Ein­blick in die Welt der Lyrik – Autoren­le­sung von Aaron May­er

Am 19. März 2026 besuch­te der Gewin­ner des Hei­del­ber­ger Autor:innenpreises Aaron May­er die bei­den Deutsch-Leis­tungs­kur­se der K1.

Aaron May­er stu­diert seit 2022 in Hei­del­berg Ger­ma­nis­tik und Anglis­tik und schreibt neben Lyrik auch Musik sowie Dreh­bü­cher. Für den Hei­del­ber­ger Autor:innenpreis 2025, eine Aus­zeich­nung, die 2018 ins Leben geru­fen wur­de, um her­aus­ra­gen­de lite­ra­ri­sche Wer­ke von Autor:innen zu wür­di­gen, die eine beson­de­re Ver­bin­dung zur Stadt Hei­del­berg haben, wur­de er mit sei­nen Gedich­ten „Hym­ne des ers­ten Homo Sapi­ens, der Feu­er zur Wald­ro­dung nutz­te“, „Unser Pla­net“ und „Capri­son­nen­him­mel“ aus­ge­zeich­net, die such durch ihre the­ma­ti­sche Viel­falt und ihre außer­ge­wöhn­li­che sprach­li­che Gestal­tung aus­zeich­nen.

Zu Beginn der Autoren­le­sung gab uns Aaron May­er einen Ein­blick in sei­ne Arbeits­wei­se. Er erklär­te, dass sei­ne Gedich­te häu­fig aktu­el­le The­men auf­grei­fen, mit denen er sich zunächst inten­siv aus­ein­an­der­setzt. Erst danach ver­sucht er, sei­ne Gedan­ken und Gefüh­le dazu sprach­lich zu gestal­ten. Dabei wur­de deut­lich, dass die­ser Pro­zess nicht immer ein­fach ist: Man­che Erfah­run­gen las­sen sich nur schwer in Wor­te fas­sen, sodass manch­mal eine gewis­se Sprach­lo­sig­keit blei­ben kann. Um uns die­sen Zugang zur Lyrik näher­zu­brin­gen, stell­te er meh­re­re sei­ner Gedich­te nach­ein­an­der vor und erläu­ter­te jeweils deren Hin­ter­grund. Dadurch wur­de es deut­lich leich­ter, die Tex­te nach­zu­voll­zie­hen und ihre Aus­sa­ge zu ver­ste­hen. Inhalt­lich kreis­ten vie­le sei­ner Gedich­te um die Rol­le des Men­schen in der Welt, ins­be­son­de­re im Bezug auf Macht, Ver­ant­wor­tung und Ver­gäng­lich­keit. Einer­seits zeig­te er auf, wie stark der Mensch von sei­ner Umwelt geprägt wird, ande­rer­seits aber auch, wel­chen Ein­fluss er selbst auf die­se aus­übt. So the­ma­ti­siert etwa das Gedicht „Hym­ne des ers­ten Homo Sapi­ens, der Feu­er zur Wald­ro­dung nutz­te“ die zer­stö­re­ri­sche Kraft des Men­schen und wie er die Natur für sei­ne Zwe­cke nutzt. Auch in „Unser Pla­net“ wird ein ähn­li­cher Aspekt auf­ge­grif­fen: Es beschreibt den Wider­spruch, dass vie­le Men­schen sich der Umwelt­schä­den bewusst sind, sich jedoch gleich­zei­tig oft macht­los füh­len, etwas dar­an zu ändern.

Neben die­sen eher gesell­schaft­li­chen The­men wid­men sich ande­re Gedich­te, wie „Capri­son­nen­him­mel“, stär­ker per­sön­li­chen Erfah­run­gen. Hier ste­hen das Erwach­sen­wer­den sowie die Aus­ein­an­der­set­zung mit Tod, End­lich­keit und Ver­lust im Mit­tel­punkt.

Dar­über hin­aus sprach Aaron May­er auch über sprach­li­che Gestal­tungs­mit­tel. So erklär­te er bei­spiels­wei­se, dass er bewusst von gewohn­ten For­mu­lie­run­gen abweicht („Mar­kiert­heit“), um bestimm­te Wir­kun­gen zu erzie­len. Auch der geziel­te Ein­satz von Zeit­for­men kann dazu bei­tra­gen, Ver­gan­gen­heit und Gegen­wart mit­ein­an­der zu ver­knüp­fen, um das Gedicht abzu­run­den. Ein beson­ders inter­es­san­ter Aspekt war sei­ne Beto­nung, dass Gedich­te von jedem Leser unter­schied­lich ver­stan­den wer­den. Indi­vi­du­el­le Erfah­run­gen spie­len dabei eine ent­schei­den­de Rol­le, sodass man sich oft selbst in den Tex­ten wie­der­fin­den kann. In die­sem­Zu­sam­men­hang beschrieb er Gedich­te als eine Art „Text­land­schaft“, in der man sowohl Neu­es ent­deckt als auch sich selbst begeg­net.

Zum Abschluss hob er her­vor, wie wich­tig es sei, auch schwie­ri­ge The­men wie den Tod anzu­spre­chen und Gefüh­le nicht zu ver­drän­gen, son­dern ihnen Raum zu geben und sie in Wor­te zu fas­sen.

Inge­samt war der Besuch daher sehr berei­chernd und hat gezeigt, dass Gedich­te nicht nur Spra­che sind, son­dern auch dazu bei­tra­gen kön­nen, die Welt und sich selbst aus neu­en Per­spek­ti­ven zu betrach­ten.

Ella Bur­ck­hardt, Sophie Flat, Julika Roth, K1

Mit Neu­gier und Köpf­chen wei­ter auf Erfolgs­kurs bei Jugend forscht

Neckar­ge­münd. (nah) Mit viel Tüft­ler­geist und einer gehö­ri­gen Por­ti­on Aus­dau­er im Gepäck mach­ten sich Teil­neh­mer des Max-Born-Gym­na­si­ums Neckar­ge­münd Ende Febru­ar auf den Weg nach Hei­del­berg. Am 24. und 25. Febru­ar wur­de an der SRH Hoch­schu­le der Regio­nal­wett­be­werb von Jugend forscht aus­ge­tra­gen – und ein­mal mehr zeig­te sich, dass die Schu­le in Nord­ba­den ganz vor­ne mit­mischt. Mit sechs Grup­pen und ins­ge­samt 13 Schü­le­rin­nen und Schü­lern stell­te sie erneut die zweit­meis­ten Pro­jek­te im Wett­be­werb. Was dabei beson­ders auf­fiel: Es ging längst nicht nur ums Gewin­nen, son­dern vor allem ums Dran­blei­ben, Wei­ter­den­ken und Ver­bes­sern. Vie­le der Pro­jek­te waren kei­ne spon­ta­nen Ein­fäl­le, son­dern Ergeb­nis­se eines län­ge­ren Ent­wick­lungs­pro­zes­ses – getra­gen von der Jugend-forscht-AG unter der Lei­tung von Nele Welter. Die AG gibt es seit 2019 und sie ist seit­her eine fes­te Grö­ße im Schul­le­ben. Dafür gilt der enga­gier­ten Leh­re­rin auch der Dank des Schul­lei­ters Joa­chim Phil­ipp, der die Schü­ler zu ihrem Erfolg beglück­wünsch­te.

Die Band­brei­te der The­men war beein­dru­ckend. Lykka Dies­ner und Jose­phi­ne Poh­le aus der 7. Klas­se wag­ten sich an ein hoch­ak­tu­el­les The­ma: Sie unter­such­ten tie­ri­sche Milch und pflanz­li­che Alter­na­ti­ven, ana­ly­sier­ten Inhalts­stof­fe und stell­ten sogar eige­nen vega­nen Joghurt her. Für ihre Arbeit wur­den sie mit dem Buch­preis der BASF aus­ge­zeich­net. Eben­falls aus der 7. Klas­se stam­men Artem Yagu­din und Daniil, die sich mit dem Kli­ma­schutz beschäf­tig­ten – auf ihre ganz eige­ne Wei­se. Sie kon­stru­ier­ten einen CO₂-Staub­sauger, der mit­hil­fe von Kalk­was­ser Koh­len­di­oxid bin­det. Dahin­ter steckt ein anschau­li­cher che­mi­scher Pro­zess: Das CO₂ reagiert mit Cal­ci­um­hy­dr­o­xid zu Cal­ci­um­car­bo­nat, das als fei­ner, mil­chi­ger Nie­der­schlag sicht­bar wird und sich schließ­lich am Boden absetzt. Für die­se cle­ve­re Ver­bin­dung von Theo­rie und Pra­xis gab es den Son­der­preis Umwelt­tech­nik.

Björn Peters und Nilo Work­man aus der 8. Klas­se setz­ten auf Nach­hal­tig­keit im Bereich Was­ser­auf­be­rei­tung. Ihr Ziel: ein bio­lo­gi­scher Fil­ter, der Schwer­me­tal­le wie Kup­fer mit ein­fa­chen, kos­ten­güns­ti­gen Mate­ria­li­en wie Milch und Kie­sel­gel aus dem Was­ser ent­fernt. Ihr Pro­jekt wur­de mit dem drit­ten Preis im Bereich Che­mie bei Jugend forscht Juni­or aus­ge­zeich­net. Doch damit geben sie sich nicht zufrie­den – per­spek­ti­visch wol­len sie sogar Wege fin­den, die gefil­ter­ten Stof­fe wie­der in einen Kreis­lauf zurück­zu­füh­ren. Tech­nisch wur­de es bei Cami­la Avila und Max Kauf­mann aus der 9. Klas­se. Sie ent­wi­ckel­ten einen trag­ba­ren WLAN-Repea­ter, der kaum grö­ßer als ein Wal­kie-Tal­kie ist und im Schul­all­tag ganz prak­ti­sche Pro­ble­me löst. Wenn das Inter­net im Klas­sen­zim­mer schwä­chelt, sorgt ihr bat­te­rie­be­trie­be­nes Gerät für sta­bi­le Ver­bin­dun­gen. Die Jury hono­rier­te die­se all­tags­taug­li­che Inno­va­ti­on mit dem Hei­se Tech­nik Preis.

Ein Pro­jekt mit län­ge­rer Vor­ge­schich­te prä­sen­tier­ten Nils Orthen, Fried­rich Dies­ner und Levin Sau­ter aus der Kurs­stu­fe. Bereits im ver­gan­ge­nen Jahr hat­ten sie sich mit Droh­nen­tech­no­lo­gie beschäf­tigt, muss­ten jedoch Rück­schlä­ge ver­kraf­ten – von tech­ni­schen Defek­ten bis hin zu Zeit­pro­ble­men. Umso beein­dru­cken­der ist die Wei­ter­ent­wick­lung: Inzwi­schen gelang es ihnen, einen Droh­nen­schwarm zu rea­li­sie­ren, der über Ultra­schall mit­ein­an­der kom­mu­ni­ziert. Dafür wur­den sie mit dem drit­ten Platz im Fach­ge­biet Tech­nik belohnt. Und die Rei­se ist noch nicht zu Ende – die nächs­te Aus­bau­stu­fe ist bereits im Blick.

Nicht jeder Bei­trag wur­de mit einem Preis aus­ge­zeich­net, doch auch das gehört zum For­schungs­pro­zess. Sebas­ti­an Eurich und Andor Neme­ti aus der 8. Klas­se arbei­te­ten an einer Droh­ne zur Rei­ni­gung von Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen. Ihr Ansatz ist eben­so ein­fach wie viel­ver­spre­chend: Eine Droh­ne bringt ein Rei­ni­gungs­sys­tem an schwer zugäng­li­che Stel­len. Der Pro­to­typ über­zeug­te sie selbst noch nicht voll­stän­dig – doch genau dar­in liegt der Antrieb, wei­ter­zu­ma­chen und die Idee zu ver­fei­nern.

Dass sich die­se Beharr­lich­keit aus­zahlt, zeigt auch eine wei­te­re Aus­zeich­nung: Zum vier­ten Mal in Fol­ge erhielt das Max-Born-Gym­na­si­um den Schul­preis in Höhe von 250 Euro – eine Aner­ken­nung für das kon­ti­nu­ier­li­che Enga­ge­ment und die Qua­li­tät der Bei­trä­ge.

Text und Foto: Anna Haa­se­mann-Dun­ka

Exkur­si­on zum Pla­ne­ta­ri­um Mann­heim

Am 20.03.26 haben sich der Astro­no­mie-Kurs der K1, die NwT-Kur­se der 9. Klas­sen, Herr Lubitz­ki, Herr Latus­sek und Frau Thier­ing pünkt­lich um 8:05 Uhr am Alt­stadt­bahn­hof in  Neckar­ge­münd getrof­fen. Eine 40-minü­ti­ge S-Bahn und Stra­ßen­bahn­f­art spä­ter waren wir auch schon im Pla­ne­ta­ri­um Mann­heim.

Nach einer kur­zen Foto­ses­si­on davor, sind wir auch schon hin­ein­ge­gan­gen und konn­ten unse­re Sachen able­gen. Anschlie­ßend sind wir in den Vor­stel­lungs­raum gegan­gen, um uns die ers­te Show, “ das unsicht­ba­re Uni­ver­sum“ anzu­se­hen. Dort erklär­te uns eine Stu­den­tin der Hei­del­ber­ger Uni­ver­si­tät inter­es­san­te Fak­ten über Licht­ver­schmut­zung und den Nacht­him­mel in Mann­heim. Vir­tu­ell reis­ten wir auch auf die Süd­halb­ku­gel der Erde und konn­ten wäh­rend­des­sen beob­ach­ten, wie der Ster­nen­him­mel sich ver­än­der­te.

Ergänzt wur­de dies in der anschlie­ßen­den eine Pla­ne­ta­ri­ums-Show, in der es um das für die mensch­li­che Augen unsicht­ba­re Uni­ver­sum ging, also zum einen um Licht, dass für unse­re Augen zu kurz oder zu lang­wel­lig ist, und zum ande­ren um Gra­vi­ta­ti­ons­wel­len und um kos­mi­sche Teil­chen, die uns von den Him­mels­ob­jek­ten errei­chen. Für all dies braucht man spe­zi­el­le Tele­sko­pe, die uns dies sicht­bar­kön­nen (z.B. das James Webb  Welt­raum­te­le­skop zeigt uns im infra­ro­ten Licht Stern­ent­ste­hungs­ge­bie­te und Exo­pla­ne­ten, oder LIGO beob­ach­tet Gra­vi­ta­ti­ons­wel­len von mit­ein­a­ner ver­schmel­zen­den Schwar­zen Löchern, usw.).

Nach einer klei­nen Stär­kungs­pau­se ging es auch schon mit der zwei­ten Show, “ Our Gala­xy – a jour­ney through the Mil­ky­way“, wei­ter. Die­ser war im Unter­schied zur Vor­stel­lung davor auf Eng­lisch, da man sich damit auch in den astro­no­mi­schen Krei­sen­aus­tausch. In die­sem Film haben wir uns ver­schie­de­ne Gala­xien­ar­ten ange­se­hen und her­aus­ge­fun­den, um wel­che Gal­e­xien­art es sich bei unse­rer Milch­stra­ße han­delt (Sie ist eine Spi­ral­ga­la­xie). Außer­dem haben wir uns mit  der Ent­ste­hung von Ster­nen beschäf­tigt.

Die­se Exkur­si­on war sehr inter­es­sant und wei­ter­bil­dend und hat uns allen sehr viel Spaß gemacht.

Kazu­to K., Leni Z. 9c