Amers­fo­ort 2019

Unser Schü­ler­aus­tausch mit dem Farel Col­lege in Amers­fo­ort (Nie­der­lan­de) fand vom 12. bis zum 16. Novem­ber statt. Da nicht nur unse­re Schu­le am Aus­tausch teil­nahm, hat­te jede Schu­le eine ande­re Akti­vi­tät an den ein­zel­nen Tagen. Wir, die 19 Schü­ler des Max-Born Gym­na­si­ums mit Frau Wei­sen­ber­ger und Frau Hart­mann, hat­ten fol­gen­de Akti­vi­tä­ten:

1. Tag:

Die­ser Tag star­te­te für uns und die Bam­men­ta­ler am Max-Born Gym­na­si­um. Dort haben wir gemein­sam auf den Bus mit den Schü­lern aus Pforz­heim gewar­tet, um dann mit der Fahrt nach Hol­land zu star­ten. Lei­der stan­den wir im Stau und muss­ten statt 6 Stun­den ca. 8 Stun­den fah­ren. Doch trotz allem kamen wir gut in Amers­fo­ort an und wur­den von den Aus­tau­schü­lern sehr nett emp­fan­gen. Danach sind alle nach Hau­se gefah­ren und haben den Abend bei ihren Gast­fa­mi­li­en ver­bracht.

2. Tag:

Am zwei­ten Tag waren wir auf einer Käse­farm und hat­ten ein Pro­jekt in der Schu­le.

Wäh­rend die ers­te Grup­pe mit ihren Fahr­rä­dern auf dem Weg zur Käse­rei war, dort ihren eige­nen Käse her­stell­te und dabei sehr viel Spaß hat­te, kre­ierte die ande­re Grup­pe Por­träts ihrer Aus­tau­schü­ler. Die­se Bil­der wur­den dann anschlie­ßend vor der Grup­pe prä­sen­tiert. Nach­dem die Grup­pen mit ihren Auf­ga­ben fer­tig waren, tausch­ten sie ihre Plät­ze und die ande­re Grup­pe fuhr zur Käse­rei. Die­se Grup­pe hat­te nicht so viel Glück mit dem Wet­ter: die Schü­ler muss­ten bei strö­men­dem Regen Fahr­rad fah­ren und waren danach von oben bis unten nass. Trotz­dem zogen sie den Work­shop durch, ohne sich von der Käl­te und der Näs­se die Lau­ne ver­der­ben zu las­sen.

3. Tag: 

Der nächs­te Tag war für die meis­ten der schöns­te. Wir sind alle nach Ams­ter­dam gefah­ren. Dort hat­ten wir erst freie Zeit zum Essen und Ein­kau­fen. Danach sind wir zum Haupt­bahn­hof gegan­gen, wo unse­re Stadt­tour durch Ams­ter­dam begann. Wir wur­den in drei Grup­pen auf­ge­teilt. Man­che sind in ein Muse­um gegan­gen und ande­re sind mit einer Fäh­re gefah­ren. Danach hat­ten wir ein zwei­tes Mal Frei­zeit. Spä­ter sind wir dann noch in ein Muse­um über Welt­kul­tu­ren gegan­gen. Um 16:30 waren wir wie­der in Amers­fo­ort.

4. Tag:

Der letz­te Aus­flug der Woche ging nach Bata­via­land, wo wir wie­der in zwei Grup­pen auf­ge­teilt waren. Die eine Grup­pe konn­te sich zuerst zwi­schen drei ver­schie­de­ne Work­shops ent­schei­den, bei denen man jeweils Kno­ten machen, schmie­den und Holz bear­bei­ten konn­te. Dabei hat­ten wir sehr viel Spaß und konn­ten auch unse­re Wer­ke mit nach Hau­se neh­men. In die­ser Zeit hat­ten die ande­ren, die auch noch­mal in zwei Grup­pen geteilt wur­den, eine Füh­rung durch das Schiff Bata­via. Trotz der win­di­gen Käl­te war das sehr inter­es­sant.

Nach der Pau­se wur­den die Akti­vi­tä­ten getauscht.

Am Abend gab es ein Buf­fet für alle Eltern und alle Aus­tausch­teil­neh­mer aus Hol­land und den drei deut­schen Schu­len. Die Dis­co zum Abschluss war das High­light der Woche.

5. Tag:

Am Tag der Abrei­se hat­ten wir noch­mal bis um 14:45 Uhr Zeit um etwas mit unse­ren Gast­fa­mi­li­en zu unter­neh­men. Eini­ge gin­gen zum Bow­ling, ande­re auf den St. Nico­las Umzug, der eine gro­ße Tra­di­ti­on der Hol­län­der ist.

Um 15:00 Uhr muss­ten wir dann auch schon wie­der Abschied von unse­ren Aus­tausch­schü­lern und deren Fami­li­en neh­men. Da sich auch neue und gute Freund­schaf­ten wäh­rend des Aus­tauschs gebil­det hat­ten, flos­sen lei­der auch ein paar Trä­nen, die aber auch bedeu­ten, dass die­ser Aus­tausch ein Erfolg war. Den­noch freu­ten sich alle auch auf die eige­ne Fami­lie zu Hau­se und waren nach kur­zer Zeit wie­der gut gelaunt.

Rika 8b und Noa 8d

 

Más que un inter­cam­bio – una expe­ri­en­cia inol­vi­da­ble

Mehr als ein Aus­tausch – eine unver­gess­li­che Erfah­rung

(16.-23.10.2019 Cubas de la Sagra)

Unter tosen­dem Applaus, vor­bei an rot-gel­ben Luft­bal­lons und Schil­dern, die das Max Born Gym­na­si­um will­kom­men hei­ßen, betre­ten 16 müde, aber sehr gespann­te und ziem­lich beein­druck­te Zehnt­kläss­ler die Aula der IES Sor Jua­na de la Cruz in Cubas de la Sagra.  Durch die von der Schü­ler­band zum bes­ten gege­be­nen Rock­songs wer­den alle zum Mit­klat­schen ani­miert und spä­tes­tens nach der Hut-Zere­mo­nie à la Har­ry Pot­ter sind dann auch alle wie­der hell­wach und vol­ler Vor­freu­de. Bereits beim ers­ten Zusam­men­tref­fen zeigt sich, dass die Wochen vor dem Aus­tausch schon eif­rig über die sozia­len Medi­en kom­mu­ni­ziert wur­de und so ent­steht bei der ein oder ande­ren Begrü­ßung der Ein­druck, dass sich hier lang­jäh­ri­ge Freun­de in den Armen lie­gen.

Doch wie kam es eigent­lich zu die­sem deutsch-spa­ni­schen Tref­fen?

Etwa ein hal­bes Jahr zuvor ent­deck­te die Spa­nisch­fach­schaft über die Inter­net­prä­senz des Deut­schen Aka­de­mi­schen Aus­tausch­diens­tes ein Ange­bot von meh­re­ren Bil­dungs­ein­rich­tun­gen, die auf der Suche nach poten­ti­el­len Part­ner­schu­len waren. Da wir seit Jah­ren erfolg­los dar­um bemüht waren, einen Spa­ni­en­aus­tausch zu eta­blie­ren, hat­ten wir wenig Hoff­nung und waren umso erfreu­ter, als uns bereits nach weni­gen Tagen die Nach­richt einer spa­ni­schen Kol­le­gin erreich­te. Und was für ein Glücks­tref­fer: Die IES Sor Jua­na de la Cruz liegt im Her­zen Spa­ni­ens, ca. 30 km süd­lich von Madrid, also genau dort, wo man das klars­te Spa­nisch spricht. Je mehr wir über die Schu­le erfuh­ren, des­to siche­rer waren wir, dass sie sich her­vor­ra­gend für einen Schü­ler­aus­tausch eig­net.  Der Ort, Cubas de la Sagra, ist eine sym­pa­thi­sche Klein­stadt mit ca. 6000 Ein­woh­nern.

Das wirk­lich Beson­de­re an unse­rer neu­en Part­ner­schu­le ist, dass sie erst seit gut vier Jah­ren exis­tiert. Im kom­men­den Schul­jahr absol­vie­ren die ers­ten Schü­ler ihr Abitur, die Sport­hal­le wur­de erst im letz­ten Jahr fer­tig gestellt, noch gibt es kei­ne Men­sa und nicht alle Räu­me sind bereits mit der nöti­gen Tech­nik aus­ge­stat­tet. Dafür spürt man über­all, dass hier noch vie­les wächst und dass Schü­ler und Leh­rer hier gemein­sam hoch­mo­ti­viert dar­an arbei­ten, eine Schu­le nach ihren Vor­stel­lun­gen zu gestal­ten. Die gro­ße Freu­de und die ehr­li­che Herz­lich­keit, mit der wir hier emp­fan­gen wur­den, hängt sicher auch damit zusam­men, dass das Max-Born-Gym­na­si­um der ers­te inter­na­tio­na­le Koope­ra­ti­ons­part­ner für die IES Sor Jua­na de la Cruz ist. Die bilin­gua­le Aus­rich­tung der Schu­le umfasst neben extra Unter­richts­stun­den auch ver­schie­de­ne Fächer, die auf Eng­lisch gehal­ten wer­den. Assis­tent tea­chers aus den USA unter­stüt­zen zudem das spa­ni­sche Kol­le­gi­um. Da an der Schu­le bis­wei­len kein Deutsch gelernt wird, wur­de sich dar­auf ver­stän­digt, dass beim Aus­tausch in Cubas auf Spa­nisch und in Neckar­ge­münd auf Eng­lisch kom­mu­ni­ziert wird.

Um einen ech­ten Ein­blick in das Leben der spa­ni­schen Jugend­li­chen zu erhal­ten, besuch­ten die Neckar­ge­mün­der Schü­ler an zwei Tagen in Beglei­tung ihrer Aus­tausch­part­ner die Schu­le. Beson­de­re Akti­vi­tä­ten, wie eine Detek­ti­v­jagd, eine Erzähl­werk­statt oder Dis­kus­si­ons­run­den zum Ver­gleich der ver­schie­de­nen Schul­sys­te­me ergänz­ten die Teil­nah­me am nor­ma­len Unter­richt.

Aber nicht nur im schu­li­schen Kon­text beka­men die Schü­ler die Mög­lich­keit, viel Neu­es zu ent­de­cken. Am gemein­sa­men Tag in Madrid lern­ten wir wich­ti­ge Sehens­wür­dig­kei­ten der spa­ni­schen Haupt­stadt ken­nen und kamen außer­dem in den Genuss, das tra­di­tio­nel­le Zar­zue­la Thea­ter zu bewun­dern. Mit etwas müden Füßen ging es, nach einer Erho­lungs­pau­se im Reti­ro Park, wei­ter in den Pra­do, wo wir gemein­sam Meis­ter­wer­ke bedeu­ten­der Künst­ler wie Goya, Veláz­quez, Dürer und El Gre­co näher betrach­te­ten.

Ein wei­te­res High­light war der Besuch in Alcalá de Hena­res. Dort wan­del­ten wir auf den Spu­ren von Miguel de Cer­van­tes und besich­tig­ten unter ande­rem sein Geburtst­haus und die Kir­che, in der der Autor von Don Qui­jo­te getauft wur­de. Doch nicht nur als Hei­mat­stadt des bekann­tes­ten spa­ni­schen Schrift­stel­lers kann Alcalá de Hena­res glän­zen. Auch die ältes­te Uni­ver­si­tät des Lan­des ist hier behei­ma­tet und die Fas­sa­de des Haupt­ge­bäu­des zeugt noch heu­te vom Glanz ver­gan­ge­ner Jahr­hun­der­te. Ein beson­de­res High­light war eine von unse­ren spa­ni­schen Gast­ge­bern vor­be­rei­te­te Über­ra­schung: Ein Vio­li­nist beglei­te­te unse­ren Stadt­rund­gang mit sei­ner Gei­ge. So kamen wir an ver­schie­de­nen Orten in den Genuss musi­ka­li­scher Beglei­tung. Von Bach, Vival­di über Jazz und Rock­mu­sik bis hin zu Ed Sheeran und Des­pa­ci­to reich­te das viel­sei­ti­ge Reper­toire, das wir zu hören beka­men. Nach einer Mit­tags­pau­se unter den Säu­len­gän­gen des ehe­ma­li­gen jüdi­schen Vier­tels reis­ten wir noch wei­ter in die Ver­gan­gen­heit zurück. Geführt von einem madri­le­ni­schen Latein­pro­fes­sor erkun­de­ten wir die römi­schen Rui­nen von Comp­lu­tum und ent­deck­ten dabei, dass vor vie­len hun­dert Jah­ren sowohl Spa­ni­en als auch Tei­le Deutsch­lands zum Impe­ri­um Roma­n­um gehör­ten und wir dadurch in gewis­ser Wei­se gemein­sa­me Wur­zeln tei­len – viel­leicht ja des­halb die tol­len Freund­schaf­ten, die sich im Lau­fe der Woche zwi­schen deut­schen und spa­ni­schen Aus­tausch­schü­lern ent­wi­ckelt haben?

Pri­vat unter­nah­men vie­le Schü­ler wei­te­re Aus­flü­ge – etwa nach Tole­do. Die Stadt, die wie kei­ne ande­re als Bei­spiel für inter­kul­tu­rel­len Kon­takt zwi­schen Juden, Mus­li­men und Chris­ten steht, liegt nur etwa 35 km von Cubas de la Sagra ent­fernt. Zudem kamen vie­le Schü­ler am Wochen­en­de in den Genuss die Städ­te Ávila, Sego­via oder wei­te­re Exkur­sio­nen nach Madrid gemein­sam mit ihren Gast­fa­mi­li­en zu unter­neh­men. Dass es – eigent­lich ziem­lich unty­pisch für Spa­ni­en – dabei auch gele­gent­lich ein­mal reg­ne­te, hat dabei sicher kei­nem die Lau­ne ver­dor­ben.

Natür­lich waren wir aber – trotz der span­nen­den Besich­ti­gun­gen – nicht vor allem als Tou­ris­ten nach Spa­ni­en gekom­men.  Es como tener un hijo máses ist wie einen wei­te­ren Sohn zu haben – erklär­te uns bei­spiels­wei­se eine begeis­ter­te Gast­mut­ter nach dem gemein­sa­men Fami­li­en­wo­chen­en­de. Ein deut­scher Schü­ler war ganz begeis­tert von den vie­len kuli­na­ri­schen Erleb­nis­sen: Ich pro­bie­re jeden Tag etwas, das ich vor­her noch nie geges­sen habe und alles ist total lecker. Zusam­men zum Bas­ket­ball­trai­ning oder in die Sprach­schu­le, gemein­sam bum­meln, Freun­de tref­fen oder Zeit mit der Fami­lie ver­brin­gen – all das gehört zu einem Schü­ler­aus­tausch dazu. Eben­so auch die Erfah­rung, dass nicht alles so ist wie zuhau­se: In Spa­ni­en gibt es in den meis­ten Fäl­len Abend­essen nicht vor 22 Uhr, bei ver­spä­te­ter Ankunft zur 1. Stun­de wird das Schul­tor abge­schlos­sen und die Leh­rer wer­den hier gene­rell mit dem Vor­na­men ange­spro­chen – was bei den Neckar­ge­mün­der Schü­lern für gro­ßes Erstau­nen sorg­te. Sicher­lich hat jeder Teil­neh­mer noch eige­ne Beson­der­hei­ten fest­ge­stellt, an die er sich lan­ge erin­nern wird. Wir Leh­rer hof­fen natür­lich außer­dem, dass die vie­len neu­en Voka­beln, die die Schü­ler gelernt haben, nicht so schnell ver­ges­sen wer­den. Die spa­ni­sche Herz­lich­keit mit der wir in Cubas de la Sagra emp­fan­gen wur­den, bleibt uns sicher allen im Gedächt­nis. Wir freu­en uns des­halb schon sehr auf das Wie­der­se­hen mit unse­ren spa­ni­schen Freun­den beim Gegen­be­such im März!

Cari­na Karpf und Fran­zis­ka Lui

Mis­sou­la 2019

Wenn ich nun abschlie­ßend auf unse­re vier Wochen in Mis­sou­la zurück­bli­cke und ich mir die Fra­ge stel­le, was mir am bes­ten gefal­len hat, wür­de ich mit „die Men­schen und die Zeit in der Schu­le“ ant­wor­ten und ich glau­be, ich kann hier im Namen aller exch­an­ge stu­dents spre­chen.

Schon als wir in Mis­sou­la ange­kom­men sind, wur­den wir alle herz­lich in Emp­fang genom­men –  und was ich sehr toll an den Men­schen in Mis­sou­la fin­de ist, dass alle immer freund­lich zu einem sind und man immer mit den Wor­ten „Hey, how are you?“ oder „How’s your day going?“ begrüßt wird. Das wer­de ich auf jeden Fall ver­mis­sen, da man durch die­se Fra­gen mit den meis­ten Leu­ten auch in ein Gespräch ver­wi­ckelt wur­de und somit noch mehr ler­nen konn­te, was wirk­lich beson­ders toll war. Wir alle sind außer­dem sehr, sehr dank­bar für alle Men­schen und Freun­de, die wir in Mis­sou­la, auf unse­rer Rei­se und in der Schu­le ken­nen ler­nen durf­ten.

Jedoch sind nicht nur die Men­schen in Mis­sou­la etwas ganz Beson­de­res, denn uns hat vor allem der schu­li­sche Zusam­men­halt sehr beein­druckt. Die Leh­rer ken­nen ihre Schü­ler per­sön­lich und vie­le der Schü­ler sind gute Freun­de mit ihren Leh­rern, was für uns erst­mal ein wenig unge­wöhn­lich war. Wir durf­ten die Schu­le mit unse­ren Aus­tausch­part­nern besu­chen und mit­er­le­ben, wie sie ihren Unter­richt gestal­ten und es gab vie­le Fächer, die wir in Deutsch­land nicht haben, wie zum Bei­spiel „TOK“, wo man zusam­men Dis­kus­sio­nen über ver­schie­de­ne The­men abhält und man auch zu kom­plett welt­bild­ver­än­dern­den Schlüs­sen kom­men kann. Hier kann man außer­dem alle außer­schu­li­schen Ver­an­stal­tun­gen nen­nen, bei denen wir die Mög­lich­keit hat­ten zuzu­schau­en, wie zum Bei­spiel die Fuß­ball­spie­le, alle Vol­ley­ball­spie­le, alle Foot­ball­spie­le und nicht zu ver­ges­sen die Cross-Coun­try-Ren­nen. Bei vie­len die­ser Ver­an­stal­tun­gen gab es ein bestimm­tes Mot­to, wie zum Bei­spiel „All in Black“ oder „Beach Out“; dies bedeu­tet, dass sich alle Schü­ler nach die­sem Mot­to klei­den und die Hell­ga­te-Teams anfeu­ern. Zum Anfeu­ern muss man defi­ni­tiv die Sprü­che, wel­che geru­fen wer­den erwäh­nen – das muss man ein­fach erlebt haben, ich sage nur: „Gän­se­haut pur“!

Natür­lich haben wir uns im Rück­blick nicht nur mit den posi­ti­ven Sei­ten des Aus­tau­sches beschäf­tigt, son­dern uns auch die Fra­ge gestellt, was viel­leicht nicht so gut in Ame­ri­ka war und was uns nicht gefal­len hat. Hier kann man zum Bei­spiel die ame­ri­ka­ni­schen Toi­let­ten erwäh­nen, die sind nicht ganz so gut wie bei uns, und auch an dem Lei­tungs­was­ser, wel­ches man dort zum Trin­ken erhal­ten hat, gab es eini­ge Kri­tik, da es sehr chlor­hal­tig war. Was man­che eben­falls etwas gestört hat, war die stän­dig lau­fen­de Kli­ma­an­la­ge. Natür­lich ist es durch die­se im Som­mer sehr kühl und ange­nehm, aber auf der ande­ren Sei­te ist die Kli­ma­an­la­ge eben auch an, wenn es kei­ne 35°C hat. Zudem ist der Gebrauch von Kli­ma­an­la­gen nicht beson­ders gut für die Umwelt – und wenn wir schon von der Umwelt spre­chen, muss man an die­sem Punkt die Autos der Ame­ri­ka­ner erwäh­nen. Ich habe zum Bei­spiel wäh­rend des gesam­ten Auf­ent­halts in den USA ein ein­zi­ges klei­nes Auto (einen Smart) gese­hen. Ansons­ten sieht man hier nur sehr gro­ße Autos, haupt­säch­lich SUVs, Trucks und Co.

Was vie­le eben­falls gestört hat, ist, dass das Essen ziem­lich teu­er ist. Das bedeu­tet, wenn man typi­sches ame­ri­ka­ni­sches Essen möch­te, muss man auch viel Geld aus­ge­ben.

Was wir aller­dings sehr beein­dru­ckend fan­den, war die „Diver­si­ty“. Man ist so vie­len ver­schie­de­nen Men­schen begeg­net und vor allem in der Schu­le ist es sehr schön zu sehen, dass jede Per­sön­lich­keit so akzep­tiert wird wie sie eben ist. Somit ist Hell­ga­te unse­rer Schu­le in die­sem Fall einen Schritt vor­aus. Das gilt eben­falls für die wie­der­auf­füll­ba­ren Was­ser­fla­schen, nein, aber mal ohne Spaß, das ist wirk­lich echt prak­tisch und zudem gut für die Umwelt.

Da wir uns in unse­rem Bericht jedoch nicht nur mit unse­rer deut­schen Sicht­wei­se beschäf­ti­gen möch­ten, haben wir auch die Mis­souli­ans nach ihrer Mei­nung zu Ame­ri­ka befragt. Die meist genann­te Ant­wort auf die Fra­ge „What do you like about Ame­ri­ca?“ war, dass es sehr viel ver­schie­de­nes und gutes Essen gibt. Außer­dem liegt die Land­schaft auch ganz vor­ne, da vie­le Mis­souli­ans die unter­schied­li­chen, sehr weit­läu­fi­gen Land­schaf­ten, wel­che man in ganz Ame­ri­ka sehen kann, beson­ders toll fin­den. Dies durf­ten wir auf unse­rer vier­tä­gi­gen Tour durch den Yel­low­stone Natio­nal Park erle­ben. Der Yel­low­stone-Park ist ein beson­ders schö­nes Bei­spiel für die ein­zig­ar­ti­ge Land­schaft in Ame­ri­ka, und auf unse­rem Aus­flug in den Park haben wir eini­ge der schöns­ten Attrak­tio­nen und sehr beson­de­re geo­ther­ma­le Phä­no­me­ne gese­hen. In unse­ren drei Tagen im Park haben wir unter ande­rem den Old Faithful Gey­sir, die Grand Pris­ma­tic Spring und die Mam­mo­th Hot Springs bestaunt und konn­ten außer­dem jede Men­ge Bisons beob­ach­ten.

Doch nicht nur im Yel­low­stone Park konn­ten wir etwas ein­zig­ar­tig Ame­ri­ka­ni­sches erle­ben; auf unse­rem Aus­flug in das Smo­ke­jum­per Cen­ter in Mis­sou­la haben wir viel über die Feu­er­be­kämp­fung von Wald­brän­den in Ame­ri­ka gelernt, da dort anders mit Feu­er umge­gan­gen wird. Das durf­ten wir auch selbst prak­tisch im angren­zen­den Fire Lab bei ent­spre­chen­den Expe­ri­men­ten aus­pro­bie­ren. Wei­te­re Exkur­sio­nen führ­ten uns ins Fort Mis­sou­la sowie ins Natu­ral Histo­ry Muse­um, wo uns erneut die Geschich­te Mis­sou­las und der Regi­on, aber auch deren Flo­ra und Fau­na sehr ein­drück­lich näher­ge­bracht wur­de.

Auf die Fra­ge „What do you hate about Ame­ri­ca?“ wur­de in den meis­ten Fäl­len als aller­ers­tes mit „Trump“ geant­wor­tet, aber mal abge­se­hen davon wird „racism“, „gun vio­lence“ and „ine­qua­li­ty“ kri­ti­siert. Man sieht also, wir waren in einer sehr offe­nen, tole­ran­ten und demo­kra­tisch ori­en­tier­ten Stadt zu Besuch.

Die­sen Bericht möch­ten wir jedoch mit den Wor­ten der Mis­souli­ans enden las­sen, wel­che uns, den „Ger­mans“, auf die Fra­ge „What do you think about Ger­ma­ny?“ mit den Wor­ten „You are pret­ty cool peo­p­le!“ geant­wor­tet haben. Das heißt zumin­dest, dass wir anschei­nend einen guten Ein­druck hin­ter­las­sen haben und das ist sehr gut so, ganz spe­zi­ell um das Aus­tausch­pro­gramm und den Kon­takt zu unse­rer „sis­ter city“ auf­recht­zu­er­hal­ten. An die­ser Stel­le soll auch das ein­mal jähr­lich in Mis­sou­la statt­fin­den­de „Ger­man Fest“ genannt wer­den; dort wird deut­sche Musik gespielt, deut­sches Essen ver­kauft und es ist eine Chan­ce sich mit ande­ren zu tref­fen und etwas über die deut­sche Kul­tur zu ler­nen. Wir waren als Grup­pe dort eben­falls ver­tre­ten und haben uns vor­ge­stellt und uns mit Mis­souli­ans über Deutsch­land unter­hal­ten – eine inter­es­san­te Erfah­rung.

Natür­lich ist es uns über­haupt nicht leicht­ge­fal­len, Ame­ri­ka und unse­re Aus­tausch­part­ner, unse­re Fami­li­en und die Schu­le zu ver­las­sen. Der Abschied tat wirk­lich ganz schön weh und es sind auch eini­ge Trä­nen geflos­sen. Auf der ande­ren Sei­te hat man sich natür­lich auch auf zu Hau­se, sei­ne Freun­de und Fami­lie, sei­ne Haus­tie­re und sein eige­nes Bett gefreut. Trotz­dem fiel uns allen der Abschied ziem­lich schwer, doch all die posi­ti­ven Momen­te, Begeg­nun­gen, die neu­en Freund­schaf­ten, die wir alle geschlos­sen haben und unse­re Erfah­run­gen, wel­che wir gesam­melt haben, mach­ten den Aus­tausch zu einem unver­gess­li­chen und ganz beson­de­ren Erleb­nis!

Lena Kra­mer, Helen Litt­le und Anni­ka Kluth