Auch online erfolg­reich gehüpft

Kän­gu­ru-Wett­be­werb am MBG

Jedes Jahr am drit­ten Don­ners­tag im März hüpft das Kän­gu­ru der Mathe­ma­tik durch die Schu­len. Begin­nend mit drei Schu­len in Ber­lin im Jahr 1995, neh­men inzwi­schen Jahr für Jahr fast eine Mil­li­on Schü­le­rin­nen und Schü­ler der 3. – 13. Klas­sen aller Schul­ar­ten an die­sem Wett­be­werb teil. 2020 aller­dings waren am geplan­ten Kän­gu­ru-Tag, dem 19.03.2020, plötz­lich sämt­li­che Schu­len geschlos­sen und der Wett­be­werb konn­te nicht wie gewohnt statt­fin­den.

In Win­des­ei­le ent­wi­ckel­te das Kän­gu­ru-Orga­ni­sa­ti­ons­team an der Hum­boldt-Uni­ver­si­tät zu Ber­lin eine Mög­lich­keit, die Auf­ga­ben digi­tal und online zu bear­bei­ten. So fand an unter­schied­lichs­ten Orten, auf unter­schied­lichs­te Wei­se, manch­mal ganz allein und im stren­gen 75-Minu­ten-Zeit­in­ter­vall, manch­mal auch über einen län­ge­ren Zeit­raum, der Kän­gu­ru-Wett­be­werb in die­sem Jahr statt.

Am Max-Born-Gym­na­si­um hat seit eini­gen Jah­ren Mathe­ma­tik­leh­re­rin Dr. Inge Thier­ing die Orga­ni­sa­ti­on des Wett­be­werbs über­nom­men. Sie berich­tet: „Ange­nehm war in die­sem Jahr, dass wir als Mathe­ma­tik-Lehr­kräf­te ein­mal nicht die Auf­ga­be hat­ten, die Ant­wor­ten aller Kin­der von Hand ins Com­pu­ter­for­mu­lar ein­zu­ge­ben, son­dern wir brauch­ten nur die Auf­ga­ben und den Zugang zur Online-Ant­wort­ein­ga­be zur Ver­fü­gung zu stel­len. Weil der Wett­be­werb online statt­fand, muss­ten zwar die attrak­tivs­ten Prei­se im Jack­pot ver­blei­ben, aber jedes Kind hat einen Mit­mach­preis und eine Urkun­de erhal­ten, und die Schul­sie­ge­rin Anni­ka Sche­men­au­er immer­hin ein T-Shirt für ihre tol­le Leis­tung. Trotz der schwie­ri­gen Lage und der kurz­fris­ti­gen Plan-Ände­rung haben über 70 Kin­der am Online-Wett­be­werb teil­ge­nom­men. Wir freu­en uns trotz­dem, wenn der Wett­be­werb nächs­tes Jahr hof­fent­lich wie­der in gewohn­ter Wei­se im Klas­sen­zim­mer statt­fin­den kann und auch wie­der tol­le Sach­prei­se ver­ge­ben wer­den kön­nen.“

Für die 5. Klas­sen hat­te auch 2020 dan­kens­wer­ter Wei­se der Freun­des­kreis die Teil­nah­me­ge­bühr von 2,-€ pro Kind über­nom­men.

Maria (5. Klas­se) erzählt von ihrer Erfah­rung: „Ich habe davor dafür noch geübt, des­we­gen war es leich­ter. Man­che Auf­ga­ben haben rich­tig Spaß gemacht.“ Leif (eben­falls 5. Klas­se) ergänzt: „Als die Nach­richt kam, dass man noch an den Kän­gu­ru­wett­be­werb den­ken soll­te, dach­te ich zuerst „ohje, noch mehr Arbeit!“ – aber als ich ein­mal damit begon­nen hat­te, hat mir der Wett­be­werb echt Spaß gemacht. In der lan­gen Zeit im Home­schoo­ling war es eine echt tol­le Abwechs­lung, die Kno­bel­auf­ga­ben zu machen.“ Max (5. Klas­se) hat­te eine ande­re Her­an­ge­hens­wei­se: „Ich habe mir die Auf­ga­ben zu Hau­se auf­ge­teilt und mich immer mit 4-5 Auf­ga­ben beschäf­tigt. Am bes­ten gefiel mir Num­mer 9, wo man die ver­deck­te Sei­te eines Wür­fels her­aus­fin­den muss­te.“
Dr. Thier­ing fasst den wesent­li­chen Aspekt des dies­jäh­ri­gen Wett­be­werbs zusam­men: „Alle Kin­der, die teil­ge­nom­men haben, sind Gewin­ne­rIn­nen, da sie in die­sen schwie­ri­gen Coro­na-Zei­ten auch noch an einem knif­fe­li­gen Wett­be­werb teil­ge­nom­men haben“, freut sie sich. „Ich bin sehr stolz auf unse­re Schü­le­rIn­nen, dass so vie­le von ihnen mit so viel Begeis­te­rung mit­ge­macht haben.“

Trai­ler­pro­duk­ti­on am Max-Born-Gym­na­si­um

Das THEA­TER­mo­bi­le­SPIE­LE ist ein frei­es, in Karls­ru­he ansäs­si­ges Thea­ter, das sich aus­schließ­lich  mobi­len Thea­ter­pro­duk­tio­nen wid­met.

Eine Beson­der­heit die­ses Thea­ters ist es, dass das Thea­ter in die Schu­le kommt und nicht die Schüler/innen zum Thea­ter.

Seit vie­len Jah­ren ist es Tra­di­ti­on am Max-Born-Gym­na­si­um, den Schü­le­rin­nen und Schü­lern der K 2 eines der abitur­re­le­van­ten Wer­ke des Faches Deutsch auch auf die­se Wei­se näher zu brin­gen: In die­sem Schul­jahr wur­de der Kurs­stu­fe „Der Step­pen­wolf“ von Her­mann Hes­se in einer nicht-öffent­li­chen geschlos­se­nen Ver­an­stal­tung durch das THEA­TER­mo­bi­le­SPIE­LE in unse­rem Raum 111 prä­sen­tiert.

Dabei gab es dies­mal eine Beson­der­heit: Gleich­zei­tig mit der Auf­füh­rung dreh­te Car­men Donet Gar­cia für das Thea­ter einen Trai­ler zu sei­ner Arbeit an unse­rem Gym­na­si­um. Aus­ge­wählt als Dreh­ort wur­de das Max-Born-Gym­na­si­um auf­grund der jah­re­lan­gen guten Zusam­men­ar­beit und gegen­sei­ti­gen posi­ti­ven Erfah­run­gen. Aus­zü­ge aus der Auf­füh­rung, Inter­views mit Schau­spie­ler, Schüler/innen und Leh­re­rin sehen Sie hier (exter­ner Link).
(Sell­ner)

Ohne Kip­pe – Rau­cher­prä­ven­ti­on als Video-Stream

Auch ohne vor Ort sein zu kön­nen, nah­men wir als Schul­ge­mein­schaft des Max-Born-Gym­na­si­ums am 29.04.2020 exklu­siv an der Ver­an­stal­tung „OK – ohne Kip­pe“ der Tho­rax­kli­nik Hei­del­berg teil. Wir freu­en uns, die ers­te Schu­le zu sein, für die jetzt in Zei­ten des Fern­un­ter­richts die bewähr­te und belieb­te Ver­an­stal­tung zur Rau­cher­prä­ven­ti­on online ange­bo­ten wur­de. Die­ses Prä­ven­ti­ons­pro­gramm zählt zu den größ­ten und bekann­tes­ten Prä­ven­ti­ons­ver­an­stal­tun­gen der Metro­pol­re­gi­on Rhein-Neckar — seit dem Jahr 2000 besu­chen jähr­lich über 10.000 Schü­le­rin­nen und Schü­ler die Ver­an­stal­tun­gen der Kli­nik. Ziel ist, Kin­der und Jugend­li­che über die Risi­ken und Fol­gen des Rau­chens zu infor­mie­ren und sie in einer gesun­den Lebens­wei­se zu bestär­ken.

Die Über­tra­gung des Live­streams via You­Tube ging von 10 Uhr bis ca. 11:30 Uhr und funk­tio­nier­te wun­der­bar ohne tech­ni­sche Stö­run­gen. Wie bei einer Ver­an­stal­tung vor Ort wur­den wir zuerst über die Risi­ken des Rau­chens infor­miert, erhiel­ten dann einen Ein­blick in eine Lun­ge­nen­do­sko­pie und konn­ten einem Inter­view mit einem betrof­fe­nen Pati­en­ten der Tho­rax­klink fol­gen. Wäh­rend des Live­streams konn­ten über unse­re schul­ei­ge­ne myMBG-App Fra­gen an den Refe­ren­ten der Tho­rax­kli­nik, Micha­el Ehmann, gerich­tet wer­den.

Zur­zeit sieht man in den Nach­rich­ten häu­fig Mel­dun­gen über das Coro­na­vi­rus SARS-CoV-2 und wie es die Lun­ge angreift. Daher war es nun beson­ders inter­es­sant, bei die­ser Ver­an­stal­tung erklärt zu bekom­men, wie eine Lun­ge auf­ge­baut ist, sehen zu dür­fen, wie eine ech­te Lun­ge von innen aus­sieht und wel­che Aus­wir­kun­gen das Rau­chen auf die Lun­ge haben kann. Bei der Pati­en­tin aus der Über­tra­gung, einer lang­jäh­ri­gen Rau­che­rin, besteht der Ver­dacht auf Lun­gen­krebs. Wir durf­ten dabei zuschau­en, wie eine Pro­be für die patho­lo­gi­sche Unter­su­chung ent­nom­men wur­de, wobei der Arzt jeden Schritt gut ver­ständ­lich erklär­te.

Schü­le­rin der 10a: „Ich fand die Endo­sko­pie und die Erläu­te­rung sehr span­nend. Beson­ders bewe­gend war für mich, wie schon vor drei Jah­ren, dass man als Zuschau­er schon vor dem Pati­en­ten erfährt, dass die­ser höchst­wahr­schein­lich Krebs hat.“

Schü­le­rin der 10a: „Ich fand es sehr span­nend, einen Ein­blick in eine Rau­cher­lun­ge zu bekom­men und ich war sehr über­rascht von der hohen Qua­li­tät der Endo­skop-Kame­ra und auch die Erläu­te­run­gen des Arz­tes waren sehr inter­es­sant. Das hat sehr gut ver­an­schau­licht, was in der Theo­rie erklärt wird, und es hat mir wie­der ein­mal ver­deut­licht, was für einen Scha­den das Rau­chen anrich­ten kann und wie­so ich nie­mals damit anfan­gen wer­de.“

Schü­le­rin der 10a: „Ich fand es sehr gut, dass man sei­nen Wis­sens­ho­ri­zont erwei­tern konn­te und auch einen Ein­blick in den inne­ren Vor­gang eines Men­schen zu sehen bekam. Ich fand es sehr erschre­ckend, als der Arzt mein­te, mit hoher Wahr­schein­lich­keit, nur durch das lang­jäh­ri­ge Rau­chen der Pati­en­tin, einen bös­ar­ti­gen Tumor fest­ge­stellt zu haben. Den­noch sehr inter­es­sant und super, dass man live mit dabei sein konn­te und die­se Chan­ce bekam.“

Ole (10c): „Es ist immer sehr erschre­ckend, was Rau­chen mit dem mensch­li­chen Kör­per anstellt. Ich fin­de es sehr gut, dass die­se Prä­sen­ta­ti­on sehr aus­führ­lich und gut erläu­tert prä­sen­tiert wur­de. Dies kann bestimmt eini­gen hel­fen, die das alles noch nicht so genau wis­sen. Ich fin­de es schön, dass sowas mög­lich gemacht wird.“

Emi­ly (10c): „Ich fin­de, der Ver­gleich mit dem Rus­si­schen Rou­lette [Wahr­schein­lich­keit zu ster­ben] bringt einen sehr zum Nach­den­ken und sorgt dafür, dass einem klar wird, wie schön man sich wegen der Sucht das Spiel mit Leben und Tod redet. Denn Rus­si­sches Rou­lette wür­de ver­mut­lich kein Rau­cher spie­len.“

Das Inter­view mit dem Pati­en­ten E. B., dem sein Kehl­kopf wegen Kehl­kopf­krebs ent­fernt wur­de, war sehr ein­drück­lich und mach­te betrof­fen. Er bemerk­te sei­ne Erkran­kung mit 41 wegen Ein­schrän­kun­gen beim Schlu­cken, über die er sich erst ein­mal kei­ne Gedan­ken gemacht hat­te. Das Spre­chen ist nach der Ent­fer­nung des Kehl­kopfes nicht mehr wie gewohnt mög­lich. Die Luft­röh­re wird so ver­näht, dass sie mit einer Öff­nung zum Atmen vor­ne im Hals endet. Das Spre­chen mit Hil­fe der Spei­se­röh­re ist eine spe­zi­el­le Tech­nik, die man erler­nen muss. Der Pati­ent erklär­te: „Wir spre­chen ja eigent­lich mit der Luft der Lun­ge. Ich spre­che aber mit der Luft vom Mund. Die schlu­cke ich in die Spei­se­röh­re. Durch die Vibra­ti­on kann ich die Töne for­men im Mund.“ Herr B. raucht „Gott sei Dank nicht mehr“. Er hat direkt auf­ge­hört, sobald er von sei­ner Krank­heit erfah­ren hat. Meist gibt es kei­nen star­ken kör­per­li­chen Ent­zug nach dem Auf­hö­ren, so Herr Ehmann, anders als bei vie­len ande­ren Dro­gen. Herr B. stell­te sich schon vie­le Male als Inter­view­part­ner in der Tho­rax­kli­nik zu Ver­fü­gung, denn ihm sind die­se Ver­an­stal­tun­gen sehr wich­tig. Dafür dan­ken wir ihm sehr und wün­schen ihm alles Gute!

Die Tho­rax­kli­nik ist auch von der aktu­el­len Pan­de­mie betrof­fen, denn sie ist ein Hot­spot für Coro­na-Behand­lun­gen. Sie haben sehr schwer erkrank­te Pati­en­ten, die beatmet wer­den, teil­wei­se auch mit Herz­lun­gen­ma­schi­ne. Herr Ehmann gibt den Jugend­li­chen noch die dring­li­che Bit­te mit auf den Weg, wei­ter­hin Abstand zu ande­ren Men­schen zu hal­ten und auf den Besuch bei Per­so­nen der Risi­ko­grup­pe, z.B. den Groß­el­tern, zu ver­zich­ten. (C. Schmitt)