Max-Born-Gym­na­si­um als „MINT-freund­li­che Schu­le“ aus­ge­zeich­net

Zu Beginn des Schul­jah­res 2016/17 wur­de das Max-Born-Gym­na­si­um zum zwei­ten Mal im Rah­men einer Ver­lei­hungs­fei­er im Tech­no­se­um in Mann­heim als „MINT-freund­li­che Schu­le“ aus­ge­zeich­net, wobei die vier Buch­sta­ben „MINT“ für Mathe­ma­tik, Infor­ma­tik, Natur­wis­sen­schaf­ten und Tech­nik ste­hen. Die Ehrung der Schu­len steht unter der Schirm­herr­schaft von Dr. Susan­ne Eisen­mann, Minis­te­rin für Kul­tus, Jugend und Sport des Lan­des Baden-Würt­tem­berg sowie der Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz KMK. Ver­lie­hen wird die­se Aus­zeich­nung von der bun­des­wei­ten Initia­ti­ve „MINT Zukunft schaf­fen“, die damit die Arbeit von Schu­len wür­digt, die her­vor­ra­gen­den Unter­richt in den MINT-Fächern leis­ten und die Schü­le­rIn­nen für Natur­wis­sen­schaf­ten und Tech­nik begeis­tern kön­nen. Dabei hat sich das Max-Born-Gym­na­si­um auf Basis eines anspruchs­vol­len und stan­dar­di­sier­ten Kri­te­ri­en­ka­ta­logs bewor­ben und einen bun­des­weit ein­heit­li­chen Aus­zeich­nungs­pro­zess durch­lau­fen. Mit die­sem „Güte­sie­gel“ soll die hohe Qua­li­tät der aus­ge­zeich­ne­ten Fächer am Gym­na­si­um Neckar­ge­münd ver­deut­licht wer­den. Sicht­bar wird die­ses Niveau in sehr vie­len Berei­chen des Schul­all­tags. So gibt es seit drei Jah­ren eine enge Koope­ra­ti­on mit dem Haus der Astro­no­mie in Hei­del­berg (HdA), in deren Rah­men sich die Schü­le­rIn­nen z.B. an einem Aste­ro­iden-For­schungs­pro­jekt und an Astro­no­mie-Work­shops betei­li­gen kön­nen. Auch wer­den die Schü­le­rIn­nen dabei u.a. bei Him­mels-Beob­ach­tungs­näch­ten und bei Besu­chen ver­schie­de­ner For­schungs­in­sti­tu­te (wie z.B. beim Deut­schen Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt) für die Natur­wis­sen­schaf­ten begeis­tert. Eine zwei­te Koope­ra­ti­on besteht mit der Päd­ago­gi­schen Hoch­schu­le in Hei­del­berg im Rah­men der Pro­jek­te „Regio­na­len Kli­ma­wan­del beur­tei­len ler­nen“ und „Kli­ma­wan­del fin­det Stadt“. Zusätz­lich neh­men die Schü­ler regel­mä­ßig an einer Viel­zahl von Wett­be­wer­ben, wie z.B. beim „Tag der Mathe­ma­tik“ oder bei lan­des­wei­ten „Robo­ter-Wett­kämp­fen“, teil. Ger­ne wer­den auch in allen Jahr­gangs­stu­fen die viel­fäl­ti­gen Ange­bo­te der Schü­ler­la­bo­re in der Metro­pol­re­gi­on wahr­ge­nom­men, u.a. bei der BASF in Lud­wigs­ha­fen, die EXPLO-Labo­re im Tech­no­lo­gie-Park Hei­del­berg oder auch das Öko­la­bor der PH in Hei­del­berg. Die MINT-Aus­zeich­nung eröff­net den Schu­len die Mög­lich­keit sich in einem Netz­werk wei­ter zu ent­wi­ckeln und auf Res­sour­cen der MINT-Part­ner zurück zu grei­fen. So kann auch in Zukunft das gro­ße Ange­bot im Bereich der MINT-Fächer wei­ter aus­ge­baut und berei­chert wer­den.

Aste­ro­iden­su­che am Max-Born-Gym­na­si­um

Wie jedes Jahr bestand für den Astro­no­mie Kurs bei uns an der Schu­le die Mög­lich­keit, an einem Inter­na­tio­na­len Aste­ro­iden-Such­pro­gramm teil zu neh­men: dem Pan-STARRS Pro­jekt. An die­sem Pro­jekt neh­men auf der gan­zen Welt aus­ge­wähl­te Schu­len teil, um neue Aste­ro­iden zu ent­de­cken oder bekann­te zu bestä­ti­gen. Dafür hat uns Frau Dr. Thier­ing am Anfang des Jah­res erst ein­mal eine Ein­füh­rung in das benö­tig­te Com­pu­ter­pro­gramm „Astro­me­tri­ca“* gege­ben und uns gezeigt, wie man in den vier Images eines Daten­pa­ke­tes, wel­che uns bereit­ge­stellt wur­den, die Aste­ro­iden erkennt und mar­kiert. Anschlie­ßend ging es dann auch schon mit der ers­ten Kam­pa­gne los in der wir dann selbst­stän­dig in Klein­grup­pen die ein­zel­nen Daten­sät­ze durch­ge­schaut haben und unser Ergeb­nis dann ein­ge­schickt haben. Wenn ein neu­er Aste­ro­id gefun­den wird, darf der Ent­de­cker die­sen nach einer lan­gen Nach­be­ob­ach­tungs­zeit und mit sehr viel Glück nach sei­nen Wün­schen benen­nen.
Bei auf­kom­men­den Fra­gen hat uns Frau Thier­ing ger­ne und gut gehol­fen.

Im zwei­ten Halb­jahr stand dann neben einer wei­te­ren nor­ma­len Pan-Stars Aste­ro­iden-Suche auch noch etwas ganz Beson­de­res auf dem Plan:
Dadurch dass wir die Part­ner­schu­le vom Haus der Astro­no­mie in Hei­del­berg sind, wur­de uns die Ehre zuteil, Deutsch­land bei einem neu­en Pilot­pro­jekt zur Suche von Trans­nep­tu­ni­schen Objek­ten (kurz „TNO“) also Objek­ten, die sich jen­seits der Pla­ne­ten­bahn des Nep­tuns bewe­gen, zu ver­tre­ten. Dazu haben wir dann wie­der Daten zuge­schickt bekom­men, die wir auf sehr weit ent­fern­te Objek­te im Son­nen­sys­tem unter­sucht haben. Dabei hat­ten wir nicht wie sonst vier Images, son­dern nur zwei, die jeweils aus den übli­chen vier Images zusam­men­ge­setzt wor­den waren. Ein TNO muss dann auf bei­den Bil­dern zu sehen sein (aller­dings mit einem Abstand von ca. 180 Pixeln).

Wir kön­nen nur hof­fen, dass es die­ses Pro­jekt noch lan­ge an unse­rer Schu­le geben wird, da es sehr viel Spaß macht und mal etwas Abwechs­lung in den Schul­tag bringt.

Astro­me­tri­ca arbei­tet mit unter­schied­li­chen Images eines Him­mels­aus­schnit­tes, die zu unter­schied­li­chen Zeit­punk­ten auf­ge­nom­men wur­den und über­ein­an­der­ge­legt wer­den. Durch „Blin­ken“, d.h. rhyth­mi­sches Durch­wech­seln der Bil­der in der Auf­nah­me­r­ei­hen­fol­ge reagiert das Mensch­li­che Auge emp­find­li­cher auf Ver­schie­bun­gen von Objek­ten. Ein Aste­ro­id muss auf einer gera­den Linie auf min­des­tens drei der vier Bil­der in gleich­mä­ßi­gem Abstand zu sehen sein.

Johan­nes Thom­mes

„Space-Day“ im Haus der Wirt­schaft in Stutt­gart

Am Diens­tag, den 4. Okto­ber 2016, traf sich der Astro­no­mie­kurs früh mor­gens am Neckar­ge­mün­der Bahn­hof, um gemein­sam mit Frau Dr. Thier­ing und Herrn Ripp die S-Bahn nach Stutt­gart zu neh­men. Nach zwei wie mit Licht­ge­schwin­dig­keit ver­gan­ge­nen Stun­den, in denen wir ein span­nen­des Astro­no­mie-Quar­tett spiel­ten, sind  wir auch schon am Haus der Wirt­schaft ange­kom­men. Gleich zu Beginn hat­ten wir die Gele­gen­heit mit ver­schie­de­nen „Bos­sen“ der Luft- und Raum­fahrt­in­dus­trie zu spre­chen, wie bei­spiels­wei­se mit Dr. Anke Kovar, der Stand­ort­lei­te­rin des DLR (Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt). Anschlie­ßend besuch­ten wir die Mes­se der neu­es­ten Inno­va­tio­nen in den Berei­chen Dro­nen-, Rake­ten- und Robo­ter­tech­no­lo­gie. Außer­dem durf­ten wir in einem Simu­la­tor mit einer Sojus-Kap­sel an die ISS (Inter­na­tio­nal Space Sta­ti­on) ando­cken und mit­hil­fe einer VR- (Vir­tu­al Rea­li­ty) Bril­le einen Spa­zier­gang auf dem Mond simu­lie­ren. Danach hol­ten wir uns an einem reich­hal­ti­gen Buf­fet ein schmack­haf­tes Mit­tag­essen. Gut gesät­tigt und zufrie­den kamen wir ins Gespräch mit einem Per­so­nal­chef (Air­bus Safran Laun­chers), einer Aus­bil­dungs­lei­te­rin mit Azu­bi (Air­bus Tesat) und zwei Stu­den­ten der Luft- und Raum­fahrt­tech­nik. Sie beant­wor­te­ten uns alle Fra­gen zu Aus­bil­dungs­mög­lich­kei­ten in ihren Unter­neh­men oder zu mög­li­chen Stu­di­en­gän­gen, um in die­ser Bran­che ein­mal arbei­ten zu kön­nen. Um den bis dahin schon ein­ma­li­gen Tag ide­al abzu­run­den, teil­ten wir uns in klei­ne Grup­pen und nah­men an ver­schie­de­nen höchst­in­ter­es­san­ten Work­shops teil. Eine Grup­pe lern­te die Gefah­ren von Welt­raum­schrott ken­nen und die ver­schie­de­nen Mög­lich­kei­ten ihn zu ent­fer­nen. Dazu wird der Müll mit­hil­fe neu­es­ter Laser­tech­no­lo­gie beschos­sen und somit von sei­ner Umlauf­bahn um die Erde abge­bracht, sodass er in der Atmo­sphä­re ver­glüht. Das dar­auf basie­ren­de Quiz wur­de von einem unse­rer Mit­schü­ler gewon­nen. Eine wei­te­re Grup­pe dis­ku­tier­te, ob die Sze­nen des Films „Der Mar­sia­ner“ rea­li­täts­ge­treu sind. Es stell­te sich her­aus, dass der Film tat­säch­lich wah­re Grund­zü­ge besitzt. Der Höhe­punkt des Tages war der sou­ve­rä­ne Sieg des „Team Dr. Thier­ing“ bei der Robo­ter Chall­enge. Es muss­te ein Robo­ter pro­gram­miert wer­den, der mit­hil­fe zwei­er Licht­sen­so­ren schnellst­mög­lich einen Par­cour absol­vie­ren soll­te. Die Ver­tre­ter unse­rer Schu­le gewan­nen mit gro­ßem Vor­sprung und die Aner­ken­nung der ande­ren Teams war ihnen gewiss. Lei­der war es dann schon wie­der Zeit für den Heim­weg…
Was für ein „abge­space­ter“ Tag!

Lean­der u. Gero