Tsche­chi­en­aus­tausch 2026 unter dem Mot­to „Erin­ne­rungs­kul­tur in Tsche­chi­en nach dem 2. Welt­krieg + Umgang mit Sude­ten­deut­schen“

Nach unse­rer lan­gen Anrei­se aus Neckar­ge­münd wur­den wir freu­dig mit Geträn­ken und tsche­chi­schen Buch­ty in Jin­dřichův Hra­dec emp­fan­gen. An unse­rem ers­ten Tag in Tsche­chi­en fuh­ren wir nach Lety bei Písek und besuch­ten die dort gele­ge­ne Gedenk­stät­te eines ehe­ma­li­gen Arbeits­la­gers für Sin­ti und Roma. Mit der Besich­ti­gung des dazu­ge­hö­ri­gen Mas­sen­grabs aus der dama­li­gen Zeit wur­de uns das Leid und auch die per­sön­li­chen Geschich­ten der Sin­ti und Roma näher­ge­bracht. Die Mit­ver­ant­wor­tung der tsche­chi­schen Bevöl­ke­rung wur­de dabei auch the­ma­ti­siert. Nach die­sem schwie­ri­gen The­ma ver­brach­ten wir den rest­li­chen Tag auf einem Schiff und genos­sen dort das Buf­fet und die tsche­chi­sche Land­schaft rund um die Mol­dau. Am Mitt­woch fuh­ren wir bereits um 7:30 Uhr nach Prag. Dort nah­men wir an einem Work­shop von Post Bel­lum (eine tsche­chi­sche NGO, die das größ­te euro­päi­sche Zeit­zeu­gen­ar­chiv („Memo­ry of Nati­ons“) betreibt, um Berich­te von Über­le­ben­den tota­li­tä­rer Regime zu doku­men­tie­ren) teil, bei dem wir uns mit his­to­ri­schen The­men und per­sön­li­chen Geschich­ten aus der Ver­gan­gen­heit beschäf­tig­ten und einen stän­di­gen Per­spek­ti­ven­wech­sel ein­for­der­ten. Der Work­shop gewähr­te uns tie­fe­re Ein­bli­cke in die dama­li­ge Zeit und reg­te zum Nach­den­ken an. Nach Ende des etwas zu lan­gen Work­shops beka­men wir Zeit, um Prag in Grup­pen selbst­stän­dig zu erkun­den. Am Don­ners­tag­mor­gen tra­fen wir uns zuerst in der Schu­le, wo wir ehe­ma­li­gen Schü­lern, die dem Natio­nal­so­zia­lis­mus zum Opfer gefal­len sind, beim schul­ei­ge­nen Denk­mal gedach­ten. Anschlie­ßend besuch­ten wir eine alte Syn­ago­ge, die heu­te als Kir­che von Hus­si­ten genutzt wird. Danach wur­den wir vom Bür­ger­meis­ter und einem wei­te­ren Ver­tre­ter der Stadt herz­lich emp­fan­gen und durf­ten uns in dem „gol­de­nen“ Buch der Stadt ver­ewi­gen. Zum Abschluss unse­res Besuchs bewun­der­ten wir die dort aus­ge­stell­te Minia­tur­ei­sen­bahn. Zurück in der Schu­le erwar­te­te uns eine Vor­le­sung über die Stadt und ihre his­to­ri­sche Ver­gan­gen­heit nach dem 2. Welt­krieg und den Umgang mit den Deut­schen. Am Nach­mit­tag aßen wir gemein­sam im Les­ni Hotel in Peršlák. Dort erfuh­ren wir auch etwas über die Geschich­te des Ortes und  besuch­ten den Stein der Repu­blik, der an die deutsch-tsche­chi­sche Geschich­te des 20. Jahr­hun­derts erin­nert. Pas­send dazu besich­tig­ten wir ein aus­ge­lösch­tes Dorf von ver­trie­be­nen Sude­ten­deut­schen. Unse­ren letz­ten Abend ver­brach­ten wir mit unse­ren Gast­fa­mi­li­en, bevor wir am nächs­ten Mor­gen unse­re Rei­se zurück nach Neckar­ge­münd antra­ten.