Ken­nen­lern­fest am MBG

Gemein­sam fröh­lich sin­gend begrüß­ten die frisch­ge­ba­cke­nen Fünft­kläs­ser am Sams­tag, den 8. Okto­ber 2022 ihre Eltern in der Aula des Max-Born-Gym­na­si­ums. Dort hat­ten sich die Eltern der Fünft­kläss­ler, die Paten der 5. Klas­sen und die Klas­sen- und Haupt­fach­leh­re­rin­nen und -leh­rer der Schul­neu­lin­ge ver­sam­melt.

Mit dem „See­schlan­gen­song“, einem Herbst­lied und dem pep­pi­gen „Come on let’s sing a song“ zeig­ten sie, was sie in so kur­zer Zeit bereits mit ihren Musik­leh­re­rin­nen Kat­rin Kieck­hä­fer-Wüst, Lil­li Schuh, Julia Ruch und dem Musik­leh­rer Alva­ro Blu­men­stock ein­stu­diert hat­ten und wie viel Spaß ihnen der gemein­sa­me Auf­tritt berei­te­te.

Musik- und Klas­sen­leh­re­rin Julia Ruch erzähl­te: „Bei der Pro­be am Frei­tag ging es noch ein biss­chen aus­ge­las­se­ner zu: da wur­de auf der Büh­ne rich­tig getanzt, bis sie wackel­te – das haben sich die Fün­fer beim gro­ßen Auf­tritt dann doch nicht getraut, aber die Freu­de beim gemein­sa­men Sin­gen war zu sehen und zu hören.“

Im Anschluss an die Begrü­ßung durch Schul­lei­ter Joa­chim Phil­ipp ging es gemein­sam mit den Klas­sen­pa­ten auf eine Neckar­ge­münd-Ral­lye.

Wäh­rend­des­sen stell­te Syn­co de Vogel, ers­ter Vor­sit­zen­der, die Arbeit des Freun­des­krei­ses sowie zahl­rei­che geför­der­te Schul­pro­jek­te vor. Bei Kaf­fee, Kuchen, Muf­fins, Lau­gen­stan­gen und Piz­za Mar­gha­ri­ta war im Anschluss Gele­gen­heit zum Plau­dern mit ande­ren Eltern, den Leh­re­rin­nen und Leh­rern sowie den Mit­glie­dern des Freun­des­krei­ses, der das Fest aus­rich­te­te.

Ganz drin­gend wer­den neue akti­ve Mit­glie­der gesucht, die ger­ne bei schu­li­schen Fes­ten mit­hel­fen und außer­dem mit­ent­schei­den möch­ten, wel­che schu­li­schen Pro­jek­te und Ver­an­stal­tun­gen geför­dert und unter­stützt wer­den.

Wie war das Leben in der DDR?

„Ihr lebt in einer Demo­kra­tie, das ist die ein­zi­ge Gesell­schafts­form, die ihr kennt und ihr genießt eine ziem­lich gro­ße Mei­nungs­frei­heit. Auch wenn wir natür­lich nicht im Para­dies leben, ist unser Leben in der BRD sehr viel bes­ser als alles, was man in der DDR erlebt hat! Sorgt in eurem Leben dafür, dass die Demo­kra­tie wei­ter besteht – alle Alter­na­ti­ven sind schlech­ter,“ rüt­tel­te Rai­ner Eppel­mann die Kurs­stu­fen­schü­ler des MBG bei sei­nem Vor­trag am 29. Sep­tem­ber wach. Eppel­mann war, nach­dem er im DDR-Regime als Oppo­si­tio­nel­ler für Auf­se­hen gesorgt hat­te, 1990 Minis­ter für Abrüs­tung und Ver­tei­di­gung in der letz­ten, ein­zig frei gewähl­ten DDR-Regie­rung.
Er schil­der­te den Jugend­li­chen ein­drück­lich und leben­dig, wie repres­siv das Leben in der DDR für Men­schen war, die frei ihre Mei­nung sagen woll­ten und nicht ein­ver­stan­den waren mit der Dik­ta­tur. Nicht nur aus sei­nem eige­nen Leben, son­dern auch aus dem Leben sei­ner Weg­ge­fähr­ten berich­te­te er, wie schwie­rig und gefähr­lich es war, sich für Bür­ger­rech­te und freie Wah­len ein­zu­set­zen.
Immer wie­der rich­te­te er die Fra­ge an die Schü­ler: „Was macht das aus Men­schen, die nur stu­die­ren dür­fen oder ein Auto kau­fen dür­fen oder beruf­li­che Auf­stiegs­chan­cen haben, wenn sie treu der Staats­li­nie fol­gen? Was macht das aus Men­schen, wenn sie jeden Tag indi­rekt erpresst wer­den, treue Unter­ta­nen zu sein?“
Zeit sei­nes Lebens hat sich Rai­ner Eppel­mann poli­tisch enga­giert und mit klu­gen Tak­ti­ken und Hart­nä­ckig­keit dafür gesorgt, dass letzt­end­lich die Frei­heit sieg­te. „Wir woll­ten eine völ­lig ver­än­der­te DDR. Wir woll­ten eine fried­li­che Revo­lu­ti­on, eine tota­le Ver­än­de­rung der Gesell­schaft – ohne Tote und ohne Krieg. Wir wuss­ten, dass wir ins Gefäng­nis kom­men, wenn auch nur ein Fehl­tritt pas­siert – daher sind wir mit Ker­zen in der Hand ganz fried­lich mar­schiert.“ Des­halb und durch die groß­ar­ti­gen Neue­run­gen durch Michail Gor­bat­schows Poli­tik konn­te die Deut­sche Ein­heit letzt­end­lich erreicht wer­den.
„Die Deut­sche Ein­heit ist nicht vom Him­mel gefal­len. Sie ist uns auch nicht geschenkt wor­den von der UNO oder sonst jeman­dem. Nein, sie muss­te hart erkämpft wer­den!“, so Eppel­mann.
Er erin­ner­te an die zig­tau­send DDR-Bür­ger, die bei ihren Flucht­ver­su­chen erschos­sen, ver­wun­det oder ein­ge­sperrt wor­den waren. Man­che gin­gen absicht­lich in den Knast, in der Hoff­nung, dass sie von der BRD frei­ge­kauft wer­den. Demons­tra­tio­nen waren nicht zu jedem Anlass erlaubt, so etwas wie Fri­days for Future wäre nie­mals denk­bar gewe­sen. Wenn man sich als Grup­pe zusam­men­tun woll­te, muss­te man dies in der Kir­che tun.
Eppel­mann, der wegen sei­ner staats­feind­li­chen Gesin­nung kein Abitur machen durf­te und nur zu einer Leh­re als Dach­de­cker und spä­ter Maue­rer zuge­las­sen wur­de, stu­dier­te spä­ter Theo­lo­gie und war als Pfar­rer tätig. Meh­re­re Male plan­te das Minis­te­ri­um für Staats­si­cher­heit die Ermor­dung des oppo­si­tio­nel­len Pfar­rers, doch die Atten­ta­te schlu­gen fehl.
Von 1990 bis 2005 war Rai­ner Eppel­mann Mit­glied des Deut­schen Bun­des­tags und seit 1998 ist er Vor­sit­zen­der der Bun­des­stif­tung zur Auf­ar­bei­tung der SED-Dik­ta­tur.
Schul­lei­ter Joa­chim Phil­ipp dank­te Rai­ner Eppel­mann sehr herz­lich für den leben­di­gen Vor­trag zum Leben in der Dik­ta­tur. Mög­lich gemacht hat­te den Besuch Prof. Gert Weiss­kir­chen, ehe­ma­li­ger Abge­ord­ne­ter im Bun­des­tag.

Ich will dich seg­nen und du sollst ein Segen sein

Am 23. Sep­tem­ber 2022 wur­de unter dem Mot­to „Ich will dich seg­nen und du sollst ein Segen sein“ der Ein­schu­lungs­got­tes­dienst in der Arche Neckar­ge­münd gefei­ert. Vero­ni­ka Keyl und Lui­sa Muck­le aus der Reli­gi­ons­fach­schaft hie­ßen die Schul­neu­lin­ge und ihre Klas­sen­leh­rer­teams gemein­sam mit Gottesdiensthelfer*innen aus der 6a und der gesam­ten Fach­schaft Reli­gi­on herz­lich will­kom­men.

Begrüßt wur­den sie mit dem Lied „Die Ker­ze brennt, ein klei­nes Licht“, wel­ches von Sabi­ne Krings am Kla­vier beglei­tet wur­de. „Ein­ein­halb Woche lie­gen jetzt hin­ter euch. Man­che den­ken sich „Hur­ra, eine neue Klas­se, neue Leh­rer, hur­ra, so viel Neu­es“ und ande­re den­ken sich „Oje, wer­de ich neue Freun­de fin­den? Alles ist so fremd und so groß, wie soll ich mich da zurecht­fin­den?“ Heu­te will Gott euch Kraft schen­ken,“ sprach Vero­ni­ka Keyl die Schul­neu­lin­ge an. Sie sprach davon, dass jeder Mensch unter­schied­li­che Stär­ken habe, der eine sei schlau, der ande­re stark, man­che sei­en beson­ders gut mit Gefüh­len. „Sol­che Men­schen schaf­fen es, einem Mut zu machen und einen zu trös­ten und genau so ist auch der Segen Got­tes. Er fühlt sich gut an.“

Lui­sa Muck­le erzähl­te den Kin­dern die Geschich­te von Abra­ham, Ibra­him im Islam, die ein Bei­spiel dafür ist, dass Gott sein Wort hält, wenn man ihm nur ver­traut.

In einem Büh­nen­spiel für Zivil­cou­ra­ge ver­an­schau­lich­ten Kin­der aus der 6a, dass es nicht genügt, für sich selbst zu sor­gen. Nein, es ist auch wich­tig, für ande­re ein­zu­ste­hen und ihnen in schwie­ri­gen Situa­tio­nen zu hel­fen. Gera­de wenn es dar­um geht neue Freund­schaf­ten zu knüp­fen, die neue Schu­le ken­nen­zu­ler­nen, ist es beson­ders wich­tig, dass auf alle Mit­glie­der der Klas­sen­ge­mein­schaft geach­tet wird, damit sich alle wohl­füh­len. „Auch hier gilt wie­der: Ich will dich seg­nen und du sollst ein Segen sein, denn ihr seid der Segen für den­je­ni­gen, dem ihr helft!“, sprach Vero­ni­ka Keyl die Kin­der an und stimm­te das gleich­na­mi­ge Lied an, das dar­auf­hin gemein­sam gesun­gen wur­de.

Die Kin­der, die woll­ten, konn­ten sich von den Religionslehrer*innen seg­nen las­sen.

Die Reli­gi­ons­fach­schaft dankt dem Arche-Team und allen am Got­tes­dienst betei­lig­ten Schüler*innen und Lehrer*innen.

Nach dem Lied „Möge die Stra­ße“ mach­ten sich alle auf den Weg zurück in die Schu­le.