Sucht- und Krank­heits­prä­ven­ti­on 2016

Neben Prä­ven­ti­ons­ver­an­stal­tun­gen zur Gewalt­prä­ven­ti­on, Dro­gen­prä­ven­ti­on und zu Gefah­ren in den moder­nen Medi­en für die Klas­sen sechs bis acht und der Ver­an­stal­tung „Zivil­cou­ra­ge gegen Extre­mis­mus“ durch das „Team meX“ von der Lan­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bil­dung für die zehn­ten Klas­sen, fand am 14. und 15. Juli 2016 eine Kom­pakt­ver­an­stal­tung zur Sucht- und Krank­heits­prä­ven­ti­on für die neun­ten Klas­sen statt. Im Wech­sel nah­men alle vier neun­ten Klas­sen an vier Ver­an­stal­tun­gen teil. Fré­dé­ric Bri­end, Prä­ven­ti­ons­be­auf­trag­ter am Max-Born-Gym­na­si­um, hat­te alle Ver­an­stal­tun­gen mit gro­ßem Enga­ge­ment aus­ge­wählt und orga­ni­siert.

„Ich fand es beein­dru­ckend und mutig, dass die bei­den Vor­tra­gen­den ihren Weg in die Sucht beschrie­ben haben.“, mein­te eine Schü­le­rin der 9c nach der Ver­an­stal­tung der Hei­del­ber­ger Sucht­be­ra­tung. Bea­te Vor­berg und Chris­ti­an Späth sind bei­de ehren­amt­lich beim so genann­ten „Blau­en Kreuz“ tätig und schil­der­ten den Neunt­kläss­lern sehr ein­drück­lich, wie schnell jun­ge Men­schen in die Sucht hin­ein­ge­ra­ten und wie schwer es ist, aus ihr her­aus­zu­fin­den. Chris­ti­an Späth erklär­te: „Man kann eine Sucht unter Kon­trol­le hal­ten, aber los wird man sie nie mehr. Sucht­ver­hal­ten führt jeder­zeit zu Rück­fäl­len.“ Und Bea­te Vor­berg ergänz­te: „Jeder Süch­ti­ge ent­wi­ckelt ein Sucht­ge­dächt­nis. Man kann 20 Jah­re abs­ti­nent sein, doch dann trinkt man ein Glas Sekt und ist inner­halb einer Woche wie­der voll dabei. Kon­trol­lier­tes Alko­hol­trin­ken geht bei Süch­ti­gen nicht mehr.“ Die Schü­le­rin­nen und Schü­ler konn­ten vie­le Fra­gen stel­len und lern­ten die Gefah­ren des Alko­hols und des Sub­stanz­miss­brauchs inten­siv ken­nen.

Ein wei­te­rer Bau­stein der Kom­pakt­ver­an­stal­tung wur­de den Neunt­kläss­lern durch ein Team des CCC-Cha­os im Qua­drat ver­mit­telt. Bei dem bun­des­wei­ten Pro­jekt „Cha­os macht Schu­le“ soll die Medi­en­kom­pe­tenz der Schü­ler ver­bes­sert wer­den. „Die Jungs vom Cha­os Com­pu­ter Club haben sehr anschau­lich gezeigt, wo die Gefah­ren des Inter­net und sei­ner sozia­len Netz­wer­ke lie­gen. Beson­ders hat mich beru­higt, dass sie ihre Hacker­ethik ernst neh­men und unse­ren Schü­lern nicht ver­ra­ten haben, wie man das Schul­netz atta­ckie­ren kann.“, mein­te Max Schwem­lein, Mathe-, Phy­sik- und Infor­ma­tik­leh­rer am Max-Born-Gym­na­si­um. Die Schü­le­rin­nen und Schü­ler fan­den es inter­es­sant zu sehen, dass sie bei jeder Tätig­keit im Inter­net einen „foot­print“ hin­ter­las­sen und wie die­se Daten ver­wen­det wer­den kön­nen.

Ergänzt wur­de die­se Ver­an­stal­tung durch Kata­jun Lin­den­berg, Pro­fes­so­rin an der Päd­ago­gi­schen Hoch­schu­le Hei­del­berg, und ihr Team. Sie erar­bei­te­te mit den Schü­lern zunächst den Unter­schied sowie die Vor- und Nach­tei­le der rea­len und der vir­tu­el­len Welt. Dar­auf­hin füll­ten die Schü­ler einen Fra­ge­bo­gen zum The­ma Medi­en­kon­sum aus. Eini­ge aus­ge­wähl­te Schü­le­rin­nen und Schü­ler wer­den im nächs­ten Schul­jahr am psy­cho­lo­gisch-ver­hal­tens­the­ra­peu­ti­schen Trai­nings­pro­gramm PROTECT teil­neh­men, das von Prof. Lin­den­berg ent­wi­ckelt wor­den ist und im Anschluss wis­sen­schaf­lich aus­ge­wer­tet wird.

Bau­stein Num­mer drei wur­de von der AIDS Hil­fe Hei­del­berg gestellt. Elke Adler, die im Ver­ein haupt­amt­lich tätig ist, schil­der­te den Neunt­kläss­lern den Krank­heits­ver­lauf vom HIV-infi­zier­ten Men­schen, des­sen Immun­sys­tem durch den Virus immer mehr geschwächt wird, zum AIDS Kran­ken, des­sen Immun­sys­tem bereits so geschä­digt ist, dass lebens­be­droh­li­che Krank­hei­ten auf­tre­ten. Elke Adler sprach über das Leben mit HIV, die sozia­le Aus­gren­zung und nöti­ge Auf­klä­rungs­ar­beit. Sie ver­mit­tel­te den Schü­lern: „Jeder ist für sich selbst ver­ant­wort­lich. Schützt euch beim Sex mit einem Kon­dom, denn oft wis­sen die Leu­te nicht, dass sie infi­ziert sind. Wenn jemand wis­sent­lich ange­steckt wird, ist das Kör­per­ver­let­zung.“

Beim The­ma Ess­stö­run­gen wur­den die neun­ten Klas­sen jeweils in geschlech­ter­ge­trenn­ten Grup­pen von einem Team der AOK über die Ursa­chen, Warn­si­gna­le und Fol­gen von Ess­stö­run­gen infor­miert. Mit einem Film und meh­re­ren aktu­el­len Lie­dern führ­ten sie die Schü­ler an das The­ma her­an und reg­ten in einer grup­pen­dy­na­mi­schen Übung zum Besin­nen auf die eige­nen Wer­te an – ganz wie Chris­ti­na Agui­lera singt: „You are beau­tiful no mat­ter what they say“.