„Am Schul­zen­trum ist jeder Euro gut inves­tiert“

Mul­ti­me­dia-Mul­ti-Platt­form-Klas­sen­zim­mer mit Mul­tischul-Ser­ver und Mul­tischul-Netz

 

Bür­ger­meis­ter Frank Volk ist in sei­nem Ele­ment. „Damals, 1981, war ich in der aller­ers­ten Infor­ma­tik-AG am Gym­na­si­um Neckar­ge­münd. Und ohne dem dama­li­gen Leh­rer, Herrn Rechen­bach, zu nahe tre­ten zu wol­len: Nach zwei Wochen konn­ten wir schon mehr als er“, schwärmt er von den „guten alten Zei­ten“. In der Pro­gram­mier­spra­che BASIC habe er damals gear­bei­tet, und sich bald dar­auf sei­nen ers­ten Com­pu­ter gekauft. „Mit 40 MB Fest­plat­te, damit war ich der King!“

Auch wenn sich die Zei­ten in Bezug auf die tech­ni­sche Aus­stat­tung grund­le­gend geän­dert haben: Als Infor­ma­tik­leh­rer kön­nen der stell­ver­tre­ten­de Schul­lei­ter, Aziz Iqbal, und Abtei­lungs­lei­ter Max Schwem­lein nur bei­pflich­ten: „Dass Schü­le­rin­nen und Schü­ler man­che Din­ge schnel­ler hin­be­kom­men als wir, gehört zur Natur des Infor­ma­tik­un­ter­richts.“

Bei Volk leg­te der Infor­ma­tik­un­ter­richt an unse­rer Schu­le damals die Grund­la­ge für sei­ne ers­te Kar­rie­re als EDV-Spe­zia­list bei der Volks­bank. „Ich habe damals Netz­wer­ke ein­ge­rich­tet und noch selbst Kabel gezo­gen. Des­halb weiß ich, wie wich­tig es ist, dass eine Schu­le modern aus­ge­stat­tet und auf der Höhe der Zeit ist!“

Als eine der ers­ten Kom­mu­nen bun­des­weit hat Neckar­ge­münd die Gel­der des Digi­tal­pakts Schu­le abge­ru­fen. „In den Medi­en heißt es ja immer noch, es sei nur ein Pro­zent der Gel­der bean­tragt wor­den, da sind wir dabei“, so Schwem­lein. „Wir waren schon in den Start­lö­chern, weil wir genau wuss­ten, was wir brau­chen“, erin­nert sich Iqbal. Den­noch war es nicht ein­fach: „Der Medi­en­ent­wick­lungs­plan war kom­pli­ziert zu schrei­ben, es war ein mehr­stu­fi­ges Ver­fah­ren“, so Schwem­lein. Fast sei man geneigt zu glau­ben, dass die ver­spro­che­nen Bun­des­mit­tel doch nicht so groß­zü­gig gemeint sei­en, unkt Volk.
Zum Glück funk­tio­nie­re die Zusam­men­ar­beit zwi­schen Schu­le und Schul­trä­ger in Neckar­ge­münd her­vor­ra­gend und „in gegen­sei­ti­ger Wert­schät­zung“, so Volk. „Wenn Herr Schwem­lein mit einem Vor­ha­ben ankommt, dann weiß ich schon, das hat Hand und Fuß. Er weiß genau, wovon er redet, und bean­tragt kei­nen unnö­ti­gen Schnick­schnack. Da fällt es dann auch nicht schwer, die Mit­tel auf­zu­trei­ben, die die Stadt trotz aller Lan­des- und Bun­des­mit­tel noch bei­steu­ern muss.“

Die neu­es­te Errun­gen­schaft des Schul­zen­trums hat Schwem­lein aber trotz aller Sach­kom­pe­tenz an eine Fach-Fir­ma über­ge­ben: „Unser gemein­sam mit der Real­schu­le betrie­be­ner Mul­ti-Schul-Ser­ver mit pro­fes­sio­nel­ler Fire­wall hat ein Kom­ple­xi­täts­le­vel, das auch mei­ne Fähig­kei­ten über­steigt. Da haben wir mit Herrn Wolf von der Fir­ma Netz­int einen her­vor­ra­gen­den Part­ner an der Sei­te.“

Auch die ers­ten Tests „auf Herz und Nie­ren“ hat der neue Ser­ver schon bestan­den. „Wäh­rend der zwei­ten Schul­schlie­ßung stell­ten wir fest, dass bei vol­ler Aus­las­tung unse­re schul­ei­ge­ne Cloud an ihre Gren­zen stößt. Inner­halb kür­zes­ter Zeit konn­ten wir im lau­fen­den Betrieb im Tera­byte-Bereich Spei­cher­mo­du­le nach­rüs­ten, das war groß­ar­tig.“ Wäh­rend man frü­her meh­re­re phy­si­sche Ser­ver gebraucht habe, die dann auch ent­spre­chen­de Hit­ze­ent­wick­lung und eben Ener­gie­ver­brauch hat­ten, sind jetzt meh­re­re vir­tu­el­le Ser­ver auf einem Gerät vor­han­den, wodurch auf lan­ge Sicht auch wie­der Geld und Ener­gie gespart wer­de, erklärt Schwem­lein. Maxim Wolf, Tech­ni­cal Account Mana­ger der Part­ner­fir­ma Netz­int, erläu­tert die Funk­ti­on des neu­en Ser­vers: “Wenn die Schu­len ein­mal fest­stel­len, dass zu unter­schied­li­chen Zei­ten unter­schied­li­che Aus­las­tun­gen vor­herr­schen, kann auch dyna­misch und fle­xi­bel die Ser­ver­ka­pa­zi­tät hin- und her­ge­ge­ben wer­den – aber bis­her sind wir noch lan­ge nicht im Bereich der Leis­tungs­gren­ze ange­kom­men, da ist noch viel Luft nach oben.“

Mit Abschluss der jüngs­ten Umbau­maß­nah­men sei die rein tech­ni­sche Ent­wick­lung aber „vor­läu­fig abge­schlos­sen“, so Schwem­lein. „Jetzt wol­len wir den Schwer­punkt ver­mehrt auf die Unter­richts­ent­wick­lung legen, so dass Lehr­per­so­nen wie Schü­le­rin­nen und Schü­ler den größt­mög­li­chen Nut­zen von unse­rer her­vor­ra­gen­den Aus­stat­tung haben. Daher hat sich die Schu­le auch als „Digi­ta­le Refe­renz­schu­le“ bewor­ben. Leh­re­rin­nen und Leh­rer tau­schen sich bereits jetzt infor­mell mit ihren erwor­be­nen Fähig­kei­ten aus, es fin­det viel „Ver­net­zung“ auch mit den digi­ta­len Mög­lich­kei­ten statt, unter ande­rem auch im Umgang mit den trag­ba­ren End­ge­rä­ten. „Hier wol­len wir uns aber noch wei­ter­ent­wi­ckeln – wir möch­ten gern vor­an­ge­hen und für uns maß­ge­schnei­der­te Fort­bil­dungs­an­ge­bo­te ins Haus holen, damit wir auch selbst wie­der als Mul­ti­pli­ka­to­ren für ande­re Schu­len fun­gie­ren kön­nen. „Es ist wich­tig für bei­de Sei­ten – Schü­le­rin­nen und Schü­ler wie auch Lehr­per­so­nen – dass wir die digi­ta­len Gerä­te als Werk­zeu­ge nut­zen ler­nen, um uns die Arbeit zu erleich­tern, nicht um alles noch kom­pli­zier­ter zu machen.“

Trotz­dem fal­len den Ver­ant­wort­li­chen dann doch noch Pro­jek­te ein, die die Aus­stat­tung noch kom­plet­tie­ren kön­nen: „Beson­ders in den Pha­sen des Wech­sel­un­ter­richts haben wir die Beschränkt­heit unse­res schu­li­schen Inter­net-Anschlus­ses gespürt“, so Iqbal.
„Wir sind dran, dass wir Schu­len und Rat­haus bald ans Glas­fa­ser­netz anschlie­ßen“, ver­spricht Volk. „Hal­ten Sie noch ein Schul­jahr durch – und wenn nötig, kann bis dahin auch die bestehen­de Inter­net­ver­bin­dung noch ein wenig auf­ge­stockt wer­den. Dar­an soll es nicht schei­tern“, so der Bür­ger­meis­ter. Auf lan­ge Sicht wol­le man die Ser­ver im Rat­haus und am Gym­na­si­um per Glas­fa­ser ver­bin­den, damit sie sich gegen­sei­tig spie­geln und auch im Fall von Natur­ka­ta­stro­phen kei­ne gro­ßen Daten­ver­lus­te die Fol­ge sei­en, so sein tages­ak­tu­el­ler Bezug auf die Flut­ka­ta­stro­phe in meh­re­ren Bun­des­län­dern. Den Vor­schlag von Wolf, zusätz­lich eine Dark-Fiber-Ver­bin­dung ein­zu­rich­ten, möch­te Volk in die Ent­schei­dungs­fin­dung mit­neh­men. Auch in der Fra­ge nach pro­fes­sio­nel­ler IT-Admi­nis­tra­ti­on ist man sich einig. „Es ist ja nicht sinn­voll, dass Leh­rer hier die Doku­men­ten­ka­me­ras und Bea­mer repa­rie­ren,“ fin­det Schwem­lein. „Wir Lehr­kräf­te sind für die didak­ti­sche Ent­wick­lung zustän­dig, wäh­rend es ande­re Exper­ten für die Gerä­te gibt.“  Auch hier lässt Volk durch­bli­cken, dass er den Bedürf­nis­sen der Schu­le wohl­wol­lend gegen­über­steht.
„Und wenn noch Geld übrig sein soll­te – der WLAN-Anschluss in der Sport­hal­le steht auch noch im Medi­en­ent­wick­lungs­plan“, fügt Schwem­lein hin­zu.  Auch wenn die „gro­ßen Bro­cken“ mit den hohen Beträ­gen jetzt erle­digt sind – es gibt in und an der Schu­le immer etwas zu tun und zu ent­wi­ckeln.

(We)

 

Abitur­jahr­gang 2021 geehrt

Zum zwei­ten Mal war eine fei­er­li­che Abi-Zeug­nis­fei­er durch Coro­na-beding­te Ein­schrän­kun­gen geprägt: Anstel­le einer gro­ßen Fei­er mit vie­len Gäs­ten hat­te sich der Jahr­gang auf drei Grup­pen zu je 30 Abiturient:innen auf­ge­teilt, die jeweils zwei Gäs­te mit­brin­gen durf­ten. Auch die­ses Mal betra­fen die Ein­schrän­kun­gen jedoch nur orga­ni­sa­to­ri­sche Not­wen­dig­kei­ten: von einem „Coro­na- Abitur“ konn­te kei­ne Rede sein, als am 17. 7. in der Aula des Schul­zen­trums die Absol­ven­tin­nen und Absol­ven­ten gewür­digt wur­den.

 

Wäh­rend der ein­lei­ten­den Dar­bie­tung des Cold­play- Hits „Clocks“ durch ein Ober­stu­fen- Streich­ensem­ble unter der Lei­tung von Julia Ruch wur­den Kin­der­bil­der und aktu­el­le Bil­der der Abiturient:innen ein­ge­blen­det und sorg­ten schon vor der offi­zi­el­len Begrü­ßung für man­ches Schmun­zeln und Kichern.

 

Als ers­tes rich­te­te der stell­ver­tre­ten­de Schul­lei­ter, Aziz Iqbal, das Wort an die Fest­ver­samm­lung. Stolz ver­kün­de­te er, dass am Max-Born-Gym­na­si­um gleich vier­mal die Best­no­te 1,0 ver­ge­ben wer­den konn­te. Alle Kandidat:innen, die zum Abitur zuge­las­sen wor­den waren, hat­ten es auch bestan­den, und der Durch­schnitt von 2,1 am Max-Born-Gym­na­si­um kann sich auch im über­re­gio­na­len Ver­gleich sehen las­sen.

In sei­ner Rede schlug Iqbal nicht nur einen Bogen aus der fer­nen Ver­gan­gen­heit in die Zukunft, son­dern ver­band auch mit­tel­eu­ro­päi­sches Den­ken mit Phi­lo­so­phien ande­rer Kul­tu­ren. „Erwerbt Wis­sen, selbst wenn dafür eine Rei­se nach Fern­os­ten unab­ding­bar ist“, zitier­te er einen ara­bi­schen Gelehr­ten des 6. Jahr­hun­derts, aus der gol­de­nen Zeit der Per­sisch-Ara­bi­schen Hoch­kul­tur der Wis­sen­schaft und For­schung. Damals waren Biblio­the­ken Pil­ger-Orte, Quel­le des Wis­sens für For­schen­de der Zeit, und vie­le Lern­wil­li­gen aus die­ser Zeit muss­ten in der Tat gro­ße Stra­pa­zen auf sich neh­men, um Wis­sen zu erwer­ben. Wäh­rend die Schü­le­rin­nen und Schü­ler des Max-Born-Gym­na­si­ums „kei­ne ande­re Wahl“ hat­ten als sich auf eine Rei­se zum Wis­sen zu bege­ben, gab Iqbal zu beden­ken, auch im 21. Jahr­hun­dert sei der Schul­be­such auf die­ser Welt kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit.

 

“Kei­ne ande­re Wahl” hat­ten die Abitu­ri­en­tin­nen und Abitu­ri­en­ten auch nicht, als die Coro­na-Pan­de­mie die Welt radi­kal ver­än­der­te. Iqbal lob­te das Durch­hal­te­ver­mö­gen und die psy­chi­sche Stär­ke, die die jun­gen Men­schen gezeigt haben, wäh­rend ihr Leben von der Pan­de­mie durch­ge­schüt­telt wur­de. Prä­senz­un­ter­richt, Distanz­un­ter­richt, Wech­sel­un­ter­richt in ver­schie­de­nen Pha­sen und Mischun­gen, daheim iso­liert, mit beschränk­ten Mög­lich­kei­ten der Frei­zeit­ge­stal­tun­gen, unge­wohn­ten Abläu­fen, abge­sag­ter Stu­di­en­fahrt, und nicht zuletzt einem stark ein­ge­schränk­ten Sozi­al­le­ben – auf vie­le Din­ge, die die­se wich­ti­ge Lebens­pha­se nor­ma­ler­wei­se prä­gen und zu einer beson­de­ren Zeit machen, muss­te die­ser Jahr­gang ver­zich­ten. Statt­des­sen haben die jun­gen Men­schen ihr Leben neu struk­tu­riert und das indi­vi­du­el­le Ler­nen per­fek­tio­niert, in kür­zes­ter Zeit Tech­nik und Metho­dik des Online­ler­nens erar­bei­tet, und die­se her­aus­for­dern­de Zeit rund­um erfolg­reich bewäl­tigt. Dafür sprach Iqbal ihnen sei­nen gro­ßen Respekt aus.

 

Her­aus­for­de­run­gen gab es aller­dings auch für die Lehr­per­so­nen, denen Iqbal eben­falls sei­nen Dank und Respekt für ihr Enga­ge­ment und ihre Fle­xi­bi­li­tät im Umgang mit immer neu­en Vor­ga­ben und Rand­be­din­gun­gen aus­sprach. Hier­für hat­te der Schul­trä­ger bes­te tech­ni­sche Mög­lich­kei­ten bereit­ge­stellt, beson­ders die digi­ta­le Aus­stat­tung der Klas­sen­räu­me und die Ver­sor­gung der Lehr­per­so­nen mit iPads. Iqbal rich­te­te sei­nen per­sön­li­chen Dank an den anwe­sen­den Bür­ger­meis­ter Frank Volk, dem es ein Her­zens­an­lie­gen war, an der Fei­er die­ser „ers­ten gro­ßen Prü­fung die­ser jun­gen Men­schen“ teil­zu­neh­men, wenn­gleich er in Anbe­tracht des gestraff­ten Zeit­plans von drei­mal einer Stun­de auf ein Gruß­wort ver­zich­tet hat­te.

 

Auch eini­ge Denk­an­stö­ße gab Iqbal den jun­gen Erwach­se­nen mit auf den Weg. So mahn­te er in Anbe­tracht der sich ver­än­der­ten Gesell­schaft Respekt im Mit­ein­an­der an. Hier zitier­te er den ehe­ma­li­gen Fuß­ball­pro­fi Gerald Asa­mo­ah: „Man­che Men­schen spü­ren es nicht, dass sie durch ihre ver­ba­len Äuße­run­gen ande­ren Men­schen weh­tun“.  Auch hier den Wert der Bil­dung beto­nend, schloss Iqbal: „Wis­sen ist das ein­zi­ge Instru­ment, das einen in die Lage ver­set­zen kann, die Gefüh­le der Mit­men­schen nach­zu­voll­zie­hen.“ Hier­in lie­ge die Basis für respekt­vol­len Umgang mit­ein­an­der.

Auf der Mün­ze, die für die drei bes­ten Abitur­leis­tun­gen ver­ge­ben wur­de, ist ein Aus­spruch von Sophie Scholl auf­ge­prägt: „Ein Gefühl, was Recht und Unrecht ist „. Auch die­sen mora­li­schen Kom­pass wünsch­te Iqbal den jun­gen Men­schen für ihre zukünf­ti­gen Schrit­te im Erwach­se­nen­le­ben. Abschlie­ßend zitier­te er den US-Liba­ne­si­schen Phi­lo­so­phen Kha­lil Gibran: „Nie­mand kann euch etwas eröff­nen, das nicht schon im Däm­mern eures Wis­sens schlum­mert.“

 

Die Schef­fel-Preis­trä­ge­rin Leo­nie Burk­hardt stell­te ihre Abitur­re­de unter das Mot­to eines Sprich­worts: „Beur­tei­le nie ein Buch anhand sei­nes Ein­bands.“ Dies über­trug sie auf ihre Mitschüler:innen, die ein­an­der mit vie­len Erleb­nis­sen bes­ser ken­nen­ge­lernt haben als nur die äuße­re Erschei­nung. Burk­hardt blickt auf die ver­gan­ge­nen Mona­te und Jah­re zurück.

Das MBG, eigent­lich „nur eine Bil­dungs­ein­rich­tung“, ist für Leo­nie und ihren Jahr­gang „Bestand­teil unse­rer Jugend“ gewor­den. „Ein Ort, an dem wir Freund­schaft geschlos­sen haben, über uns hin­aus­ge­wach­sen sind, an unse­rer Zukunft geschmie­det, Träu­me und Hoff­nun­gen ent­wi­ckelt haben.“ Sie dank­te allen, die die­sen Ort zu einem sol­chen Lebens­raum gemacht haben, allen vor­an den Lehr­per­so­nen, die „Bil­dungs­auf­trag und Mensch­lich­keit“ ver­mit­telt hät­ten, die „größ­ten unbe­sun­ge­nen Hel­den unse­rer Zeit“, denen sie für Enga­ge­ment und Lei­den­schaft dankt.

Für die zwei­te Grup­pe folg­te auf die Rede der Abitu­ri­en­tin ein beson­de­rer Genuss: Bene­dikt Mac­Gre­gor-Mil­lar ver­zau­ber­te am Flü­gel mit dem zwei­ten Satz von Beet­ho­vens Pathé­tique-Kla­vier­so­na­te.

 

Ober­stu­fen­be­ra­ter Flo­ri­an Gün­zel ver­las im Anschluss die Namen der Abiturient:innen, die auf der Büh­ne ihre Zeug­nis­se ent­ge­gen­nah­men und in vie­len Fäl­len auch schul­in­ter­ne und exter­ne Prei­se für her­aus­ra­gen­de Leis­tun­gen in den ver­schie­dens­ten Berei­chen erhiel­ten. Eva Hant­mann und Anna Rein­hold dank­ten im Namen des Abitur­jahr­gangs beson­ders dem Ober­stu­fen­be­ra­ter Flo­ri­an Gün­zel und dem stell­ver­tre­ten­den Schul­lei­ter Aziz Iqbal für ihre her­vor­ra­gen­de und umsich­ti­ge Betreu­ung und Unter­stüt­zung in den tur­bu­len­ten Ober­stu­fen­jah­ren. Ihren Dank für die Unter­stüt­zung wäh­rend ihrer gan­zen Schul­zeit rich­te­ten sie auch an Schul­lei­ter Joa­chim Phil­ipp, der lei­der nicht per­sön­lich anwe­send sein konn­te.

 

Im Namen der Eltern ergriff Eltern­bei­rats­vor­sit­zen­de Eva- Maria Krä­mer das Wort. Mit einem Zitat der Pop­grup­pe Unhei­lig, „Gebo­ren um zu leben, für die­sen einen Augen­blick“ skiz­zier­te sie die Eltern­per­spek­ti­ve. Waren die heu­ti­gen jun­gen Erwach­se­nen nicht gera­de eben dem Win­del­al­ter ent­wach­sen und ste­hen nun mit­ten im Leben, des­sen ers­ten wich­ti­gen Abschnitt sie erfolg­reich hin­ter sich gebracht hat­ten? Gemäß Goe­thes Sinn­spruch „Man feie­re nur, was glück­lich voll­endet ist“ gra­tu­lier­te sie zur Voll­endung der Schul­zeit und wünsch­te fröh­li­ches Fei­ern.

Im Namen des Freun­des­krei­ses sprach des­sen Vor­sit­zen­der Syn­co de Vogel ein Gruß­wort. Er woll­te „100 Mona­te am Max-Born-Gym­na­si­um nicht auf 15 Mona­te Pan­de­mie redu­zie­ren“, son­dern rich­te­te sei­ne Auf­merk­sam­keit auf „1000 wei­te­re Geschich­ten und schö­ne Din­ge, die euch mal an die Schu­le erin­nern wer­den.“ Gemäß Heming­way wer­de merk­wür­di­ger­wei­se die Schul­zeit trotz aller Kri­sen und Her­aus­for­de­run­gen ein­mal die „gute alte Zeit“ sein.

Ein extra ein­ge­rich­te­ter Abitur-Mini-Chor unter der Lei­tung von Sabi­ne Krings mit Alva­ro Blu­men­stock am Flü­gel besang den Taten­drang und den Lebens­mut, der allen Wid­rig­kei­ten ent­ge­gen­steht, mit dem Queen-Hit „Don’t stop me now“, der die Fei­er wür­dig beschloss.
(We)

 

Digi­ta­le Dia­lo­ge – „Ask the cura­tor“ und „Was ist eigent­lich ein Bild?“

Die Coro­na-Pan­de­mie hat gezeigt, dass Leh­ren und Ler­nen zeit- und orts­un­ab­hän­gig statt­fin­den kann. Die Rück­kehr in den Prä­senz­un­ter­richt stellt daher zwangs­läu­fig allen am Schul­le­ben Betei­lig­ten die Fra­ge, wie man die Erfah­run­gen und Erkennt­nis­se der letz­ten Mona­te auch in Zukunft sinn­voll in den Schul­all­tag inte­grie­ren kann. Eine Mög­lich­keit könn­te die vir­tu­el­le Ver­net­zung mit außer­schu­li­schen Part­nern und Expert:innen sein, die schnell und unkom­pli­ziert zu soge­nann­ten „Digi­ta­len Dia­lo­gen“ in den Unter­richt ein­ge­la­den wer­den kön­nen. Hier­bei tre­ten Schüler:innen wäh­rend des Unter­rich­tes über ein Video­kon­fe­renz­tool mit außer­schu­li­schen Part­nern oder Expert:innen in Kon­takt und tau­schen sich mit die­sen zu bestimm­ten The­men aus. Der Leis­tungs­kurs Bil­den­de Kunst K2 führ­te gemein­sam mit dem Kunst­leh­rer, Fré­dé­ric Bri­end, Ende Juni 2021 gleich zwei „Digi­ta­le Dia­lo­ge“ durch. Das ers­te vir­tu­el­le Tref­fen fand mit Dr. Sebas­ti­an Baden, Kura­tor für zeit­ge­nös­si­sche Kunst, Skulp­tur und Neue Medi­en an der Kunst­hal­le Mann­heim, sowie Dr. Doro­thee Höfert, Lei­te­rin der Kunst­ver­mitt­lung, statt. The­men des gemein­sa­men Aus­tau­sches waren u.a. das Kura­tie­ren von vir­tu­el­len und ana­lo­gen Aus­stel­lun­gen im musea­len Kon­text sowie die Ver­än­de­rung der Muse­ums­land­schaft durch die Coro­na- Pan­de­mie. Dr. Sebas­ti­an Baden berich­te­te den Schüler:innen aus­führ­lich von den vie­len Her­aus­for­de­run­gen, die bei der Pla­nung und Umset­zung einer Aus­stel­lung als Kura­tor bewerk­stel­ligt wer­den müs­sen. Auf die Fra­ge von Cami­la, inwie­fern sich die Aus­wir­kun­gen der Coro­na-Pan­de­mie auch in der Kunst­hal­le Mann­heim bemerk­bar machen, berich­te­te Frau Dr. Doro­thee Höfert über­wie­gend von den vie­len posi­ti­ven Erkennt­nis­sen und Erfah­run­gen, wie z.B. Online-Füh­run­gen oder vir­tu­el­le Muse­ums­be­su­che, die, obwohl die Kunst­hal­le Mann­heim im Bereich „Digi­ta­li­sie­rung“ als Kunst­mu­se­um ein Vor­rei­ter in der Regi­on ist, erst durch die Schlie­ßun­gen der Kunst­hal­le wäh­rend der Lock­downs ver­stärkt kon­zi­piert und ange­bo­ten wor­den sind. Dr. Sebas­ti­an Baden ergänz­te, dass auch die Kunst­hal­le Mann­heim in Zukunft ihr digi­ta­les Ange­bot für Besucher:innen aus­bau­en wird, zumal die Kunst­hal­le Mann­heim gemein­sam mit dem Kunst­mu­se­um Stutt­gart für die Ent­wick­lung digi­ta­ler Pro­jek­te seit Beginn des Jah­res 2020 vom Fonds Digi­tal der Kul­tur­stif­tung des Bun­des geför­dert wird. „Vom Werk zum Dis­play“, so der Titel des geför­der­ten Pro­jek­tes, soll in den nächs­ten Jah­ren expe­ri­men­tel­le For­ma­te kon­zi­pie­ren, die das Poten­zi­al digi­ta­len Kura­tie­rens und Ver­mit­telns aus­schöp­fen. Trotz der vie­len neu­en und zukünf­ti­gen digi­ta­len Mög­lich­kei­ten waren sich am Ende des vir­tu­el­len Tref­fens alle einig, dass das musea­le Aus­stel­lungs­er­leb­nis vor Ori­gi­na­len auch in Zukunft eine Berei­che­rung für außer­schu­li­sche Ver­an­stal­tun­gen blei­ben wird.
Nur weni­ge Tage nach dem ers­ten digi­ta­len Dia­log fand bereits ein zwei­tes vir­tu­el­les Tref­fen statt. Die­ses Mal traf der Leis­tungs­kurs wäh­rend des Unter­richts online den Künst­ler Tobi­as Hant­mann. Der 1976 in Kemp­ten gebo­re­ne Maler stu­dier­te an der Kunst­aka­de­mie Düs­sel­dorf und an der Hoch­schu­le der Küns­te Ber­lin, wo er bei Georg Base­litz Gast­stu­dent war. Hant­mann, der wäh­rend der Ver­an­stal­tung in sei­nem Ber­li­ner Ate­lier saß, berich­te­te zunächst von sei­nem künst­le­ri­schen Wer­de­gang, sei­ner Arbeits­wei­se sowie künst­le­ri­schen Inten­ti­on und prä­sen­tier­te den Schüler:innen ein brei­tes Spek­trum an Male­rei­en, die in den letz­ten Jahr­zehn­ten ent­stan­den sind. Beson­ders span­nend für die Schüler:innen war dabei sei­ne künst­le­ri­sche Aus­ein­an­der­set­zung mit dem The­ma „Land­schaft“, da eines der aktu­el­len BK-Schwer­punkt­the­men der Kurs­stu­fe sich eben­falls mit die­ser The­ma­tik beschäf­tigt. Hant­mann ent­wi­ckelt seit meh­re­ren Jah­ren ver­schie­de­ne Werk­grup­pen, die grund­le­gen­de Fra­gen zu Male­rei und Bil­dern stel­len und deren Bedin­gun­gen unter­su­chen. Hier­bei inter­es­siert ihn auch die unter­schied­li­che Mate­ri­al- und Ober­flä­chen­be­schaf­fen­heit sei­ner Bild­trä­ger. So mal­te er u.a. Licht­re­fle­xio­nen auf die Böden von Koch­töp­fen, mono­chro­me Farb­flä­chen auf groß­for­ma­ti­ges Schleif­pa­pier oder Stadt­an­sich­ten in die Ober­flä­che von Velours­tep­pi­chen. Ein­drucks­voll berich­te­te Hant­mann von einem gel­ben Tep­pich, auf des­sen Flor der Velours-Ober­flä­che er mit­hil­fe ver­schie­de­ner Werk­zeu­ge wie Pin­sel, Nägel oder Linea­len die Was­ser­fon­tä­nen des Freu­den­städ­ter Markt­plat­zes nach einer Foto­vor­la­ge gekämmt hat. Die­sen Tep­pich nahm Hant­mann mit auf einen road-trip durch Deutsch­land, Öster­reich, Slo­we­ni­en und Kroa­ti­en, um das Bild mit Rah­men und Beleuch­tung an ver­schie­de­nen Orten im Frei­en aus­zu­stel­len.
Im Anschluss an sei­ne Prä­sen­ta­ti­on trat Hant­mann mit den Schüler:innen in einen 60-minü­ti­gen Dia­log und beant­wor­te­te zahl­rei­che Fra­gen der Schüler:innen – sowohl zu sei­nem Leben als frei­er Künst­ler und sei­nen Arbei­ten als auch zu den Auf­nah­me­kri­te­ri­en sowie den Abläu­fen eines Kunst­stu­di­ums. Dabei kam auch die Fra­ge auf, ob man sich heut­zu­ta­ge als Künst­ler in einer Kul­tur der Digi­ta­li­tät nicht zwangs­läu­fig noch inten­si­ver mit der Fra­ge aus­ein­an­der­set­zen muss: „Was ist eigent­lich ein Bild?“