si­ka­li­sche Grund­la­gen­for­schung betreibt. Das CERN hat 22 Mit­glied­staa­ten, mehr als 3.000 Mit­ar­bei­ter und ist welt­weit das größ­te For­schungs­zen­trum auf dem Gebiet der Teil­chen­phy­sik. Dort ange­kom­men besich­tig­ten wir die span­nen­den Muse­en, die uns Auf­schluss über die Funk­ti­on des CERN gaben. Am CERN wer­den der Auf­bau der Mate­rie und die fun­da­men­ta­len Wech­sel­wir­kun­gen zwi­schen den Ele­men­tar­teil­chen erforscht, also die grund­le­gen­de Fra­ge, wor­aus das Uni­ver­sum besteht und wie es funk­tio­niert.

Zudem haben wir erfah­ren, wie der Beschleu­ni­ger genau auf­ge­baut ist und was damit unter­sucht wird. Die Beschleu­ni­ger­an­la­ge besteht aus meh­re­ren ein­zel­nen Vor­be­schleu­ni­gern, wel­che die Pro­to­nen und ande­re gela­de­ne Teil­chen durch elek­tri­sche Fel­der beschleu­ni­gen und durch magne­ti­sche Fel­der auf ihrer Bahn hal­ten. In den gro­ßen Teil­chen­be­schleu­ni­gern wer­den  die Teil­chen auf nahe­zu Licht­ge­schwin­dig­keit beschleu­nigt und zur Kol­li­si­on gebracht. Mit einer Viel­zahl unter­schied­li­cher Teil­chen­de­tek­to­ren wer­den sodann die Flug­bah­nen der bei den Kol­li­sio­nen ent­stan­de­nen Teil­chen rekon­stru­iert, wor­aus sich wie­der­um Rück­schlüs­se auf die Eigen­schaf­ten der kol­li­dier­ten sowie der neu ent­stan­de­nen Teil­chen zie­hen las­sen. Am Ende errei­chen die Pro­to­nen in dem Lar­ge Hadron Col­l­i­der (=LHC), der einen Umfang von 27 km hat, Ener­gien von eini­gen Tera Elek­tron Volt (TeV). Dies ist mit einem enor­men tech­ni­schen Auf­wand für die Her­stel­lung und den Betrieb der Anla­gen sowie mit extre­men Anfor­de­run­gen an die Rech­ner­leis­tung zwecks Daten­aus­wer­tung ver­bun­den. Auch aus die­sem Grund wird das CERN inter­na­tio­nal betrie­ben und finanziert.[1]

Zum Mit­tag­essen gin­gen wir in die CERN eige­ne Men­sa, in der das Essen zwar sehr teu­er aber auch lecker war. Danach prä­sen­tier­te uns ein ehe­ma­li­ger Mit­ar­bei­ter die Geschich­te des CERN. Er erklär­te uns, wann die ein­zel­nen Beschleu­ni­ger ent­stan­den sind und wie die gan­ze Anla­ge auf­ge­baut  ist. Außer­dem klär­te er uns über die Funk­ti­on und den Zweck der For­schung auf. Die Men­schen wol­len ver­ste­hen, wie die Natur funk­tio­niert, und das auch auf einer tie­fen Teil­chen­ebe­ne. Im Anschluss führ­te uns Herr Dr. Sell­ner, ein im CERN arbei­ten­der For­scher, durch die Hal­len. Wir haben einen inter­es­san­ten Ein­blick über das For­schungs­in­sti­tut bekom­men und er erklär­te uns expli­zit sein der­zei­ti­ges For­schungs­pro­jekt, wel­ches sich mit der Spei­che­rung von Anti­ma­te­rie befasst. Die­se wird auf nied­rigs­te Tem­pe­ra­tu­ren her­un­ter gekühlt. Der­zeit hält er und sein Team einen Welt­re­kord in der längs­ten Spei­che­rung von Anti­ma­te­rie. Gegen 17:00 Uhr waren unse­re Füh­run­gen fer­tig und wir fuh­ren mit dem Bus wie­der nach Hau­se. Wir kamen um 0:30 Uhr in Neckar­ge­münd wohl­be­hal­ten an. Vie­len Dank für die tol­le Exkur­si­on!

Kai

[1] Vgl. Freie Enzy­klo­pä­die Wiki­pe­dia https://de.wikipedia.org/wiki/CERN, Abruf 09.12.1