Kunst­pick­nick 2017

„Betrach­ten Sie die Skulp­tur bit­te von allen Sei­ten. Was fällt Ihnen auf? Von wel­cher Sei­te gefällt Ihnen die Skulp­tur am bes­ten? War­um? Wie fühlt sich das Mate­ri­al an? Wie wir­ken die Far­ben auf Sie? Wel­chen Namen wür­den Sie der Skulp­tur geben?“ Fra­gen die­ser Art stell­ten die Schü­le­rin­nen und Schü­ler der Kunst-AG ihren Gäs­ten im Skulp­tu­ren­park der Ortho­pä­di­schen Kli­nik in Hei­del­berg Schlier­bach am 22. Juli 2017.
Das Max-Born-Gym­na­si­um koope­riert seit die­sem Schul­jahr mit der Kunst­hal­le Mann­heim. Das Pro­jekt, das von der BASF geför­dert wird, heißt SiM – Schu­len ins Muse­um. Dafür hat Fré­dé­ric Bri­end, Kunst­leh­rer des MBG, eine Kunst-AG gegrün­det, in der kunst­be­geis­ter­te Schü­le­rin­nen und Schü­ler ler­nen, sich auf Kunst­wer­ke ver­schie­dens­ter Art ein­zu­las­sen, sich die­se selbst­stän­dig zu erschlie­ßen und ihr Wis­sen dann an ande­re Jugend­li­che wei­ter­zu­ge­ben.
Dr. Doro­thee Höfert, Kunst­ver­mitt­le­rin der Kunst­hal­le Mann­heim, von der Kunst­hal­le Mann­heim ist glück­lich, dass das Pro­jekt so gut ange­lau­fen ist: „Unser Ziel ist es, dass jun­ge Men­schen mer­ken, wie viel Spaß es macht, dem eige­nen Schau­en zu ver­trau­en und sich auf Kunst ein­zu­las­sen. In unse­rer ers­ten Pha­se des Pro­jekts haben wir uns mit der Kunst im öffent­li­chen Raum befasst. Wir machen die Schü­ler start­klar dafür, ande­re Jugend­li­che mit ihren eige­nen Mit­teln zur Kunst hin zu füh­ren. Die Schü­ler der AG, alle­samt Zehnt­kläss­ler, haben sich hier­für die dia­lo­gi­sche Werk­be­trach­tung, die auf den Kunst­er­zie­her Alfred Licht­warg zurück geht, selbst erar­bei­tet.“ Hier­für hat sich die AG drei Mal im Skulp­tu­ren­park und ein Mal in Neckar­ge­münd getrof­fen und Kunst­wer­ke im öffent­li­chen Raum erar­bei­tet. Der Pra­xis­be­zug, also das eigen­stän­di­ge Her­stel­len von Ton-Plas­ti­ken und Gips-Skulp­tu­ren, erfolg­te in der Schu­le.
Eltern, Groß­el­tern, Leh­rer und Geschwis­ter­kin­der waren gekom­men, um sich von den Schü­lern der Kunst-AG im Rah­men des Kunst­pick­nicks durch den Skulp­tu­ren­park füh­ren zu las­sen. Die Schü­ler boten hier­bei an sechs Sta­tio­nen jeweils Zeit zum Betrach­ten der Skulp­tur, stell­ten den Besu­chern Fra­gen, die der Nähe­ren Betrach­tung und Beschäf­ti­gung mit dem Kunst­werk dien­ten, lie­ßen die Skulp­tu­ren abzeich­nen oder grob skiz­zie­ren und boten dann ihre eige­nen Inter­pre­ta­ti­ons­an­sät­ze an. „Es gibt kein Rich­tig oder Falsch beim Inter­pre­tie­ren einer Skulp­tur. Jeder inter­pre­tiert sie auf sei­ne Wei­se.“, erklär­te A. F. aus der Klas­se 10b. Betrach­tet wur­den sehr unter­schied­li­che Kunst­wer­ke: „Flü­gel­säu­le“, 1960, von Karl Har­tung; „Life is Move­ment“, 1996, von Hans-Micha­el Kis­sel; „Mir­rored“, 2011, von Nigel Hall; „Atlan­tis“, 1994/95, von Klaus Horst­mann-Czech; „Sola­ri­ca Y“, 1993, von Bern­hard Hei­li­ger und „Gegen­läu­fig“, 2007, von Claus Bury.
Nach ein­ein­halb Stun­den der inten­si­ven, span­nen­den und viel­sei­ti­gen Aus­ein­an­der­set­zung mit Kunst waren die Besu­cher und die Schü­ler­kunst­ex­per­ten hung­rig und es gab ein lecke­res gemein­sa­mes Pick­nick im Schat­ten.
Über Hei­ko Dani­els, der in der Kunst­hal­le Mann­heim arbei­tet, und des­sen Frau, Ina Schuch­mann, Leh­re­rin am MBG, kam der Kon­takt zwi­schen der Kunst­hal­le Mann­heim und Kunst­leh­rer Fré­dé­ric Bri­end zustan­de. Bri­end, der die Kon­zep­ti­on des äußerst ambi­tio­nier­ten und gewinn­brin­gen­den Pro­jekts „SiM – Schu­len ins Muse­um“ erstellt und die BASF als För­de­rer gewon­nen hat­te, arbei­tet nun mit Dr. Doro­thee Höfert von der Kunst­hal­le Mann­heim gemein­sam mit den Schü­le­rin­nen und Schü­lern der AG. Die Besu­cher des Kunst­pick­nicks waren begeis­tert von der Her­an­ge­hens­wei­se und Exper­ti­se der Schü­ler und wuss­ten die Arbeit von Bri­end und Höfert zu schät­zen.

Berufs- und Stu­di­en­ori­en­tie­rung 2017 der K1

Hohe Anspan­nung und gro­ße Unge­wiss­heit was sie erwar­tet – dann kam er, der Geva­test zum Auf­takt der dies­jäh­ri­gen Berufs­ori­en­tie­rungs­wo­che für die Schü­le­rin­nen und Schü­ler der Kurs­stu­fe eins. Drei Stun­den muss­ten sie schwit­zen, sich im logi­schen Den­ken, in All­ge­mein­wis­sen, in Recht­schrei­bung und räum­li­chem Vor­stel­lungs­ver­mö­gen prü­fen las­sen. Auch eine mehr­fa­che Selbst­ein­schät­zung wur­de ihnen abver­langt, um schluss­end­lich nach drei Stun­den den Test absol­viert zu haben und nun lei­der bis nach den Feri­en auf das Ergeb­nis war­ten zu müs­sen. Aber es hat sich bereits jetzt gelohnt, denn das Test­ver­fah­ren schul­te auch für so man­che Ein­stel­lungs­test bei Unter­neh­men. Hier­von sind auch der Lions­club Neckar­ge­münd und der Freun­des­kreis des MBGs über­zeugt, wes­halb sie aber­mals ihre finan­zi­el­le Unter­stüt­zung dan­kens­wer­ter Wei­se geleis­tet haben, um den doch etwas teu­ren Test für unse­re Schü­ler­schaft zu ermög­li­chen. Stell­ver­tre­tend geht der Dank an Prof. Dr. Hingst vom Lions­club und Frau Thie­mig vom Freun­des­kreis des MBGs. Am Diens­tag besuch­ten uns die Aus­bil­dungs­bot­schaf­ter des Minis­te­ri­ums für Wirt­schaft, Arbeit und Woh­nungs­bau Baden-Würt­tem­berg sowie die Stu­di­en­bot­schaf­ter des Minis­te­ri­ums für Wis­sen­schaft, For­schung und Kunst Baden-Würt­tem­berg das Max-Born-Gym­na­si­um in Hei­del­berg. Das ihr Besuch mehr als hilf­reich bei der Ori­en­tie­rung ist zeig­te sich bei der Fra­ge „Wer weiß schon, was er machen will?“ Hier mel­de­ten sich nur fünf der 40 anwe­sen­den Schü­ler der 11. Jahr­gangs­stu­fe. Da stell­te sich schon die Fra­ge: „Sind dann die ande­ren ori­en­tie­rungs­los?“ Um hier zu unter­stüt­zen, waren die Bot­schaf­ter an das Max-Born- Gym­na­si­um gekom­men. Stu­den­ten wie auch Aus­zu­bil­den­de berich­te­ten aus ihrer Erfah­rung über die Gege­ben­hei­ten im Stu­di­um und in der Aus­bil­dung. Danach konn­ten sich die Schü­ler in Klein­grup­pen genau infor­mie­ren, wie eine Aus­bil­dung als Kfz-Mecha­tro­ni­ker, Hotel­fach­mann oder Hör­akus­ti­ker aus­sieht. Für die­je­ni­gen, die sich vor­ge­nom­men haben zu stu­die­ren, gab es die Mög­lich­keit, sich mit einer Wirt­schafts­in­ge­nieu­rin, einem Betriebs­wirt und einer Jura­stu­den­tin zu unter­hal­ten. Auch wenn die Rück­mel­dun­gen am Ende der Ver­an­stal­tung bei­der­seits durch­weg posi­tiv waren und sicher­lich Gedan­ken­gän­ge ange­sto­ßen wur­den, so blieb und ist doch sicher­lich auch nach die­sem Tag der ein oder die ande­re ohne kon­kre­te Ziel­vor­stel­lung geblie­ben. Genau hier setz­te der Mitt­woch an und soll­te der Schü­ler­schaft Mög­lich­kei­ten für ein Ori­en­tie­rungs­jahr bzw. Gap Year geben. Frau Rahn von der Bun­des­agen­tur für Arbeit berich­te­te umfas­send über mög­li­che Stel­len und Orga­ni­sa­tio­nen im Aus­land und Lukas Rein­hold hielt einen fas­zi­nie­ren­den Vor­trag über die und sei­ne Tätig­kei­ten beim THW, wel­che Vor­zü­ge solch eine sozia­le, ehren­amt­li­che Tätig­keit hat und wie sie auch bei der per­sön­li­chen Ziel­fin­dung hilf­reich sein kann. Lei­der fehl­te an die­sem Tag der Drit­te im Bun­de. Das DRK soll­te eigent­lich noch über das FSJ (frei­wil­li­ges, sozia­les Jahr) und den BFD (Bun­des­frei­wil­li­gen­dienst) infor­mie­ren, sag­te aber kurz­fris­tig krank­heits­be­dingt ab. Ein gro­ßer Dank gilt an die­ser Stel­le Frau Rahn, die hier sofort ein­sprang und die not­wen­di­gen Infor­ma­tio­nen mit in ihrer Ver­an­stal­tung ver­mit­tel­te. Den Abschluss der Woche bil­de­te am Frei­tag der tra­di­tio­nel­le BOGY-Jou­re-Fixe, in dem ehe­ma­li­ge Schü­le­rin­nen und Schü­ler unse­rer Schu­le über ihren per­sön­li­chen beruf­li­chen Wer­de­gang berich­ten. Befragt man die Schü­le­rin­nen und Schü­ler schät­zen sie gera­de an die­sem For­mat, dass die Berich­te unver­blümt, ehr­lich und authen­tisch sind und somit viel Erfah­rung ver­mit­teln, sowie auch Angst neh­men. Sät­ze wie „Es ging mir doch genau­so, als ich dort geses­sen habe, wo ihr gera­de sitzt und des­halb möch­te ich Euch zei­gen, was mir gehol­fen hat!“ von Jan-Moritz Becker oder „Ihr müsst Euch unbe­dingt dar­über im Kla­ren sein, wel­cher Lern­typ ihr seid, um sicher zu ent­schei­den, ob Ihr eher an die dua­le Hoch­schu­le oder die Uni gehen wollt!“ von Domi­nik May­er ver­deut­li­chen die­se Nähe und das ehr­li­che Inter­es­se hel­fen zu wol­len. Auch Frau Rahn stand an die­sem Tag noch­mals hel­fend zur Sei­te. Sie gab der Schü­ler­schaft wich­ti­ge Infor­ma­tio­nen zu behörd­li­chen Wegen nach dem Abitur, d.h. ob, wann und wie ich mich arbeits­los mel­de oder wo wel­che Unter­stüt­zungs­gel­der bean­tragt wer­den kön­nen. Auch dies stell­te sich als sehr gewinn­brin­gend zum Abschluss der vier geball­ten Berufs- und Stu­di­en­ori­en­tie­rungs­ta­ge her­aus und run­de­te die­se Woche mehr als ab. Abschlie­ßend bleibt nur ein gro­ßer Dank an die Refe­ren­tin­nen und Refe­ren­ten und die Hoff­nung, dass es weni­ger Ziel­lo­se gewor­den sind. (FS)

Inter­view unse­rer Schü­ler­zei­tung mit Fr. Dr. Thier­ing bzgl. ihres Stra­to­sphä­ren­flu­ges

Kön­nen Sie das Pro­jekt, an dem Sie teil­ge­nom­men haben, kurz erläu­tern?

Fr.T.: SOFIA ist ein flie­gen­des Stra­to­sphä­ren-Obser­va­to­ri­um für Infra­rot-Astro­no­mie: Man säge in eine „spe­cial per­for­mance“ Boe­ing 747 ein 4m x 4m gro­ßes Loch, set­ze dort ein Tele­skop mit 2,7m Spie­gel­durch­mes­ser hin­ein und flie­ge mit dem Gan­zen so hoch wie die Luft ein sol­ches Flug­zeug über­haupt noch tra­gen kann. In die­sen Höhen von 14 km  lie­gen 99% des Was­ser­damp­fes der Atmo­sphä­re unter einem. Der Was­ser­dampf absor­biert die Infra­rot­strah­lung – also die Wär­me­strah­lung – sodass man vom Erd­bo­den auch mit dem größ­ten Infra­rot­te­le­skop kei­ne Him­mels­ob­jek­te sehen könn­te.

Wie kam es, dass aus­ge­rech­net Sie aus­ge­wählt wur­den?

Fr.T.: Ich habe ein Unter­richts­kon­zept ent­wi­ckelt, wie ich euch im NWT- und Astro­no­mie Unter­richt mei­ne SOFIA Erfah­rung und Beob­ach­tungs­tech­ni­ken im Infra­ro­ten nahe brin­gen kann. Dies hat das Aus­wahl­ko­mi­tee über­zeugt und so durf­te ich als eine(r) von 4 Leh­re­rIn­nen in Deutsch­land mit­flie­gen.

War für Sie von Anfang an klar, ob Sie zusa­gen wer­den oder hat­ten Sie Zwei­fel?

Fr.T.: Na, das hat­te ich mir natür­lich schon vor der Bewer­bung über­legt. Es wäre ja albern gewe­sen, wenn ich als die Zusa­ge Anfang Febru­ar kam, nach der gan­zen Mühe mit der Bewer­bung gesagt hät­te: ätsch ich will doch nicht mit.

Muss­ten Sie spe­zi­el­le Vor­be­rei­tun­gen tref­fen?

Fr.T.: Oh ja. Zum einem muss­te ich schon 6 Wochen vor dem Flug einen aus­führ­li­chen lücken­lo­sen Lebens­lauf ab mei­ner Geburt mit allen mög­li­chen Bele­gen der DLR und der NASA  geben. Ich glau­be, die ken­nen mich nun genau­er als ich mich selbst. Dann waren alle mög­li­chen Gesund­heits­fra­ge­bö­gen aus­zu­fül­len, – ver­rück­te Fra­gen wie: Müs­sen Sie weni­ger als alle 2 Stun­den aufs Klo? Haben Sie Höhen­angst? Kön­nen Sie aus 5 feet Sprung­hö­he sicher lan­den? Kön­nen Sie 30 min zügig ohne Pau­se mar­schie­ren? Wen sol­len wir im Fal­le Ihres Todes benach­rich­ti­gen? – Um auf eure letz­te Fra­ge zurück zu kom­men, – da hat­te ich dann doch irgend­wann gewis­se Zwei­fel.

Ja, und dazu kam das inten­si­ve Sicher­heits­trai­ning in Palm­da­le, CA, U.S.A. Man denkt evtl.:  14 km, das ist ja nicht so viel höher als ein 10 km hoher  Inter­kon­ti­nen­tal­flug, aber man muss beden­ken, dass die Dich­te der Atmo­sphä­re expo­nen­ti­ell abnimmt. Und wenn es bei SOFIA zum Kabi­nen­druck­ver­lusst kom­men wür­de, dann kann man nicht locker zur Sau­er­stoff­mas­ke grei­fen, son­dern es wür­de einem die Luft aus der Lun­ge gesaugt wer­den. Das heißt wir muss­ten die gan­ze Zeit im Flug­zeug mit einem EPOS (=Emer­gen­cy Power Oxy­gen Sys­tem) um den Hals her­um­lau­fen, das wir wie beim rich­ti­gen Astro­nau­ten­trai­ning vor­her unter wid­ri­gen Bedin­gun­gen gelernt hat­ten, uns um den Kopf zu schnal­len.

Wel­ches wis­sen­schaft­li­che Ziel hat­te der Stra­to­sphä­ren­flug? Steht dies – Ihrer Mei­nung nach – im Ver­hält­nis zum (finan­zi­el­len) Auf­wand?

Fr.T.: Um es gleich zu vor­weg sagen: Die finan­zi­el­len Kos­ten sind hoch: Ein 10 stün­di­ger Flug  kos­tet  700 000 Dol­lar. Es ist fair zu fra­gen, ob man dafür Steu­er­gel­der aus­ge­ben will. Aber bit­te macht euch klar: Das sind auch die Kos­ten für jeden ein­zel­nen Flug eines Mili­tär­flug­zeugs, und von sol­chen Flü­gen gibt es jeden Tag tau­sen­de allein in den USA und zehn­tau­sen­de welt­weit. Und auch dafür zah­len Steu­er­zah­ler. War­um muss das Mili­tär sich nicht recht­fer­ti­gen und die Wis­sen­schaft dau­ernd?

Was ist der Sinn von Grund­la­gen­for­schung? Ihr könn­tet z.B. jetzt kei­ne Zei­tung lesen, hät­te man nicht die Buch­pres­se erfun­den. Jeder ein­zel­ne Aspekt, in dem sich euer Leben von dem eines Höh­len­men­schens aus der Stein­zeit unter­schei­det begann durch Grund­la­gen­for­schung. Wie, – es war cool damals? Nun, ihr wer­det z.B. nicht mehr gefres­sen, eure Lebens­er­war­tung liegt nicht mehr bei 25 Jah­ren, ihr habt es im Win­ter warm, habt Anzieh­sa­chen, – auch ein Fuss­ball und die Han­dies sind Pro­duk­te der Grund­la­gen­for­schung.

Bei unse­ren bei­den Flü­gen in die Stra­to­sphä­re ging es z.B. dar­um die Ver­tei­lung der che­mi­schen Ele­men­te in pla­ne­ta­ri­sche Nebel zu unter­su­chen.  Was soll das? Nun, als das Uni­ver­sum ent­stand bil­de­te sich nur Was­ser­stoff. Alle wei­te­ren Ele­men­te also auch der Koh­len­stoff in unse­rem Kör­per ent­stand durch Kern­fu­si­on im Inne­ren eines Ster­nes.

Ster­ne geben am Ende ihres Lebens Tei­le ihrer Mas­se in Form von die­sen sog. pla­ne­ta­ri­schen Nebeln an den Raum zwi­schen den Ster­nen wie­der ab und unser Son­nen­sys­tem und damit auch wir sind aus sol­chem „ange­rei­cher­ten“ Mate­ri­al ent­stan­den. Ihr seid also alle „Kin­der der Ster­ne“. Die­sen Vor­gang ver­sucht man durch sol­che For­schung genau­er zu ver­ste­hen.  –Und es gab noch 10 wei­te­re genau­so fas­zi­nie­ren­de Pro­jek­te auf unse­rem Flug.Das ist aber hier zu lang. Fragt mich danach, wenn ihr es wis­sen wollt.

Wie kann man sich einen sol­chen Flug in die Stra­to­sphä­re vor­stel­len?

Fr.T.: Es ist nicht so sehr ein Welt­raum­flug gewe­sen, als eher ein tech­nisch beein­dru­cken­der Flug. Das Tele­skop ist der deut­sche Bei­trag zu SOFIA (die NASA stellt das Flug­zeug und die Infra­struk­tur): Von einem wackeln­dem Flug­zeug aus die Ster­ne scharf zu beob­ach­ten ist so schwie­rig, als ob man auf einem gal­lo­pie­ren­den Pfern in 5 km Ent­fer­nung Details eine 10 Cent Mün­ze foto­gra­fie­ren will. – Und das kann SOFIA!

Wir Leh­rer hat­ten ja außer­dem Zugang zu allen Gesprächs­ka­nä­len und genau wie bei jedem ande­ren NASA Flug frag­te unse­re ‚Mis­si­on Direk­to­rin’ (es waren übri­gens bei­den mal Frau­en J) gefühlt 20 Sta­ti­on ab, die alle ein ‚go’ geben muss­ten, bevor wir star­ten konn­ten. Ein ein­zi­ges ‚no go’ führt, wie bei unse­rem ers­ten Flug­ver­such gesche­hen, zu ‚mis­si­on end’.

Mich beein­druck­te das kon­zen­trier­te Zusam­men­wir­ken  von allen 24 Per­so­nen, die in unse­rem im Flug­zeug waren.  Das schöns­te und beein­dru­ckends­te war eigent­lich auch die­ses rei­bungs­lo­se Zusam­men­spiel zwi­schen Tech­nik, Wis­sen­schaft­lern und Natur­be­ob­ach­tung. Alle Teams waren fokus­siert auf das eine Ziel: mehr Erkennt­nis zu erlan­gen. Obwohl viel Druck auf allen lag, da ein Flug ja viel Geld kos­tet, waren alle Funk­sprü­che freund­lich und ent­spannt. Wäh­rend die Wis­sen­schaft­ler über opti­ma­le Beob­ach­tungs­zei­ten usw. dis­ku­tier­ten wur­de auch mal gelacht. Es ging dar­um Daten zum Ver­ständ­nis von  span­nen­den The­men zu sam­meln, z.B.  was genau nach dem Urknall pas­sier­ten und wie sich unser Son­nen­sys­tem gebil­det hat. All dies zeigt mir wie viel wir Men­schen errei­chen und erken­nen kön­nen, wenn wir unse­re Strei­tig­kei­ten bei­sei­te legen und uns gemein­sam auf ein Ziel kon­zen­trie­ren.

Wie hat es sich ange­fühlt, in der Stra­to­sphä­re zu sein? 

Fr.T.:  Zum einen, wie ich in mei­nem Blog stratoinge.wordpress.com berich­te­te, war ein beson­ders inten­si­ver Augen­blick als wir am Diens­tag von unse­rer schon sehr gro­ßen Beob­ach­tungs­hö­he von 40 000 feet noch ein­mal auf 45 026 feet auf­stie­gen, wobei 45 000 feet eigent­lich die Maxi­mal­hö­he für SOFIA ist, die auch nicht bei jedem Flug erreicht wird. (Nur wenn es beson­ders wenig Luft­tur­bu­len­zen gibt steigt man zu die­sen Höhen, die für die Wis­sen­schaft noch ein­mal bes­ser ist, auf). Das Flug­zeug begann leicht zu vibrie­ren. Wir flo­gen in der sog. ‚Coff­ins – Cor­ner‘ (zu deutsch im ’Sarg­de­ckel‘). Dies ist ein Bereich im Para­me­ter­raum zwi­schen Flug­ge­schwin­dig­keit und Flug­hö­he, in dem das Flug­zeug noch ein­mal höher stei­gen kann. Ver­lässt man aber die­sen schma­len Para­me­ter­raum (und fliegt z.B. zu schnell oder zu lang­sam) so wird das Flug­zeug nicht mehr von der Luft getra­gen und es stürzt ab.

Dies hat mit jedem ein­zel­nen von uns psy­cho­lo­gisch etwas gemacht. Ich habe mich plötz­lich extrem weit ent­fernt von der Erde gefühlt, als ob es ganz schwie­rig wäre zu ihr zurück zu keh­ren. Selbst die Pilo­ten haben auf ihren Sprach­ka­nä­len zwar ent­spannt und locker aber eben doch dar­über gere­det ob und wenn ja wann sie schon mal in die­sen Höhen waren.

Zum ande­ren war es sehr beein­dru­ckend zu sehen wie dünn unse­re Atmo­sphä­re ist. Wie mein alter Leh­rer Prof. Carl Sagan von der Cor­nell Uni­ver­si­ty, USA, zu sagen pfleg­te: Wäre die Erde so groß wie ein Tisch­glo­bus, dann wäre die Atmo­sphä­re dün­ner als die Lack­schicht dar­auf. Im Welt­all muss die­ser Ein­druck noch viel inten­si­ver sein. Nicht um sonst wur­den vie­le Aus­tro­nau­ten nach ihrer Rück­kehr enga­gier­te Umwelt­schüt­zer.

Gab es Momen­te, in denen Sie Ihre Ent­schei­dung bereut haben?

Fr.T.: Nun bereut nicht, denn ich wuss­te ja wor­auf ich mich ein­las­se. Aber es war eine sehr inten­si­ve Zeit. Wäh­rend des Tages gab es das umfang­rei­che Sicher­heits­trai­ning, in der Nacht flo­gen wir und irgend wann dazwi­schen habe ich mei­nen Blog geschrie­ben. Ich habe eine Woche lang pro 24 Std nur 2 Std geschla­fen. So etwas Extre­mes, Anstren­gen­des habe ich selbst wäh­rend mei­ner Stu­di­en­zeit nicht erlebt. (Ich emp­feh­le es nicht zur Nach­ah­mung).

Wür­den Sie noch ein­mal flie­gen, viel­leicht sogar wei­ter?

Fr.T.: Noch ein­mal das­sel­be: Nein, denn ich ken­ne es ja jetzt schon. Etwas ande­res: Ja. Dabei muss es für mich nicht wirk­lich noch wei­ter weg gehen, – nur span­nend und neu muss es sein.

Wenn man nicht neu­gie­rig auf etwas Neu­es ist, fin­de ich, kann man sich auch wie eine Pflan­ze ein­top­fen las­sen, denn man unter­schei­det sich nicht so sehr von ihr. Neu­gier ist für mich das Salz in der Sup­pe des Lebens und ich wür­de mich freu­en, wenn ich mög­lichst vie­le von euch über­zeu­gen könn­te, dass es span­nend ist etwas Neu­es zu erfah­ren.