Die Klasse 5B auf dem Schulbauernhof „Zukunftsfelder“
Nachdem schon die Klasse 5A des Max-Born-Gymnasiums in der vorletzten Woche den Biolandhof in Korntal-Münchingen übernommen hatte, durfte nun in der letzten Woche die 5B den Bauernhof für eine Woche in ihren Besitz nehmen. Die Inbesitznahme erfolgte dabei auf besondere Art und Weise, denn wie bei einem übernommenen Schiff setzten die Schülerinnen und Schüler zunächst ihre selbst gestaltete Flagge, die nun für die Dauer ihres Aufenthalts wehen würde. Und Eigentum verpflichtet – in diesem Fall zu jeder Menge Arbeit, für die die Schülerinnen und Schüler aber bestens gerüstet und motiviert auf die Reise gingen. Gummistiefel, festes Schuhwerk und den festen Willen, alle Arbeiten auf dem Hof zu erledigen und allen Tieren, die ihnen auf dem Hof begegnen würden, die bestmöglichste Pflege zukommen zu lassen. Dass Arbeit in Garten und Feld nicht immer leicht ist, das ist wohl bekannt, doch gerade die Pflege der Tiere bedeutete – auch wenn man es auf den ersten Blick vielleicht nicht so glauben mag – bei drei Kühen, neun Schweinen, zwei Enten, einigen Gänsen und rund zweihundert Hühnern eine Menge Arbeit. Denn anders als im vielleicht bekannten Streichelzoo reicht es nicht, diese zu liebkosen und zu knuddeln – auch wenn das natürlich nicht zu kurz kam. Sie wollen alle nämlich täglich einen sauberen Stall haben, gefüttert, gemolken und auf ihre Weiden gebracht und auch von dort wieder abgeholt werden. Dabei wurde von den damit beauftragten Schülerinnen und Schülern schnell erkannt, dass die Tiere eben bisweilen durchaus ihren eigenen Kopf haben, der manchmal auch ein Dickschädel sein kann. So galt es also die eine oder andere Kuh auf den rechten Weg zurückzubringen, sich der Verfolgung von Ziegen zu widmen, oder aber sich der Hühnerschar mutig zu stellen. Dazu wurde aber auch noch gekocht, gegärtnert, gespült, gemolken, frisch vom Feld geerntet, Käse und Butter produziert, und undund…Manch einer war doch davon überrascht, wie viel Arbeit in einem doch recht kleinen Hof so steckt.
Doch kam auch der Spaß dabei nicht zu kurz und es gab auch jede Menge Pausen, die zum Spielen auf dem Bolzplatz, dem Erkunden des Hofes, dem gemütlichen Beisammensein, oder auch mal zum Chillen genutzt wurden.
Auch stand der Besuch eines größeren Bauernhofs an, wo man professionellen Landwirten bei ihrer Arbeit auf einem konventionellen Milchviehbetrieb mit sehr vielen Tieren über die Schulter schauen durfte, die doch eine ganz andere ist, als es sich manche vielleicht so vorgestellt hatten.
Nach einer ereignisreichen Woche voller neuer Erfahrungen, deren Tage wie im Flug vergingen, holten die Schülerinnen und Schüler am Freitag ihre Flagge wieder ein, die ihren Platz nun erst einmal im Klassenzimmer finden soll, wo sie eine Erinnerung an diese schöne Zeit sein wird.
Text: Ole Latussek Fotos: Verena von Busekist




