Exkur­si­on der Unter­stu­fen Astro-AG zur Lan­des­stern­war­te

Am Mi, 26.4.17 tra­fen sich die 14 Astro-AG ler mit ihrer Leh­re­rin, Inge Thier­ing, und zahl­rei­chen Eltern, die sich freund­li­cher wei­se als Fah­re­rIn­nen zur Ver­fü­gung gestellt hat­ten, vor unse­rer Schu­le. Es ging los auf den König­stuhl zur Lan­des­stern­war­te (LSW) . Dort oben wur­den wir von einer LSW-Mit­ar­bei­te­rin, Frau Ste­fa­nie Schwem­mer, begrüßt, die uns durch meh­re­re der Tele­s­kop­kup­peln führ­te. Am gro­ßen Bruce Tele­skop (25 cm Objek­tiv­durch­mes­ser)  erfuh­ren wir alles über die schein­ba­re Bewe­gung der Gestir­ne und wie man die­se mit­hil­fe der Tele­s­kop­mon­tie­rung aus­glei­chen kann.  Das Tele­skop sieht sehr gewal­tig aus, da es sich um ein Lin­sen­te­le­skop han­delt, das so lang wie die Objek­tiv – und Oku­lar­brenn­wei­te zusam­men sein muss. In der nächs­ten Kup­pel sahen wir ein Spie­gel­te­le­skop, wel­ches mit sei­nen 70 cm Spie­gel­durch­mes­ser noch viel licht­emp­find­li­cher ist. Trotz­dem war es viel kom­pak­ter gebaut, weil das Licht im Inne­ren des Fern­rohrs hin und her gespie­gelt wer­den kann. Das Tele­skop wird heu­te noch für die Beob­ach­tung licht­star­ker Qua­sa­re benutzt.

Wei­ter ging es durch die Aus­stel­lungs­räu­me. Dort durf­ten wir alle ein­mal einen ech­ten Meteo­ri­ten in die Hand neh­men. Wir wan­der­ten anschlie­ßend ent­lang des neu ange­leg­ten Pla­ne­ten­wan­der­we­ges quer durch das Gelän­de und run­de­ten schließ­lich unse­re Exkur­si­on mit einem klei­nen Pick­nick auf der Stern­war­te ab.

Thier­ing, für die Astro-AG

„Trit­sch-Win­ni­kes“ wird der neu­ent­deck­te Aste­ro­id nicht hei­ßen

 Zum aller­ers­ten Mal dür­fen Schü­ler des Neckar­ge­mün­der Max-Born-Gym­na­si­ums einem Him­mels­kör­per einen Namen geben

 Von Wer­ner Popan­da

Neckar­ge­münd. Mar­vin Trit­sch und Dway­ne Win­ni­kes sind die ers­ten Schü­ler des Max-Born-Gym­na­si­ums (MBG), die einem Aste­ro­iden einen Namen geben dür­fen. Die­sen Him­mels­kör­per ent­deckt hat­ten sie vor gut fünf Jah­ren wäh­rend ihrer Teil­nah­me an den von der Phy­sik-, Mathe­ma­tik- und Astro­no­mie­leh­re­rin Dr. Inge Thier­ing seit 2010 am MBG durch­ge­führ­ten Astro­no­mie-Wahl­kur­sen.

Kon­kret in das Blick­feld der bei­den geriet der Aste­ro­id, der die Num­mer „2012 VJ78“ erhielt, dank eines Aste­ro­iden-For­schungs­pro­jekts, das vom Hei­del­ber­ger Haus der Astro­no­mie ver­mit­telt wur­de. Über­haupt spielt die­ses „Zen­trum für Öffent­lich­keits­ar­beit und Didak­tik der Astro­no­mie“ auf dem Cam­pus des Max-Planck-Insti­tuts für Astro­no­mie (MPI) nahe des Gip­fels des König­stuhls eine wich­ti­ge Rol­le für Inge Thier­ings Schul­pro­jekt. Pro­jekt­start war im Okto­ber 2010 und seit­dem ist das MBG dabei, als eine von etwa 100 Schu­len welt­weit. Damals star­te­te die „Inter­na­tio­nal Astro­no­mic­al Search Col­la­bo­ra­ti­on“ (IASC),  – ein inno­va­ti­ves Pro­jekt ver­schie­de­ner Uni­ver­si­tä­ten unter Lei­tung von Prof. Dr. Patrick Mil­ler der Har­din-Sim­mons Uni­ver­si­ty, Abile­ne, TX, U.S.A., das sich zum Ziel setz­te, Schü­ler an ech­ter For­schung sich betei­li­gen zu las­sen. Das Tele­skop, mit wel­chem die Daten, die die Schü­ler mit­hil­fe des Com­pu­ters ana­ly­sie­ren, auf­ge­nom­men wur­den, heißt Pan-STARRS (=Pan­o­r­amic Sur­vey Telescope And Rapid Respon­se Sys­tem) und ist ein pro­fes­sio­nel­les 2m Spie­gel­te­le­skop auf dem Berg Hale­aka­la der Insel Maui, die zur Insel­grup­pe Hawaii gehört. Bei dem nun zwi­schen Mars- und Jupi­ter­bahn gefun­de­nen Aste­ro­iden „2012 VJ78“ han­del­te es sich um einen „Pro­vi­sio­nal Aste­ro­id“, also einen von unab­hän­gi­gen For­scher­grup­pen bereits bestä­tig­ten Aste­ro­iden. Zugleich erfuh­ren Dway­ne Win­ni­kes und Mar­vin Trit­sch sei­ner­zeit, dass dann, wenn in den kom­men­den bis zu zehn Jah­ren nie­mand eine frü­he­re Ent­de­ckung anmel­den kann und die Bahn­da­ten des Aste­ro­iden durch wei­te­re Beob­ach­tun­gen genü­gend genau bekannt wer­den, sie selbst dem Aste­ro­iden „2012 VJ78“ einen Namen geben dür­fen. Zehn Jah­re hat es aber gar nicht gedau­ert. Denn in die­sen Tagen, also schon nach fünf Jah­ren und dazu noch recht­zei­tig zu den 50-Jahr-Fei­er­lich­kei­ten des MBG, erhielt Inge Thier­ing von der IASC die Nach­richt, dass Dway­ne Win­ni­kes und Mar­vin Trit­sch „ihren“ Aste­ro­iden tat­säch­lich auf einen Namen tau­fen dür­fen. Damit ist das MBG sogar die ers­te Schu­le welt­weit, der die Ehre der Benen­nung eines Aste­ro­iden inner­halb der Pan­STARRS-Suche der IASC zuteil wird. Kon­kret bedeu­tet dies, dass die Inter­na­tio­na­le Astro­no­mi­sche Uni­on IAU die bei­den dama­li­gen Hob­by­as­tro­no­men, die das MBG 2014 mit dem Abitur in der Tasche ver­lie­ßen, höchst offi­zi­ell als Ent­de­cker von „2012 VJ78“ aner­kennt. Mar­vin Trit­sch nahm nach der Rei­fe­prü­fung ein Mar­ke­ting- und Anglis­tik­stu­di­um in Angriff und arbei­tet seit dem Juli letz­ten Jah­res als Key Account Mana­ger in Lon­don. Dway­ne Win­ni­kes wie­der­um absol­vier­te nach dem Abi ein Frei­wil­li­ges Sozia­les Jahr und strebt den Beruf des Ver­an­stal­tungs­fach­man­nes an. Nun Namens­ge­ber eines Aste­ro­iden zu sein, ist aus Sicht des Letzt­ge­nann­ten „eigent­lich ganz cool“. Aber da dies sein Leben nicht ver­än­de­re, sei es ihm so wich­tig auch wie­der nicht, wobei jedoch „etwas mit der Frau Thier­ing nett wäre“. Mar­vin Trit­sch berich­tet, dass er sich mit Dway­ne Win­ni­kes bereits über die Namens­ge­bung unter­hal­ten habe.Allerdings habe man fest­stel­len müs­sen, dass die „Namens­fin­dung nicht unse­re Stär­ke ist“. Doch da er „hier auf dem Gym­na­si­um eine schö­ne Zeit“ gehabt habe, könn­te es unter Umstän­den in die­se Rich­tung gehen. Was als Name par­tout nicht in Fra­ge kommt, wur­de Inge Thier­ing bereits von der IASC mit­ge­teilt. Dem­nach darf der höchs­tens aus 16 Buch­sta­ben bestehen­de Name laut der Richt­li­ni­en kein Kose­na­me sein. Eben­so wenig in Fra­ge kom­men die Namen der Ent­de­cker des Aste­ro­iden, der laut Inge Thier­ing einen Durch­mes­ser von 100 Meter auf­wei­sen dürf­te und mit einem Tem­po von zehn Kilo­me­ter in der Sekun­de durchs All düst. Gleich­falls außen vor sind die Namen sol­cher poli­ti­scher oder mili­tä­ri­scher Per­so­nen, die nicht min­des­tens seit 100 Jah­ren tot sind. Ach ja, Max Born starb zwar erst vor 46 Jah­ren, doch er war weder Poli­ti­ker noch Mili­tär, son­dern viel­mehr Mathe­ma­ti­ker und Phy­si­ker, der 1954 für sei­ne grund­le­gen­den Bei­trä­ge zur Quan­ten­me­cha­nik mit dem Nobel­preis für Phy­sik geehrt wor­den war.

Besuch des Pla­ne­ta­ri­ums & Tech­no­se­ums Mann­heim

Wie lan­ge hat sich der Astro­kurs der K1 dar­auf gefreut. End­lich stand mal wie­der einer der zahl­rei­chen Aus­flü­gen an. Und dann auch noch kurz vor den Feri­en! Am Don­ners­tag, den 6.4.2017, war es so weit. Nach­dem dem wir uns durch 3 quä­lend lan­ge Stun­den Unter­richt kämpf­ten muss­ten, durf­ten wir um 10:00 Uhr end­lich den Unter­richt ver­las­sen und mach­ten uns auf den Weg zum Bahn­hof Neckar­ge­münd Alt­stadt. Pünkt­lich um 10.17 Uhr kam die Bahn, die uns nach Mann­heim brach­te, von der Hal­te­stel­le war es nur noch eine kur­ze Fahrt mit der Stra­ßen­bahn und ein klei­ner Fuß­marsch, dann kamen wir beim Pla­ne­ta­ri­um an. Nach einer 10-minü­ti­gen War­te­zeit, die wir damit ver­brach­ten die Aus­stel­lungs­stü­cke des Pla­ne­ta­ri­ums anzu­gu­cken, wie zum Bei­spiel Bil­der unse­res Uni­ver­sums, öff­ne­ten sich die  Türen zum eigent­li­chen Teil des Pla­ne­ta­ri­ums und wir konn­ten wir einen Blick auf die Kup­pel und den Pro­jek­tor erha­schen, der uns in der fol­gen­den Stun­de Ultra schar­fe und rea­lis­ti­sche Bil­der von Ster­nen, Pla­ne­ten und schwar­zen Löchern vor­füh­ren soll­te. Als die Show dann  los­ging, bemerk­ten wir, dass uns nicht zu viel ver­spro­chen wur­de. Der Nacht­him­mel, der uns prä­sen­tiert wur­de, stand in kei­nem Ver­gleich zu dem was wir nor­ma­ler­wei­se sehen, wenn wir abends aus dem Fens­ter gucken. Dann tauch­ten wir tie­fer ein in unser Uni­ver­sum und beka­men Bil­der zu sehen, die uns nor­ma­ler­wei­se ver­bor­gen geblie­ben wären. Doch lei­der war nach einer Stun­de alles bereits vor­bei. All­zu schlimm war dies aller­dings nicht, schließ­lich stand eine wei­te­re Show auf dem Plan. Um die Zeit bis dahin sinn­voll zu nut­zen  mach­ten wir uns auf den Weg zum Tech­no­se­um neben­an. Dort beka­men wir Zeit um uns alles anzu­se­hen. Zwi­schen­durch tra­fen wir uns noch ein­mal zum gemein­sa­men Mit­tag­essen, danach durf­ten wir uns wie­der den Aus­stel­lun­gen wid­men. Es gab vie­le ver­schie­de­ne Berei­che, zum Bei­spiel zum The­ma Bio­nik oder die Geschich­te der Fahr­rä­der, bei der man ver­schie­de­ne Model­le wie das Hoch­rad oder eine Drai­si­ne aus­pro­bie­ren konn­te. Außer­dem gab es zu jedem The­ma meh­re­re inter­ak­ti­ve Ver­su­che. Um 14:45 Uhr tra­fen wir uns wie­der am Ein­gang und lie­fen zusam­men zum Pla­ne­ta­ri­um zurück, schließ­lich woll­ten wir nicht die nächs­te Show ver­pas­sen. Das The­ma der Vor­füh­rung waren schwar­ze Löcher, wie­der beka­men wir atem­be­rau­ben­de Ani­ma­tio­nen zu sehen, aller­dings war auch die­se Show nach 1 Stun­de wie­der rum. Lei­der muss­ten wir uns gleich auf den Rück­weg machen, da unse­re Bahn bereits um 16:10 Uhr ankam. Nach einer ein­stün­di­gen Rück­fahrt kamen wir wie­der in Neckar­ge­münd an. Damit war der Aus­flug zu Ende. Zwar dau­er­te er ziem­lich lan­ge, den­noch lohn­te es sich dar­an teil­neh­men, da wir Ein­drü­cke erhiel­ten, die uns sonst ver­wehrt geblie­ben wären.

And­re Zeu­mer